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Im Herbst 2011 starteten sieben heimische Verwertungsgesellschaften die Initiative "Kunst hat Recht" gegen die Gratisverbreitung von Kunst. Damit sollten das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums und die Akzeptanz von Urheber- und Nutzungsrechten der Künstlerinnen und Künstlern gestärkt werden. Das Groteske daran: Während die Wiener PR-Agentur "The Skills Group" für die Kampagne einen sechsstelligen Euro-Betrag kassierte, arbeiteten laut profil die beteiligten KünstlerInnen "zum Nulltarif".
Kunst als Privateigentum
Im Rahmen des Projekts inszenierten Sabine Derflinger, Michael Kreihsl und Harald Sicheritz in drei Werbespots auf polemische Art und Weise eine Gesellschaft, in der Kunst als ihr Privateigentum angesehen wird.
"Möglichst viele Eigenleistungen"
"Zwischen 100.000 und 190.000 Euro" betrage laut der zweiten Austromechana-Direktorin Ursula Sedlaczek das Jahresbudget für die 2011 gestartete Inititative "Kunst hat Recht". Man bewege sich aber immer eher am unteren Rand, da die Beteiligten "möglichst viele Eigenleistungen einbringen."
"Hätten wir gute Gagen bezahlt, würde uns das vorgeworfen werden"
Zur Benefizleistung der beteiligten KünstlerInnen in den Spots sagte Sedlaczek im Gespräch mit dem "profil" nur: "Hätten wir gute Gagen bezahlt, würde uns das vorgeworfen werden. Was immer wir gemacht hätten: Angriffe hätte es auf jeden Fall gegeben." (red, 28.4.2012)
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Die Initiative geht schon mal in die richtige Richtung, nur...
- entweder eine Abgabe auf die Speichermedien, um die Privatkopie abzugelten, oder
- Verbot der Verbreitung im Internet.
Sonst muss ich einen Aufschlag auf meine Festplatte zahlen, weil ich Privatkopien anfertigen kann, was aber ohnehin verboten ist.
Kommt es den Künstlern selbst nicht komisch vor, was sie da verlangen?
mittelklassebeamte fordern niedrigere steuern für besserverdienende, weil sie hoffen, irgendwann auch ein paar euro mehr zu kriegen. die großen generaldirektoren lachen und freuen sich.
mindestpensionistinnen sind für die wahrung des bankgeheimnisses, weil sie fürchten, dass jemand sehen könnte, wie viel sie dem enkerl zu weihnachten geschenkt haben. die großen steuerhinterzieher lachen und freuen sich.
kleine künstler sind für copyrightverschärfungen und für kopierschutz, weil sie glauben, sie kämen damit irgendwie zu geld. die großen kunstverwertungsagenturen lachen und freuen sich.
wenn man immer mehr geld in zerschnittene gartenschläuche pumpt, werden davon die pflanzen nicht grüner. stopft die löcher!
Sie ist jedenfalls ganz sicher kein einfacher Kampf der Kleinen gegen die Großen.
Auch große Konzerne würden von einer Aufweichung des Urheberrechts profitieren, etwa Google, Facebook & Co. und es würde mich nicht überraschen, wenn die der Piratenbewegung helfen.
Wenn kleine Musiker an Plattenfirmen ausgeliefert sind, hat das nur mehr sehr wenig mit dem Urheberrecht zu tun. Sofern die Musik von einer Art ist, die relativ günstig zu produzieren ist, braucht man keine große Firma. Musik verschenken kann man jetzt schon und für viele Musiker geht das gut.
Wenn man aber aufwändigere Produktionen braucht, wird man so oder so auf Kapitalgeber angewiesen sein und diese werden einen ROI sehen wollen. Daran ist das Urheberrecht nicht schuld.
Legalized file sharing, shorter protection times for the commercial copyright monopoly, free sampling and a ban on DRM.
These are the main points of the proposal for copyright reform that the Pirate Party is advocating and which the Greens/EFA group in the European Parliament adopted as its group position in September 2011.
This is a constructive alternative to the controversial ACTA agreement and to the criminalization of the entire generation of youths. This booklet explains why such a reform is both necessary and sustainable and will benefit both citizens and artists.
http://www.copyrightreform.eu/
Aber wehe man verdient sein Geld als Rechteinhaber und muss mit ansehen wie alles umsonst im Internet landet, puh, dann sieht die Welt gleich nicht mehr so rosig aus. Begreift sich endlich das Content. Icht auf Bäumen wächst und man dafür genauso Zahlen muss wie für den Elektriker oder das Kebab beim Türken um die Ecke.
Erkläre mal, was man als bereits seit Jahrzehnten Toter noch davon hat, dass das eigene Werk nicht gemeinfrei ist. DRM nützt nur den DRM-Entwicklern, zahlende Kunden müssen sich mit Un-Dateien ärgern, die sich, obwohl legal "erworben", auf den eigenen Geräten nicht abspielen lassen, Raubkopierer saugen die vom DRM befreiten überall abspielbaren Dateien. Wie Filesharing unterbunden werden soll, ohne das Internet abzuschalten, sollte mir auch mal wer erklären. Viele Werke sind leider vergriffen - man kann sie nur noch über Filesharing bekommen. Hier müsste eine alternative Vergütungsmöglichkeit geschaffen werden - so etwas wie eine Kulturflatrate zum Beispiel - statt die Jugend zu kriminalisieren.
Die Kinder haben was davon, und da viele Künstler zu Lebzeiten viel weniger verdienen als Leute mit sonstigen Beschäftigungen – und die kunstschaffende Aktivität der Eltern den Kindern oft Opfer abverlangt, bzw. sie im Zusammenhang damit konkrete Leistungen erbringen (zB: Ordnung/Verwaltung des Nachlasses) – ist das auch tendenziell gerecht.
ähm, die kinder von seit jahrzehnten verstorbenen künstlern sind mindestens jahrzehnte alt und können selber für ihr einkommen sorgen. es is ja auch nicht so, dass jeder andere von seinen eltern was erbt. hat ja ned jedes alte muaterl die millionen in der matratze angespart.
wenn sie ein haus gebaut und kinder haben, halten sie es fuer "normales recht", dass ihre kinder das haus erben und es nicht nach ihrem ableben von jedermann benutzt oder verkauft werden kann.
so simpel ist das.
was mich aergert, ist die annahme, dass immaterielles gut (geistiges eigentum am eigenen kulturschaffen), das als materielle lebensgrundlage fuer den produzenten genuetzt werden kann, von vielen einfach als allgemeingut angesehen wird. von leuten, die aber IHR handy, IHREN computer, IHRE festplatte und IHR auto mit zaehnen und klauen als IHR EIGENTUM verteidigen.
Die "erblichen Rechteverwalter" sind die schlimmsten. Bei deren Logik, hätte heute noch irgendwer das Patent aufs "Feuermachen".
Der Unterschied zwischen 'geistigem' und 'materiellem' Eigentum ist der, dass ersteres für die zivilisatorische Weiterentwicklung der Menschheit benötigt wird - Ihr Handy, Auto, Haus etc benötigt die Menscheit nicht, das können Sie gerne behalten und unbeschränkt weitervererben.
sind wir von madonna aber lichtjahre entfernt.
warum reden alle nur von massenmarkt-unterhaltungsmusik?
urheberrecht hat auch mit klassischen musikerInnen, jazzerInnen, illustratorInnen, bildhauerInnen, malerInnen, fotografInnen, voiceover-sprecherInnen, belletristInnen, journalistInnen, werbetexterInnen, sonstigen autorInnen und allen arten von übersetzerInnen zu tun.
das sind alles berufsstände, bei denen die leute eher ums überleben kämpfen als im geld schwimmen und ohne gesetzliche definition der geldwerten nutzungen ihrer werke noch schlechter gestellt wären.
und wenn ich materielles eigentum vererben kann, wäre es unlogisch, geistiges eigentum garnicht vererben zu können.
(die offenbar cool ist) und der Abgabe auf Speichermedien (die auch ein pauschaler Vergütungsmechanismus ist, aber offenbar ganz böse)?
Mir kommt vor, der einzige Unterschied ist der: bei der Kulturflatrate ist die Aufteilung der Einnahmen noch ganz vage und alle versprechen sich davon einen kleinen warmem Geldregen. Die Festplattenabgabe ist aber konkret, und klarerweise, sobald es einen Aufteilungsschlüssel gibt, bei dem die einen mehr und die anderen weniger bekommen, haben einige was dagegen. "Weg mit dem ganzen System" ist aber eine sehr billige Antwort: die eigentliche Herausforderung ist, einen konkreten, praktikablen Vorschlag für einen Aufteilungsschlüssel zu machen, der gerechter wäre.
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