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Das diktatorische Regime des weißrussischen Präsidenten Lukaschenko hat in Russland und in der Ukraine Schule gemacht, sagte der jüngst freigelassene Oppositionelle, Dmitri Bondarenko, im Gespräch mit Tatjana Montik in Minsk.
STANDARD: Sie haben vor kurzem behauptet, ganz Weißrussland sei bedeckt mit einem Netz von Gefängnissen, Lagern und Strafkolonien. Ist das wirklich so schlimm?
Bondarenko: Die offizielle Information lautet: Auf 100.000 Menschen gibt es in Weißrussland doppelt so viele Gefangene wie in Kasachstan oder in der Ukraine und um das Zehnfache mehr als in den EU-Ländern. Viele sitzen hier noch wegen wirtschaftlicher Delikte, wofür etwa in Russland oder in der Ukraine nur Geldstrafen vorgesehen sind. Wir haben zwei Strafkolonien, dutzende Gefängnisse und sogenannte freie Sträflingssiedlungen. Wenn man sie alle auf die Landkarte zeichnet, bilden sie ein dichtes Netz. Dazu denke man sich zigtausende Menschen, die dieses System bedienen und bewachen. So ergibt sich ein großes Gefangenenlager mitten im geografischen Zentrum Europas.
STANDARD: Warum unterschrieben Sie den Antrag auf Begnadigung?
Bondarenko: Ich gehöre ja zur Mannschaft Sannikows (Ex-Präsidentschaftskandidat, der mit Bondarenko freigelassen wurde, Red.). Wir haben zusammen gekämpft. Ich habe Andrej seinerzeit überredet zu kandidieren, obwohl ich wusste, dass die Risiken groß sein würden. Und ich wusste, welche Schikanen Sannikows Familie während unserer Inhaftierung erlitt. Man wollte ihm seinen kleinen vierjährigen Sohn wegnehmen und ihn ins Kinderheim stecken. Als ich erfuhr, dass Sannikow einen Antrag auf Begnadigung stellte, habe ich mich ihm angeschlossen - aus Solidarität.
STANDARD: Nehmen Sie die Drohung Präsident Lukaschenkos ernst, er würde Sie und Sannikow wieder ins Gefängnis werfen?
Bondarenko: Mehr als ernst. Wir können jederzeit wieder hinter Gittern landen. Es gibt viele Beispiele, dass jene, die begnadigt wurden, bald wieder im Gefängnis landeten. Zudem schließe ich nicht aus, dass ich ‚zufällig‘ an einem Infarkt oder Schlaganfall sterben oder ‚rein zufällig‘ bei einem Autounfall ums Leben kommen könnte. All das ist durchaus möglich in unserem Land. Wir Weißrussen leben leider nicht in der zivilisierten Welt.
STANDARD: Wie charakterisieren Sie das politische System?
Bondarenko: Es ist eine Art lateinamerikanische Diktatur, bei der nur 15 bis 20 Prozent im privaten Eigentum sind und der regierende Clan 80 Prozent des Staatseigentums ausbeutet. Deshalb kämpfe ich auch für ein europäisches Weißrussland. Doch wenn Russland uns Hindernisse in den Weg legt, kann unsere Diktatur noch 100 Jahre lang dauern.
STANDARD: Woraus schöpft Lukaschenkos Regime seine Kraft?
Bondarenko: Es hat Bestand dank seiner Beziehungen zu Russland und zur sogenannten schwarzen Internationalen, also zu Syrien, dem Iran, Nordkorea, Libyen, Venezuela, früher auch Serbien. Und das ist eine riesige Allianz mit großen Ressourcen. Dazu kommt Hilfe aus Russland. Die EU wollte dieses Problem mit dem Rat bewältigen, wir sollten unsere Probleme aus eigener Kraft lösen. Nein, eigene Kräfte sind nicht ausreichend. Denn Weißrussland ist in vielem ein Problem für ganz Europa. Also sollte man es gemeinsam lösen.
STANDARD: Warum ein Problem für ganz Europa?
Bondarenko: Als Boris Jelzin noch russischer Präsident war, warnten wir unsere Freunde in Moskau vor einem Übergreifen der weißrussischen Diktatur auf Russland. Damals lachte man uns aus. Und nun? Was sehen wir? Putin hat vieles bei Lukaschenko entlehnt. Und die Ukraine ist inzwischen politisch ,weißrussifiziert‘ worden. Also haben wir bereits drei diktatorische oder zumindest halbdiktatorische Regime am Stück. (DER STANDARD, 28.4.2012)
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Danke für dieses Interview. Endlich hilft der Standard mit, aufzuzeigen, warum die Sache wirklich ernst ist! Leider liest man ja nur von der EM damit verbunden völlig überflüssige und dumme Kommentare der Unwissenden.
Danke an den Standard!
ist dieses Land schon reif für Demokratie? Nichts schlimmer als diese failed states vor unserer Haustür, die uns mit Kriminalität, Prostitution und Mafiösen Strukturen überschwemmen. Manchmal ist die Diktatur das geringere Übel.
tschuldigung aber dieser typ redet so ein schwachsin daher von wegen diktatur und gefängnisse und so. wen beschreibt er was die amerikaner drüben haben oder bald haben werden hoffentlich nicht hier in europa aber wer weis. ausserdem putin und janukowitsch wurden vom volk gewählt und nicht ausserwählt sowie die amis das machen bei denen sind alles nur scheinwahlen und mehr nicht.und ich kenne viele die schon in nord korea waren oder weissrussland von einer diktatur hat man nichts gesehen.aber ok das ist ja das was uns der westen und die angloamerikaner vorgaukeln alles blödsin.
Die Sache ist wann ist eine Diktatur schlecht? Ich glaube das z.b. Putin zwar demokratisch gewählt worden währe aber nicht mit so einem Vorsprung. In Russland bringt einem eine Demokratie nichts. Es werden Reformen Gebrauch und keine ewigen sinnlosen und dummen Diskussionen wie hier. Was der Westen nicht versteht, man kann auch in einer Diktatur glücklich sein und Opposition heißt oft nicht " Wir wollen Demokratie und Menschenrechte" sondern " Wir wollen macht und gelt helft uns und wir zahlen".
Nicht jeder aufstand der sagt wir wollen Demokratie will das, viele wollen einfach macht und Geld welches sie unter der jetzigen Führung nicht haben können
sowohl lukaschenko als auch putin würden nicht schlecht bei offenen wahlen abschneiden. aber sie wollen das risiko nicht eingehen. der fundamentalkritikpunkt einer diktatur ist, dass sie keine legitimation hat. sie kann ihre macht nur gegen den willen des volkes aufrecht erhalten. da kann man nicht zw. guter und schlechter diktatur unterscheiden, egal was für ergebnisse sie erziehlt. aber sie befürworten best. auch noch zwangshen, solange der mann die frau nur selten schlägt und sonst eig. ganz nett ist, oder?
als hätte ien anderes system jemals funktioniert. was glauben sie denn wie jemand firmenchef wird? waren Sie schonmal auf einer hauptversammlung(=wahl) einer großen Aktiengesellschaft(=staat)? alle stimmberechtigten(besitzer und mit ihrem geldanteil "bürgendenen" wählen den vorstand(=parlament) =indirkete demokratie). alles wird wird von den geldbürgenden bestimmt(von wem den auch sonst, von Ihnen?) gewählt o sind die besitzer(direkte demokratie). genauso läufts in einem kapit.-demokr. staat (alle(+einkommenslose(schwache) die mit ihrem geld/steuern "bürgen" + wählen(aber gleichberechtigt und nicht nach steueranteilen aufgeteilt) die entscheidungsträger)
ich erklärs nochmal. das wäre sozialismus ala arbeiter und bauernstaat. im kapitalismus funktioniert alles über das eigentum. die eigentümer(die finanziell dafür aufkommen) einer firma bestimmen den chef oder führen diese tätigkeit selbst aus. ich zahle nur solange steuern, solange ich mitbestimmen darf, wer der chef im staate ist. schließlich ist es mein staat(zu einem buchteil). im demokratischen staat bestimmen nicht die mitarbeiter(also beamte) sondern die eigentümer wos langgeht!
um im bsp. zu bleliebn, die mitarbeiter des unternehmens entspräche praktisch den staatsbeamten, die die mitarbeiter des staates sind. beides kann sich in beiden bsp. überschneiden. ich kann beamter und wähler, aktienbesitzer und mitarbeiter sein.
er würde herausfinden müssen, dass es in sowjetisch-kommunistischen kolchosebetrieben so ablief, dass die mitarbeiter automatisch zu eigentümern der ganzen produktion wurden und den chef bestimmen konnten. das ist an sich eine sozialistische forderung.
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