Donnerstag muss bleiben

  • Grissemann und Stermann in "Willkommen Österreich".
    foto: tvthek.orf.at

    Grissemann und Stermann in "Willkommen Österreich".

Sie bringen für den echten Freitag Büro-Plauderstoff - Und schon ist wieder eine Woche überlebt

"Bin wahnsinnig gerne da, wo ich gerade bin", schnurrt Mime Gregor Bloéb bei Grissemann & Stermann. Und zu vermuten ist, dass das Duo in Eigensache einen ähnlichen Satz formulieren würde - ob des Gerüchts, dass es von Donnerstag auf Dienstag verlegt werden könnte, falls sich die Pläne der ORF-Thinktanks in diese tragische Richtung verirren sollten.

Wäre gefährlich. Ähnliche Highlights, die ihre ideale TV-Position gefunden haben, hat der ORF ja wenige im Schaufenster. Das Witz-Duo jedoch, auf relativ verlustlose und niveauhaltende Art und Weise ist es Mainstream geworden und gibt dem "kleinen Freitag" auch noch Zusatzssinn. Die Woche neigt sich ja an diesem Tag für Arbeitende dem Ende zu; nicht blitzschell indes, weshalb sich am Abend beim Duo noch Motivation für die Restwoche sammeln lässt.

Grissemann & Stermann bringen für den echten Freitag Büro-Plauderstoff, ihre Pointen und Grobheiten lassen sich gut nachstellen wie besprechen. Und schon ist wieder eine Woche überlebt. Man hat sich womöglich darüber unterhalten, wie sanft sie mit Bloéb umgegangen sind. Wie gütig sie sich auch gaben, als der schauspielende Jäger aus Tirol kundtat, nur jene Lebewesen zu töten, die er selbst auch verspeist (also jährlich eine Gams, ein Reh und einen Hirschen). Und erst die Zwischenspielchen mit dem Bundespräsidenten!

Sollte dieser freitägliche Gesprächsstoff ausfallen, drohen in heimischen Büros Depressionen und Invasionen an Krankenständen wie Gehaltsforderungen (Freitagszuschlag!). Der ORF sollte sich also seiner Verantwortung für den Seelenfrieden im Lande bewusst werden und den TV-Donnerstag gefälligst in Ruhe lassen. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 28./29.4.2012)

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