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London - In der Affäre um die Verstrickung der britischen Regierung mit dem Konzern von Medienzar Rupert Murdoch wächst der Druck auf Kulturminister Jeremy Hunt massiv. Der Vorsitzende Richter im Murdoch-Untersuchungsausschuss, Barry Leveson, lehnte am Freitagabend eine Anhörung des Ministers zu dessen Verteidigung ab.
Damit kommt Premierminister David Cameron mehr und mehr unter Zugzwang, eine unabhängige Untersuchung seitens der Regierung einzuleiten, ob Hunt den Kodex für Regierungsmitglieder gebrochen hat.
Im Leveson-Ausschuss waren vor einigen Tagen E-Mails aufgetaucht, die einen sehr engen Kontakt des Kulturministers und seines Büros zu Murdoch-Lobbyisten nahelegten - bereits bevor ihn Cameron mit der Beaufsichtigung eines Milliardendeals des Murdoch-Unternehmens beauftragt hatte. Prompt wurde der wettbewerbsrechtlich und publizistisch umstrittene Deal von der Regierung Cameron durchgewunken. Wegen der Abhör-Affäre bei Murdoch-Zeitungen kam er jedoch nie zustande.
Die Downing Street räumte am Samstag erstmals ein, dass es zu der von der Labour-Opposition und teils auch von Abgeordneten der Regierungsparteien vehement geforderten Untersuchung kommen könnte. Die Regierung werde "selbstverständlich handeln", sollte es den Verdacht geben, dass Jeremy Hunt den Regierungskodex gebrochen haben könnte. Hunt selbst beharrt darauf, er habe in der Murdoch-Frage integer und völlig neutral gehandelt.
Labour fordert den Rücktritt Hunts, der von Regierungsseite auch für die Ausrichtung der Olympischen Spiele im Sommer in London zuständig ist. Es sei "kaum zu glauben", dass er überhaupt noch im Amt sei, hatte Labour-Parteichef Ed Miliband Mitte der Woche gesagt. Am Samstag wiederholte er seine Rücktrittsforderung. "Ich glaube, Jeremy Hunt sollte gehen", sagte er. (APA, 28.4.2012)
Grund sind Uneinigkeiten zwischen Regierung und Zeitungsverlagen
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