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Für Spanien kommt es derzeit knüppeldick: Während die Arbeitslosigkeit in lichte Höhen steigt, fällt der König bei der Elefantenjagd in Afrika. Und wenn dann noch Real Madrid und Barça innerhalb von 24 Stunden aus der Champions League fliegen, wäre eigentlich für ausreichend Wehklagen gesorgt. Doch kurz darauf sieht sich auch noch die Ratingagentur Standard & Poor's zu einer Herabstufung der Bonität der stolzen Nation genötigt.
Starker Tobak für ein Land, das vor gar nicht allzu langer Zeit für Reformen, atemberaubenden Aufholprozess und Haushaltsdaten vom Feinsten gepriesen wurde. Was jetzt auf Spanien zukommt, wird die Stimmung alles andere als heben: Sparpakete und Deregulierung heißt das von der EU verpasste und von der neuen konservativen Regierung gebilligte Rezept. Das wird so bald keine Entspannung bringen - im Gegenteil.
Nun muss Spanien erneut die Suppe auslöffeln, die ihr eine verfehlte europäische Politik eingebrockt hat. Niedrige Zinsen und tiefes Lohnniveau nach der Euroeinführung zogen ausländisches Kapital magnetisch an, Immobilienpreise und Gehälter explodierten. Mit der Finanzkrise wurden Gelder wieder abgezogen, das Land steht vor einem riesigen Loch in Handels- und Bankbilanzen. Wie die jetzt verordnete Rosskur ausgehen wird, ist unabsehbar. Am Konstruktionsfehler der einheitlichen Eurozinspolitik bei ungleicher Wirtschaftsstruktur hat sich nichts geändert. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, 28./29.4.2012)
Die jüngste EZB-Zinssenkung kann die Kreditnachfrage nicht ankurbeln
Schon bei der Notverstaatlichung vor dreieinhalb Jahren wurden folgenschwere Fehler gemacht
Wie wäre es mit einer Abstimmung der Regierungslinie vor Beschlüssen?
Omas Kochbuch funktioniert in einer globalisierten Wirtschaft leider nicht
Nicht nur der IWF steht ratlos zwischen Schuldenbergen und Geldflut
Das peinliche Rückzugsgefecht beim Bankgeheimnis wird zum Bumerang
Wenn im internationalen Kontext das österreichische Bankgeheimnis wieder ins Gerede kommt, sollte man die Kirche im Dorf lassen
Wer im Internet bestellt, sollte nicht über schlechte Nahversorgung klagen
Die postings sind da wirklich hilfreich:
Zuerst sinds die bösen banken, die das geld mit zu niedrigen zinsen herleihen. Als folge, weil die spanier das geistig nicht verkraften, gibts dann einen risikozuschlag.
Jetzt sind es die bösen banken und die bösen spekulanten, die zinsen mit einem raffgierigen risikozuschlag eindeutig zu teuer hergeben, wie soll das wer bezahlten. Und letztendlich sind es die bösen banken, spekulanten und EU, die dann gar kein geld mehr leihen. Wenigstens stehen die schuldigen fest.
sollte man fuer Tierschutzzwecke gegen einen Obolus zur Schau stellen und all die Arbeitslosen sollten seine Schloesser besetzen.
Ich frag den Pendler, ob der Koenig von den Elefanten verflucht wurde und deshalb zu Fall kam? http://www.youtube.com/user/00derpendler
Typischer Schnauder: Eine identische Zinspolitik für einen Wirtschaftsraum, der von California und Massachusetts bis Kansas und Idaho eine VIIIEEELLL größere Wirtschaftsbreite erfasst, die gibt's seit mehr als 100 Jahren.
Aber nicht in der Euro-EU. Der Spread zwischen Deutschland oder den Niederlanden und Griechenland und Portugal ist riesig.
Ergo?
Ergo: Euro-Anleihen, und keine landesspezifischen Euro-Anleihen mehr.
Were mag das nicht? RICHTIG! Die Spekulanten.
Euro-Anleihen würden de facto den Staaten die Kontrolle über die eigene Kreditaufnahme entreißen. Die Haftung für Staatsschulden würde automatisch über die gesamte Eurozone verteilt werden. Starke Länder müssten in Zukunft höhere Zinsen zahlen, um sich am Anleihenmarkt Geld zu besorgen. Es wäre ein enormer Verlust an nationalstaatlicher Souveränität. Niemals stand ein solcher Schritt zur Debatte, als der Euro gegen den Willen einiger Länder eingeführt wurde, ja er wurde sogar explizit zu deren Beruhigung ausgeschlossen.
Man kann freilich für eine föderale Lösung werben. Doch diesmal müsste man die Leute überzeugen und Referenden gewinnen. Deutschland bräuchte nicht weniger als eine neue Verfassung, um Euro-Anleihen zustimmen zu können.
Die Euro-Krise offenbart, dass es eine kontinentale Kommunikation in Europa nicht gibt. In einem funktionierenden Währungsgebiet müssten in der jetzigen Krise Arbeitskräfte aus schwachen Regionen in starke abwandern. In den USA geschieht dies ständig. Für einen Portugiesen ist es jedoch nicht so einfach, in den finnischen Arbeitsmarkt integriert zu werden, ein Grieche tut sich in Deutschland oder Österreich schwer, Iren suchen nicht etwa in anderen EU-Staaten (Ausnahme: UK) Arbeit, sondern wandern gleich nach Kanada, Australien oder Neuseeland aus usw. Die Arbeitnehmermobilität ist im Gegensatz zum Güterverkehr in der EU aufgrund der Sprachenvielfalt sehr viel eingeschränkter als zwischen US-Bundesstaaten.
Wenn Sie die Euro-Länder wieder in Lira, Francs, DM, Peseta, etc. aufsplittern, geben Sie dem Affen Zucker. Die Herren Soros et Compagnie plus die Hedgefonds werden sich riesig freuen. Man spekuliert herrlich mit der wirtschaftlichen Gesundheit der Länder, macht Milliarden (was heißt, Billionen!) und schwert sich nicht um Arbeitslosigkeit, Armut etc.
Und genau das passiert, wenn sich langfristig die Euro-Länder mit Spread finanzieren müssen, denn dann platzt der Euro wirklich irgendwann.
Ergo sind nur Euro-Bonds geeignet, die Zukunft der Europäiscshen Union (und der europäischen Länder) etwas besser abzusichern.
Wenn Sie Volkswirtschaftler sind, versuchen Sie, politisch aktiv zu werden und Ihre Meinung zur Mehrheitsmeinung zu machen.
Wenn Sie kein Volkswirtschaftler sind und die Materie für Sie vielleicht zu kompliziert ist, wählen Sie einfach nur jene politischen "Experten", die Ihre Meinung zur Mehrheitsmeinung machen könnten (= ÖVP zum Beispiel).
Wenn beides für Sie nicht in Frage kommt, haben Sie das Recht, Ihre Meinung von sich zu geben, zu schweigen oder zu schauen, ob Sie eine mächtige Bewegung organisieren können, die Ihre Meinung zur Mehrheitsmeinung machen könnte.
In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Glück. Die Euro-Bonds werden zu 80% kommen.
Eine gemeinsame Währung in einem Wirtschaftsraum bringt sicher einige Vorteile (Wechselkursrisiko, Preisvergleich etc.). Aber dem stehen nun Kosten für den Erhalt des Währungsraums (Rettungsschirme, Feuerwände und wie das alles genannt wird) gegenüber. Hier wäre die EZB bzw. die Kommission aufgefordert einmal Kosten und Nutzen abzuwägen! Wetten, sie tun es nicht?!
vielleicht sollte man alle illegalen und semi-legalen (korruption) bauten abreissen .... spanien hätte nicht nur sofort wieder einen bauboom, sondern auch die chance die allerschlimmsten bausünden zu korrigieren ...... PS: die costa del sol sollte man überhaupt planieren und neu bauen lassen ...
"Am Konstruktionsfehler der einheitlichen Eurozinspolitik bei ungleicher Wirtschaftsstruktur hat sich nichts geändert."
Wer den Einheitszins bei ungleicher Wirtschaftsstruktur im Euro-Raum als Konstruktionsfehler begreift, muss konsequenterweise zumindest den Austritt einzelner Staaten aus dem Euro-Raum, im Extremfall sogar dessen Komplettauflösung befürworten. Gefangen in der Euro-Zwangsjacke ohne die Möglichkeit zur Abwertung werden die Peripheriestaaten niemals wieder wettbewerbsfähig werden können.
"... we see an increasing likelihood that Spain's government
will need to provide further fiscal support to the banking sector.
As a consequence, we believe there are heightened risks that Spain's net
general government debt could rise further."
... sind nicht viel mehr als das Aggregat der Darlehen an die Bevölkerung und den Staat. Sie sind in Schwierigkeiten weil die Schuldner (Personen, Gebietskörperschaften etc) ihre Kredite nicht bedienen können. Lässt man "die Banken" in Konkurs gehen, so verringert dies die Kapazität im Land weiter Schulden zu machen. Spanien braucht jedoch heuer 100e Milliarden neues Geld, um das Budgetdefizit weiter zu finanzieren.
klar, Spanien hätte es natürlich viel leichter, wenn die Spanische Nationalbank ohne Grenzen Pesos drucken würde... dann wäre alles viel besser und die Spanier könnten wie bisher Siesta halten...
Fakt ist, dass es in Spanien kaum wettbewerbsfähige Produkte gibt.. Ein wenig Landwirtschaft, Tourismus, Kunst und Kultur... und natürlich interne "Dienstleistungen", unproduktive Beamte... viel zu wenig um auch nur annähernd den Lebensstandard finanzieren zu können, den man offenbar als EU Mitglied mittlerweile als Menschenrecht ansieht...
Wir alle leben in Europa seit Jahren primär auf Staats- und privaten Schulden, und wir streiten uns wie man einen Kuchen besser verteilen kann der schon lange nicht mehr hier gebacken wird...
Die von Ihnen genannten Unternehmen wie die Bank Santander, Telefonica oder Sara sind Dienstleistungsfirmen oder, wie im Fall Zara, eine Fetzentandlerei, die sich doch nicht mit Ingenieurs-Know-Konzernen wie VW, Daimler, Siemens, Peugeot, EdF u. ä. vergleichen können. Gleiches gilt für Portugal, Griechenland, mittlerweile sogar für GB - oder können Sie ein britisches Produkt nennen, das in Kontinentaleuropa nachgefragt ist (Whisky und ähnliche Nischenprodukte sind ja kein ernsthaftes Gegenargument). Und weil die, die exportieren und die, die (nur mehr) importieren immer weiter auseinander driften, macht es bald einmal einen Knall. Und der ist das Ende der Euro-Zone in der bisherigen Form. Sie werden es erleben.
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