Pioniere in der Krise

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bild: gregor fasching

Der größte Widerstand liegt in den Köpfen der Menschen. "Mit Lehm will niemand bauen, weil das in Brasilien ein klassischer Arme-Leute-Baustoff ist", sagt Gregor Fasching. "Und Bambus wächst hier ohne Ende, aber scheinbar ist noch niemand auf die Idee gekommen, die Pflanze als Baustoff zu nutzen." Seit einigen Jahren lebt der 33-jährige Architekturabsolvent der TU Wien mal in Österreich, mal in Brasilien. Gemeinsam mit seiner Kollegin Doris Großtessner-Hain plante er in Guarabira, Bundesstaat Paraíba, eine Schule, die diese beiden Unmöglichkeiten vereint: unten Lehmbau, und obendrauf ein Dach aus Bambusrohr. Demnächst ist Baubeginn.

Am Donnerstag wurde sein Projekt "Eine Schule für Anajô" als eine von insgesamt drei Forschungsarbeiten im Kuppelsaal der TU Wien mit dem Blue Award 2012 ausgezeichnet. Ziel dieses Preises, der 2009 ins Leben gerufen und nun zum zweiten Mal vergeben wurde, ist die Hervorhebung besonderer akademischer Leistungen im Bereich nachhaltigen Planens und Bauens. 234 Studenten aus 38 Nationen nahmen heuer daran teil. Den Siegern winken 20.000 Euro Preisgeld.

Bild: Projekt von Gregor Fasching, 1. Preis in der Kategorie "Ökologische Gebäude"

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1 Posting
Aber, das war doch immer schon so!

und wenn sie dann etabliert sind (oder sein wollen) ist´s damit auch meist vorbei. Und im Übrigen, in solch einer Umgebung nachhaltige Kreativität zu üben ist ziemlich einfach - bei uns, im Herzen des kapitalistischen Fortschrittsglaubens werden neue Ansätze meist belächelt oder als Feigenblatt zur weiteren Ausbeutungsmöglichkeit verwendet.
Es ist genug gebaut!

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