Mordaufrufe auf Straches Facebook-Seite

27. April 2012, 13:21
692 Postings

Extreme Postings unter Eintrag zu Brandstiftung durch 15-Jährigen mit Migrationshintergrund in Wiener Neustädter Dom mittlerweile wieder entfernt

"Darf man jetzt schon Kirchen straffrei abfackeln? Das kann und darf es nicht sein!", schrieb FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf seiner Facebook-Seite, Bezug nehmend auf einen Artikel von "Österreich", in dem es um die Brandstiftung im Wiener Neustädter Dom ging, die von einem türkischstämmigen Burschen begangen wurde.

Unter dem Eintrag fanden sich dann Postings wie diese:

"Todesstrafe einführen für das Sauvolk. Und ihnen vorher einen blutenden Sauschädel umhängen. Der gehört verräumt."

"Ein Türk ein Strick ein Baum ein Genick billigste Lösung." 

"Zündet auch ihn an!"

"Ich hätte da einen vorschlag ... in Wr. Neustadt wird gerade eine Musche (sic!) gebaut ... darf ein Österreicher die jetzt auch abfackeln ... ich würde sagen gleiches Recht für alle."

Auf die Postings angesprochen meint Strache-Pressesprecher Karl Heinz Grünsteidl, dass man "arge Postings" entfernen würde. Tatsächlich war der Strache-Eintrag danach zur Gänze inklusive aller Postings verschwunden. Generell wolle man an Straches Facebook-Auftritt festhalten. Der FPÖ-Chef mache 95 Prozent der Einträge selbst, zusätzlich würden ihn ein bis zwei Mitarbeiter neben ihrer sonstigen Tätigkeit unterstützen. Dass immer wieder problematische Postings auf der Strache-Seite zu finden seien, erklärt Grünsteidl mit den beschränkten Ressourcen, die zur Verfügung stünden. Man sei jedoch für jeden Hinweis dankbar.

Der Brandstifter, der schon zuvor auf dem Friedhofs-WC in Wiener Neustadt gezündelt hatte, hat in einem Interview mit "Österreich" beschrieben, warum er das Feuer gelegt hat: "Ich weiß auch nicht so genau. Ich rauche ja nicht einmal. Aber wenn ich ein Feuerzeug in die Hände bekomme, dann passiert immer ein Blödsinn." Es gab mittlerweile eine außergerichtliche Einigung zwischen dem 15-Jährigen und dem Dompfarrer. Den Schaden von einer Million Euro trägt vorerst die Versicherung. (rasch, derStandard.at, 27.4.2012)

  • Screenshot: Ein Teil der Hasstiraden unter dem Strache-Eintrag.
    foto: screenshot

    Screenshot: Ein Teil der Hasstiraden unter dem Strache-Eintrag.

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