"Hallo" bei Österreichern im Aufwind, "Pfiat Di" wird seltener

27. April 2012, 12:09

Spectra veröffentlicht Meinungsumfrage

Linz - Die Österreicher grüßen am häufigsten mit "Hallo". Das klassische "Grüß Gott", das zuletzt schwächelte, ist wieder am Vormarsch. Männer tendieren eher zu einem lässigen "Servus" bzw. "Servas", "Tschüss" wird öfter von Frauen verwendet. "Ba-Ba" ist eine Wiener Domäne, ein joviales "Pfiat Di" ist den Bundeshauptstädtern fremd und stärker im übrigen Österreich gebräuchlich. Das ergab eine Umfrage des Linzer Instituts Spectra, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Insgesamt wird die Grußlandschaft in Österreich vielfältiger, so das Fazit der Meinungsforscher. Der Vergleich der Umfrageergebnisse mit älteren Daten zeige laut Spectra, dass "Hallo" seit dem Jahrtausendwechsel einen beachtlichen Siegeszug hingelegt habe. 1999 wurde die Formel nur von 51 Prozent verwendet, mittlerweile von 74 Prozent. Eine Renaissance erlebt derzeit "Grüß Gott": 2009 kam das nur 47 Prozent über die Lippen, drei Jahre später 64 Prozent. Ebenfalls im Aufwind ist passend dazu "Auf Wiedersehen" mit 55 Prozent (2009: 43 Prozent).

Sag zum Abschied leise ...

Eher am absteigenden Ast befindet sich "Pfiat Di", das in den vergangenen drei Jahren von 38 auf 35 Prozent abrutschte. "Tschüss", "Hallo", "Hi" und "Ciao" sind eher Formulierungen der Unter-30-Jährigen. Die ältere Generation tendiert mehr zu "Grüß Dich", "Grüß Gott" und "Auf Wiedersehen". Ein weltliches "Guten Tag" verwenden lediglich sieben Prozent der Befragten. Antiquiertere Grußformeln wie "Kompliment", "Meine Verehrung" oder "Küss die Hand" benutzen nur mehr zwei bis vier von 100 Österreichern. Ähnlich weit abgeschlagen sind importierte Grüße wie "Tagchen" oder "Grüezi".

Die Meinungsforscher haben 1.035 repräsentativ für die Bevölkerung ab 15 Jahren ausgewählte Personen in Face-to-Face-Interviews befragt. Die Ergebnisse wurden mit älteren Umfragen seit 1999 verglichen. (APA, derStandard.at, 27.4.2012)

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Beim "Hallo" erinnert mich das irgendwie ans Telefonieren - ich bin ja kein Telefonhörer!

(Ja manche sind noch mit einem Festnetz aufgewachsen ;)

absolut niemand

in vorarlberg verwendet "pfiat di" ...und im tirol wäre es mir auch noch nicht aufgefallen

??

foscht a jeder in tirol verabschiedet sich mit pfiatdi; woaß nit wo du gwesn bisch (außerfern zählt nit)

ein eigenes Phänomen: (be)grüße Sie...

Fällt mir auf als sehr spezielle Grußformel: wo man nicht mehr ganz förmlich per Sie ist, aber auch noch nicht per Du...
scheint mir relativ neu zu sein, ich kannte es zumindest bis vor ein paar Jahren noch nicht.

hm

es ist ja unglaublich arrogant, wenn mich ständig wer auffordert, gott zu grüßen, ein wesen, welches eine reine wahnvorstellung ist...

Du verstehst das falsch.

Auf "Grüß Gott" erwartet sich der Grüßende, von dir begrüßt zu werden. Zeugt nur von gesundem Selbstbewustsein, die Aufforderung so zu formulieren ;)

hm

wie bitte? wenn zu mir wer Grüß Gott sagt, dann nehme ich das naturgemäß so auf: Aufforderung: Grüß Gott - Nein, will ich nicht...

naja, und was ist mit ciao oder servus?

da bieten sich Ihnen menschen als "sklaven" (ciao = verkürzung von "vostro schiavo") bzw. "diener" an.

das stört Sie natürlich nicht? ;o)

hm

stört auch, wahnvorstellungen und größenwahn gepaart mit brutalen regeln nervt mich aber mehr

ich grüße eigentlich immer nur andere Leute

no seavas!

Hej

Kurz und dennoch vielfältig wandelbar im Ausdruck.

oioi, heho

... außerdem gibts noch von ganz unsicheren Personen, die nicht wissen, wie man ordentlich grüßt ein schwaches "heeeey" zu jeder Tageszeit.
Furchtbar! /:<

"die nicht wissen, wie man ordentlich grüßt"

.
ich seh Sie grad vor mir, wie Sie Ihr kind maßregeln: "jetzt grüß' ordentlich!!!" ;o)

Und wie man "ordentlich" grüßt ...

bestimmt wer ... sie?

Baba und foi net.

Lustig... wenn man schlechte Manieren hat, dann ist das also für Sie völlig in Ordnung?

Und "Zitronenbaum" legt fest, wie gute Manieren auszusehen haben?

Bin nur einmal im Jahr in Österreich und war heuer vos dem "Hallo" überrascht. Unangenehm.

das ist in Tirol bis heute noch

gebräuchlich und absolut nicht verwerflich

Morgen, Mahlzeit und Hallo

Mir kommt es eher vor als würde man von 05:00 h bis 10:00 h "morgen" sagen und von 10:00 h bis 17:00 h Mahlzeit.
Danach ein "Hallo".

"Mahlzeit" ist sehr flexibel. Bei mir in der Arbeit geht das nur von 11.00 bis 14.00 Uhr. Davor nur "guten Morgen" und danach nur formelle Grüße.

weil weiter unten

auch "heil" als grußform angegeben wird. ein kurzer wikipedia auszug:

"Der Heilsgruß wurde vornehmlich als Glücks- und Segenswunsch, aber auch als Trinkspruch oder zur wohlwollenden Anrede verwendet.
In Teilen Österreichs (Tirol, Vorarlberg, Pinzgau) wird Heil! (bzw. Heile!) noch heutzutage als Gruß unter Freunden verwendet, ähnlich wie in Bayern das Servus!. Das „Heil“ wurde dort schon vor der Zeit des Nationalsozialismus und des Hitlergrußes verwendet und hat sich bis heute gehalten."

ich verwende es selber andauernd. und "heil" hat absolut nichts mit dem hitlergruß zu tun!!!

einer der schönsten grüße kommt ja eigentlich aus den reihen der nichtösterreicher, da hier zeitgleich mit dem gruß, ein hilfsbereites interesse an problemen des gegenübers bekundet wird:
"hast du problem, oida?"

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