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Der chinesische Telekom-Ausrüster Konzern Huawei Technologies will seinen Standort in Europa massiv ausbauen. Als Europa-Hauptsitz werde München in Betracht gezogen, sagte der Westeuropa-Chef von Huawei, Kevin Tao, in einem Interview mit dpa Insight EU in Brüssel. Im Rahmen der Europa-Expansion kämen auch Übernahmen infrage. Zwar sei zurzeit der Wettbewerber Nokia Siemens Networks keine konkrete Option. "Aber wenn Nokia Siemens Networks einen Mehrwert für uns bringt und wenn sie zum Verkauf stehen würden - dann würde Huawei den Kauf prüfen. Und wir haben die Fähigkeit, sie zu kaufen."
Übernahmen erwogen
Auch Übernahmen von europäischen Start-Ups seien in der Strategie vorgesehen, sagte der Manager. Huawei Technologies ist hinter Ericsson zweitgrößter Telekom-Netzwerkausrüster der Welt. Der 1987 gegründete Konzern hat eigenen Angaben zufolge weltweit 110.000 Mitarbeiter und machte 2011 einen Umsatz von rund 32,4 Mrd. Dollar (24,5 Mrd. Euro) bei einem Nettogewinn von 1,85 Mrd. Dollar.
In der Vergangenheit wurden immer wieder Vorwürfe zu Patentrechtsverletzungen in China laut. Damit habe sein Konzern nichts zu tun, betonte Tao. "Huawei war das erste Unternehmen in China, das Patentgebühren zahlte." Inzwischen sei der Konzern selbst zu einem Marktführer bei neuen Patenten aufgestiegen und schließe mit anderen Konzernen gegenseitige Verträge über kostenlose Patentnutzungen. Die Patentzahlungen hätten zuletzt 500 bis 600 Millionen Dollar ausgemacht.
Breitbandausbau im Auge
Huawei will sich am Ausbau des europäischen Breitbandnetzes beteiligen, das auch durch EU-Mittel gefördert wird. Mitbewerber äußerten gegenüber dpa Insight EU die Befürchtung, dass die chinesische Regierung Huawei mit Exportkrediten begünstigen könnte. Tao bestreitet dies: "Wir sind eine private Firma. Wir nutzen eine Reihe von internationalen und chinesischen Banken. Wir bringen Kunden, die Finanzierung brauchen, mit Banken zusammen. Europäer machen das nicht anders."
Die EU-Kommission prüft aus Gründen des Wettbewerbs und der Sicherheit auch, ob sie chinesische Unternehmen von strategischen Ausschreibungen - etwa für nationale Breitbandnetze - ausschließt. (APA, 29.4.2012)
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