Schiitenprediger Sadr gegen drittes Mandat für Al-Maliki

27. April 2012, 21:41

Treffen mit kurdischer Führung in Erbil

Najaf - Der irakische Schiitenprediger Moktada al Sadr hat sich gegen einen sofortigen Sturz der Regierung ausgesprochen. Zugleich wandte er sich am Freitag gegen eine Kandidatur von Ministerpräsident Nuri al-Maliki für ein drittes Mandat im Jahr 2014, wie enge Mitarbeiter mitteilten. Sadr traf in Erbil, der Hauptstadt des Kurdengebiets im Nordirak, mit dem kurdischen Staatschef des Irak, Jalal Talabani, dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion, Massud Barsani, und Regierungschef Neshirvan Barzani zusammen.

Im Gegensatz zu Sadr drängen die Kurden und die nicht religiöse Gruppierung Irakiya auf einen Misstrauensantrag gegen al-Maliki, dem sie zu viel Machtfülle vorwerfen. Der Sadr-Block ist mit seinen 40 Parlamentsabgeordneten Teil der großen schiitischen Koalition, die über 159 der insgesamt 325 Sitze verfügt. Der seit 2006 amtierende Maliki hatte im vergangenen Jahr angekündigt, nicht für ein drittes Mandat kandidieren zu wollen, war davon später aber wieder abgerückt.

Die Beziehungen zwischen Kurden, Schiiten und Sunniten sind zunehmend gespannt. Kurdenpräsident Barsani warf al-Maliki kürzlich vor, den Irak wieder zu einer Diktatur machen zu wollen. Der sunnitische Vizepräsident Tarik al-Hashemi, der nach der Ausstellung eines Haftbefehls gegen ihn wegen Unterstützung des Terrorismus in die Kurdengebiete geflohen ist und sich derzeit in der Türkei befindet, wirft al-Maliki ebenfalls vor, seine Koalitionspartner von der Macht ausschließen zu wollen. (APA, 27.4.2012)

Der verdutzte Sadr ist in Erbil auf dem Flughafen nach seinem Reisepass gefragt worden.
Sachen gibts.

die irakische Kurden sind gerade dabei, sich von dem rest-iraq zu verabschieden, falls al-maliki weiterhin so aggressive und demokratiefeindliche politik verfolgt. sind alles aussagen von barzani selbst

neulich bei einer diskurs über den zukunft der kurden, sprach auch ein kurde aus erbil. er meinte, die kurden haben es versucht, aber ist unmöglich, weil die restlichen nicht multinational und demokratisch handeln.

man hat sogar ein zentralbank im iranqi-kurdistan gebaut. also ist es weniger verwunderlich, dass die leute nach dem pass gefragt werden. alles deutet draufhin, dass sich die grenzen dort unten verschieben werden, um die nach dem ersten weltkrieg willkrrlich gezogenen grenzen zu korregieren.

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