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Bern - David Weiss vom Künstlerduo Fischli/Weiss ist tot. Der Künstler verstarb am Freitagmorgen 65-jährig in Zürich. Die Galerie von Fischli/Weiss in den USA, Matthew Marks Gallery, bestätigte in der Nacht zum Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine Meldung des Onlinemagazins "Art in America".
David Weiss wurde 1946 in Zürich geboren und an Kunstgewerbeschulen in Zürich und Basel zum Bildhauer ausgebildet. Im vergangenen September war er an Krebs erkrankt. Die Zusammenarbeit mit dem sechs Jahre jüngeren Peter Fischli begann 1979. Ihre erste Arbeit war die "Wurstserie" - eine Serie von Fotografien mit Würsten und Wurstscheiben, die sie unter anderem mit Bildern eines Verkehrsunfalls oder einer Modeschau kombinierten.
"Der Lauf der Dinge" als Durchbruch
Fischli/Weiss arbeiteten mit Videosequenzen, Fotografien, Skulpturen oder Multimedia-Installationen. Zudem erstellten Fischli/ Weiss zahlreiche Kunstbücher. Bei ihren Skulpturen und Installationen verwendeten sie vor allem Polyurethan. Spezialität des Künstlerduos war, Gegenstände oder Situationen aus dem Alltag oder der Welt der Kunst neu zu arrangieren und damit ironisch und humorvoll infrage zu stellen.
International bekannt wurden sie 1987 mit ihrem Film "Der Lauf der Dinge", der eine Nonsens-Maschine zeigt. Die Kamera fährt entlang eines 40 Meter langen Aufbaus mit verschiedensten Gegenständen. Nach dem Dominoprinzip werden dabei die Bewegungsimpulse an den nächsten Gegenstand weitergegeben. Dabei verursachen überlaufende Gefäße, rollende Pneus, glitschige Seifen oder bröckelnde Zuckerstücke überraschende Kettenreaktionen. Der 30-minütige Film wurde für die documenta 1987 produziert und gehört zu den meist gesehenen Kunstfilmen aller Zeiten. 2008 wurde der Film und die gleichnamige Installation in Zürich für 1,02 Mio. Franken (668.327 Euro) versteigert.
Platz 26 der besten Künstler
Die Werke von Fischli/Weiss wurden und werden in den renommiertesten Galerien und Museen ausgestellt. Unter anderem hatten die Künstler Ausstellungen in der Tate Modern in London, dem Guggenheim-Museum und dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Pompidou in Paris, dem Kunstmuseum Basel und dem Kunsthaus Zürich.
2003 wurden Fischli/Weiss bei der Biennale in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet für eine Installation mit über 1000 scheinbar sinnlosen Fragen in verschiedenen Sprachen, die an eine Wand projiziert wurden. 2006 erhielten sie den Roswitha-Haftmann-Preis, 2010 den Kölner Wolfgang-Hahn-Preis, der von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig verliehen wird.
Im April diesen Jahres wurden Fischli/Weiss auf der Rangliste der besten 100 Künstler weltweit im Jahr 2012 auf Platz 26 geführt. Die Rangliste "Kunstkompass" wird seit 1970 zunächst von der deutschen Zeitschrift "Capital" und später vom "manager magazin" veröffentlicht. (APA, 28.4.2012)
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