Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

"Jedes Kind hat seine eigene Geschwindigkeit."

Doris Kittler zeigt 25 Schüler zwischen sechs und zehn Jahren verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichsten Bedürfnissen, die gemeinsam unterrichtet und doch individuell betreut werden.
"Die Menschen sind vom Schulsystem frustriert", sagt die Wiener Regisseurin Doris Kittler. Mit ihrem Film "1+1=100 oder Die Schule des Lebens" will sie zeigen, dass es auch anders geht. Kittler porträtiert eine Wiener Schule, in der Kinder selbst entscheiden, in welcher Geschwindigkeit sie Lesen und Rechnen lernen. "Die Schüler können sich ihre Zeit selber und frei einteilen und die Art und Weise, wie sie sich Themen erarbeiten wollen. Es gibt schon Ziele, bis wann die Kinder was können müssen, aber sie entscheiden selbst über ihr Tempo."
In Kittlers Augen ist eine Mehrstufenklasse die Idealform von Schule. Über mehrere Jahre hat sie die Kinder mit der Kamera begleitet. Sie erhofft sich, dass das Schulmodell flächendeckend eingeführt wird. "Die Politiker oder die Gesellschaft brauchen keine Angst davor haben, dass Menschen heranwachsen, die zu kritisch sind", sagt sie im Interview mit derStandard.at.
derStandard.at: Sie haben eine Mehrstufenklasse mit der Kamera begleitet und daraus einen Dokumentarfilm gemacht. Wie war das, als Sie die Kinder mit der Kamera konfrontiert haben?
Kittler: Ich habe diese Klasse an einem Tag der offenen Tür kennengelernt. Das Bild, das sich mir dargeboten hat, war in meiner Wahrnehmung sehr untypisch für eine Schulklasse. Normalerweise sitzen sie an ihren Tischen und schreiben irgendetwas von der Tafel ab. In dem Fall war es aber so, dass die Kinder seelenruhig am Boden ihre Arbeit gemacht haben. Sie haben sich Materialien zu einem bestimmten Thema zusammengesucht und damit gearbeitet.
Im ersten Moment sieht es wie Spielen aus. Wenn man genauer hinsieht, merkt man aber, es ist ein selbstständiges Erarbeiten von Dingen. Ein Kind ist zum Beispiel in einem großen Korb voller Kastanien gesessen und hat gelesen. Das hat mich emotional sehr berührt, und ich habe mir gedacht: Warum konnte ich nicht in so eine Schule gehen? Als ich dann anfing zu filmen, war ich praktisch wie eine von ihnen. Nach einer Weile nahm keiner mehr von mir Notiz. Dadurch konnte ich den Kindern sehr nahe kommen und alles direkt und authentisch auf die Leinwand bringen.
derStandard.at: Was unterscheidet die Mehrstufenklasse von anderen Schulklassen?
Kittler: Kinder zwischen fünf und zehn Jahren arbeiten gemeinsam in einer Klasse. Verschiedenaltrige lernen voneinander oder auch ein hochbegabtes von einem sogenannten behinderten Kind. Kulturelle und soziale Abstammung, Alter, Geschlecht oder Begabungen werden zwar ernst genommen, stehen aber hinter dem Prinzip der Gleichwertigkeit aller Kinder.
In der Früh entscheiden alle für sich, was sie tun wollen. Wo will ich weiterkommen? Die Schüler können sich ihre Zeit selbst und frei einteilen und die Art und Weise, wie sie sich Themen erarbeiten wollen. Es gibt schon Ziele, bis wann die Kinder was können müssen, aber sie entscheiden selbst über ihr Tempo.
Beim Lesenlernen gibt es naturgemäß unterschiedliche Geschwindigkeiten. Manche beherrschen es in der ersten Klasse, manche in der dritten. Jedes Kind hat seine eigene Geschwindigkeit. Es ist nicht wichtig, wann das Kind was lernt, sondern dass es etwas lernt. Im Vordergrund steht, dass es ohne jeden Notendruck besonderes Interesse am Lernen entwickelt. Die Motivation ist nicht etwa Angst vor der Lehrerin oder vor einer schlechten Note, sondern die eigene Lust am Lernen soll Motivation sein. Im Mittelpunkt stehen die Kinder und nicht das System oder die Lehrer. Diese Begeisterung, die die Kinder vermittelt bekommen, ist in meinen Augen ein Kernpunkt dieser Mehrstufenklasse.
derStandard.at: Was entgegnen Sie Kritikern, die meinen, es fehle in der Mehrstufenklasse an Struktur?
Kittler: Die Kritiker lade ich freudig ein, meinen Film im Kino anzusehen. Viele denken, das sei nur Kuschelpädagogik und die Kinder würden zu wenig lernen. Ich kann nur sagen: Die Kinder werden gut gefordert und lernen wahnsinnig viel. Sie schaffen die spätere Umstellung auf Regelschulen mit Noten und strengerem Stundenplan ohne Lernprobleme und sind hervorragende SchülerInnen.
derStandard.at: Sie haben die Mehrstufenklasse an der Wiener Volksschule Brioschiweg im 22. Bezirk begleitet. Dabei handelt es sich nach wie vor um einen Schulversuch.
Kittler: Es ist eine Mehrstufen-Integrationsklasse, die als Schulversuch in einer ganz normalen öffentlichen Wiener Volksschule geführt wird. Er läuft seit ungefähr 13 Jahren, und es ist ganz wichtig zu betonen, dass es davon mehr als hundert in ganz Wien gibt. Das heißt, das Modell ist eigentlich schon etabliert, aber es ist immer noch ein Schulversuch, für den jedes Jahr wieder neu angesucht werden muss. Es stellt sich für die Schule also immer die Frage: Dürfen wir das weiterführen? Eine Mehrstufenklasse ist schon personalaufwendiger und etwas teurer. Aber ich bin sicher, dass die Politik bald auf die riesige Nachfrage, die es vonseiten vieler Eltern gibt, reagieren wird.
derStandard.at: In Ihrem Film scheint es, als gebe es in der Klasse keine Probleme. Funktioniert das wirklich alles immer so reibungslos?
Kittler: Ich bin weder Lehrerin noch Bildungsexpertin, ich bin die Regisseurin, die den Film gemacht hat. Die Lehrerinnen sagen, es hat in den 13 Jahren nur ein Kind gegeben, es war ein Kind mit besonderen Bedürfnissen, das nicht in diese Klasse gepasst hat. Das Kind war autistisch und hatte Angst vor so vielen Kindern. Es ist dann in eine Sonderschule gekommen.
Ich habe die Klasse sehr harmonisch erlebt. Und wenn es Reibungen gibt - die gibt es überall, in jeder Gruppe -, dann wird das besprochen. Jede Woche gibt es einen Klassenrat. Jedes Kind kann schreiben und vortragen, was ihm nicht gepasst hat, was es toll findet. Es geht in Richtung partizipiale Demokratie. Die Kinder fühlen sich damit wohl.
derStandard.at: Die Lehrerinnen kommen sehr engagiert rüber. Was zeichnet sie aus?
Kittler: Diese Schulform lebt von den Lehrerinnen. Sie verstehen, was sie tun, und sind irrsinnig sensible Menschen, die von Herzen engagiert sind. Sie sind fasziniert von ihrem Beruf und leben ihn hundertprozentig. Es ist gar nicht gesagt, dass es speziell Montessori-ausgebildete Lehrerinnen sind. Die eine ist Kunsthistorikerin und hat eine Ausbildung zur Sonderpädagogin gemacht. Sie hat sich ihre eigene Methode aus vielen pädagogischen Formen mit der Zeit erarbeitet.
derStandard.at: Würden Sie empfehlen, diese Schulform flächendeckend einzuführen?
Kittler: Selbstverständlich bin ich dafür. Ich glaube, dass diese 13 Jahre Schulversuch gezeigt haben, dass er funktioniert. Schaut euch den Film an und entscheidet selber. Glaubt ihr, dass diese Form funktioniert? Meine Antwort kann nur Ja sein. Warum? Ich denke, dass die Gesellschaft sehr viel davon hätte, dass Menschen heranwachsen, die selbstbewusst sind und lernen, selbstbestimmt zu handeln.
Die Politiker oder die Gesellschaft brauchen keine Angst davor haben, dass Menschen heranwachsen, die zu kritisch sind oder die vielleicht das System umstürzen. Ich glaube, dass diese Menschen unsere kranke Welt wesentlich zum Positiven verändern könnten. Es wächst eine neue Generation heran, die es in den letzten 200 Jahren nicht gegeben hat - solange dieses Bildungssystem so ausgesehen hat. Natürlich hat sich schon viel verändert, die Schulen sind nicht mehr so wie im Jahr 1850. Aber es finden sich immer noch Grundzüge aus diesem vom Militär geprägten System Schule.
derStandard.at: Welche neuen Aufgaben muss die Schule übernehmen? Welche Eigenschaften brauchen junge Menschen heute?
Kittler: Wie auch die Lehrerin im Film sagt, die Wirtschaft fordert heute Menschen, die selbst denken, kreativ und selbstbestimmt arbeiten können. Die Unternehmer beklagen sich ja über 15-Jährige, die vielleicht Mathematik beherrschen, aber sie können sie nicht brauchen, weil sie zu wenig selbstständig sind. Auf die Jungen kommen riesige Aufgaben zu, die nur mit einem radikalen gesellschaftlichen, ökologischen und politischen Wandel einhergehen können. Dafür braucht es Hirn und Herz. Herzensbildung sollte der Hauptgegenstand in allen Schulen sein.
derStandard.at: Ihr Film stößt auf viel Resonanz, die Spieldauer wurde jetzt sogar verlängert. Wie erklären Sie sich den Erfolg?
Kittler: An sich ist das eine sehr kleine Low-Low-Budget-Produktion, die jetzt ungewöhnlich starke, auch mediale Resonanz erfahren hat. Das Kino ist schon die dritte Woche so stark besucht, dass "1+1=100" vermutlich bald österreichweit gezeigt wird. Ich denke, dass es nicht nur darum geht, dass die Menschen vom Schulsystem frustriert sind. Sie spüren, dass uns das Wasser bis zum Halse steht, sehnen sich nach echten Alternativen und verstehen, dass Bildung dabei eine Schlüsselfunktion einnehmen muss. Hier bekommen die Leute ein lebendiges Bild von einem positiven Beispiel, wie Schule funktionieren kann. Und das macht sie einfach glücklich. In den Kinovorstellungen wird viel gelacht, und danach gibt es intensive und emotionale Diskussionen. Humor scheint tatsächlich eine gute Waffe zu sein. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 7.5.2012)
Doris Kittler, geboren 1969 in Wien, studierte Bühnen- und Kostümgestaltung an der Universität Mozarteum in Salzburg. Von 2000 bis 2002 arbeitete Kittler als Lektorin in Sibirien. Dort entstanden ihre ersten Dokumentarfilme. 2009 und 2010 hat sie die Proteste gegen die Errichtung des Konzertsaals der Wiener Sängerknaben am Wiener Augartenspitz filmisch dokumentiert.
1+1=100 oder Die Schule des Lebens
Ein Film von Doris Kittler | 2012 | 73 min
Filmhaus Kino Spittelberg, Wien
Mit derStandard.at/Mobil sind Sie unterwegs immer top-informiert - mit Liveberichten und Postings!
Ganztagsschule ist nicht gleich Ganztagsschule: Eine Erhebung des Unterrichtsministeriums wirft in den Ländern einige Fragen auf
Ab 2014 jährlich 160 Millionen für Investitionen und Personal - Mödlhammer will mehr Lehrer am Nachmittag
Wien mit bestem Betreuungsverhältnis - Vorarlberg bei AHS-Unterstufe top
Landeshauptleute: Die zur Verfügung gestellten Mittel ab 2014 werden auf 160 Millionen Euro verdoppelt
Falls bekannt wird, dass Lehrer Ganztagsmodell verhindern, müsse das Gesetz geändert werden, so Elmar Mayer
Tirol, Steiermark und Vorarlberg beginnen
Nachmittagsbetreuung, wie sie die Regierung will, habe mit einer richtigen Ganztagsschule nichts zu tun, sagt Stefan Hopmann
In Vorarlberg wird an einer Modellregion gearbeitet
Gewerkschaft verurteilt "primitives Lehrerbashing" - Eltern: Keine Fälle von Blockade bekannt
Damit sind im kommenden Schuljahr 80 Prozent der Hauptschulen umgestellt
Die Regierung will ganztägige Schulformen ausbauen. Bis 2018 sollen insgesamt 200.000 Plätze angeboten werden. Dafür gibt es pro Jahr maximal 160 Millionen Euro. Gegen den Willen der Lehrer geht aber auch in Zukunft nichts.
Bei entsprechendem Ausgang könnte ein Schulversuch beantragt werden
Zwischen Freizeit und Lernstunden - Ein Überblick
Trend zu Ausbau der Ganztagsangebote
Schule ein Leben lang, predigt die OECD. Und setzt auf Kompetenzen zur erfolgreichen Zukunftsbewältigung. Teilweise ist Österreich ganz gut dafür gerüstet
Gegen Schmied-Vorstoß, dass nur Eltern entscheiden - Auch AHS-Direktoren und Schüler wollen mitbestimmen
Betreuungsplätze sollen bis 2018 verdoppelt werden - Alle Schulpartner müssen zustimmen - Neue Pilotprojekte für Sprachförderung geplant
Die schwedische Pädagogin Marie Holm über die Vorteile einer ganztägigen Schulform: Kein Kind wird benachteiligt
Wie es ihnen gefällt und was sie wollen oder brauchen: Die Neue Mittelschule Maxglan in Salzburg bietet vier "echte" Ganztagsschulklassen, aber auch schulische Nachmittagsbetreuung an
Von einem integrativen Ganztagssystem profitieren nicht nur Aufstiegsverhinderte
Schule den ganzen Tag? Wie das? Zur Auswahl stehen zwei Modelle. Wie sehen sie aus? Wie sind sie zu haben? Der Standard hat Antworten.
Verknüpfung mit anderen Themen irritiert SPÖ - Kein Beschluss im Ministerrat
Faymann: "Werden sehr schnell sein" - Kopf: Finanzierung nicht "ideologisch" diskutieren
Warum das "Schreckgespenst Ganztagsschule" durchaus Potenzial und Chancen für Schüler, Lehrer und Eltern hätte
Mein Großvater besuchte eine solche Schule, wie auch meine Großmutter.
Viel mehr als lesen und etwas rechnen konnten sie im Alter von 14 Jahren nicht, was aber auf den Bergbauernhöfen, wo sie dann zeitlebens als Knecht und Magd arbeiteten, nicht weiter störte, ging es doch nur darum, die primitiven manuellen Tätigkeiten des agrarischen Lahreslaufes auf Geheiß des Bauern hin auszuführen.
Wir haben es immer noch nicht gelernt.
Die Kinder sind nicht die Verfügungsmasse, die man nach Belieben in die Ecke oder in die Mitte stellen kann.
Die Vorgabe "Die Kinder entscheiden selbst" ist nicht weniger problematisch als die Vorgabe Frontalunterricht. Warum müssen wir immer die Schablone vorgeben? Warum verdrängen wir ständig mit wechselnden Schablonen die Realität? Als Ich-kann-Schule-Lehrer finde ich es wesentlich interessanter, erst einmal wahrzunehmen, was überhaupt real gegeben ist. Dazu kommen wir offensichtlich über einer immer hitziger geführten Schablonendiskussion gar nicht mehr.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe
werden Kritiken gleich abgewiegelt und fortschrittliche Konzepte und Beispiele sofort, als nicht generell anwendbar, abgestuft. Oder ihnen gleich eine "feindliche" Ideologie zugeschanzt, ...
Wären allerdings alle Berufsgruppen so "bildungs- und innovationsfreundlich", wie Lehrer/innen bewegten wir uns immer noch sattellos von A nach B, heizten unsere Zelte mit offenen Feuern, ...
Die Erkenntnisse der Didaktik negieren sie seit 30 Jahren, den Konstruktivismus verwechseln sie vielleicht mit dem Kreationismus?
OK, die Erkenntnisse der Gehirnforschung sind noch jung ...
Dem "Hinweis", dass es in Volksschulen besser ist, kann ich partiell zustimmen. Hilft aber nix.
Die Einklassenschule ist das Zukunfts-Konzept.
die ein bis zwei lernbegleiterInnen-schule.
pädagogInnen also, die nicht vor den schülerInnen mit erhobenem zeigefinger herumquasseln und dann sie womöglich noch be- oder auch verurteilen, sondern die sie beim lernen begleiten, sie zum lernerfolg ermutigen.
klar, weil das derzeitige wirtschaftssystem ein starres bildungssystem verlangt, in dem alle das gleiche koennen und somit austasuchbar und ersetzbar sind.
paradoxerweise wird uns natuerlich eingeredet, wir sollen kreativ und irgendwie einzigartig sein, aber nach 13 studium ist das feuer der kreativitaet bei vielen erloschen. toll, denn derart abgestumpft koennen wir dann am oeden arbeitsalltag teilnehmen.
nö, absolut nicht. Es gibt ein unglaublich breites Spektrum an Berufen und dazugehörigen Fähigkeiten in unserem 'Wirtschaftssystem'.
Meiner Erfahrung nach glauben halt sudrige Menschen dass alles daran liegt dass das "System" nicht das richtige für sie anbietet, und nicht dass es vielleicht an der eigenen Einstellung liegt
Ich bin froh, daß unsere Tochter einen Platz in einer Mehrstufen-Integrationsklasse bekommen hat. Natürlich funktioniert diese Klasse sehr gut, weil
- fast alle Kinder einen bildungsaffinen background haben, man muß sich extra bewerben, um einen Platz in einer Mehrstufenklassen zu erhalten...
- die Lehrerinnen engagiert sind, eine ist immer am Nachmittag zw. 14-15 h da in der Hausaufgaben-Hortstunde
- nur 2 absolut-kein-deutsch-sprechende Kinder in der Klasse sind, also ein gut zu integrierendes Ausmaß
- die weiteren 4-5 Kinder, die nicht österreichischer Herkunft sind ein gutes Deutsch sprechen
- die 5 Integrationskinder gut von allen aufgenommen werden.
Ich weiß nicht, ob das immer so funktionieren kann, aus genau diesen Gründen.
"aber was ist mit denen die keinen bildungsaffinen hintergrund haben? die fallen dann wieder durch den raster"
Fragen's die ELtern, wie sie ihren Teil der Verantwortung wahrnehmen.
Und: Warum sollen jene Kinder, die gute Förderung durch die Schule haben UND tolle Förderung durch die ELtern sich durch jene zurück halten lassen müssen, bei denen die Eltern auslassen?
Besser wäre, jene wo die Eltern auslassen durch freiwillige ganztagesschulen möglichst gute Förderung anzubieten, und dort wo die Eltern mehr tun bei Halbtagsschulen zu bleiben.
Es macht keinen Sinn, die gut geförderten Kinder dafür bestrafen zu wollen dass manche Eltern weniger fördern.
Die dürfen die Arbeiten machen, die übrig bleiben, wenn sich die geförderten Kinder in Berufen entfalten, die "kreativ sind und was mit Menschen".
Bitte nicht falsch verstehen, es ist keinen Eltern zu verübeln, dass sie sich Gedanken ums Fortkommen ihres Kindes machen - das ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern ihre verdammte Pflicht! Aber gleichzeitig ist es in meinen Augen die Pflicht der Gesellschaft, Kindern ohne das entsprechende Glück liebender, begabter (und begüteter) Eltern auch möglichst alle Förderung zukommen zu lassen. Nicht zuletzt im Sinne aller (es profitiert ja nicht nur der einzelne Mensch, wenn er seine Potentiale entfalten kann, sondern auch die Gesamtgesellschaft bzw. ihr Subsystem [also auch "die Wirtschaft"]
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.