Gottesdienstbesucher in Innsbruck boykottierten Kommunion

Pfarrer hatte zuvor Gründe aufgezählt, warum man nicht zur Kommunion gehen sollte

Innsbruck - Mit einer ungewöhnlichen Reaktion haben Besucher eines Gottesdienstes am vergangenen Sonntag im Innsbrucker Stadtteil Amras auf die Kritik ihres Pfarrers aufgewartet. Nachdem der Geistliche in der Messe Gründe aufgezählt hatte, warum man eigentlich nicht zur Kommunion gehen solle, hätten die Erwachsenen den Hostienempfang komplett boykottiert, bestätigte die Diözese Innsbruck einen Bericht von "ORF Radio Tirol" vom Freitag.

Anlass war die Erstkommunion der Pfarre. Geschiedene, Wiederverheiratete und Gläubige, die nicht jeden Sonntag die Kirche besuchen - sie alle seien der Kommunion nicht würdig, habe Pfarrer Patrick Bußkamp vor der Kommunionsspende erklärt. Bei der Diözese hieß es, die Vorgangsweise sei "wenig sensibel", auch wenn das kirchenrechtlich so zu sehen sei.

Bußkamp selbst habe die Vorwürfe telefonisch bestätigt, hieß es im Radio. Verweigert hätte er die Kommunion aber niemandem. Abt Raimund Schreier, Vorgesetzter des Pfarrers, bedauerte den Vorfall und sprach von fehlender Sensibilität: "Es ist sehr unklug, bei so einer Feier das zu tun. Das habe ich auch meinem Mitbruder gesagt", wurde er zitiert.

Erst Mitte April war es zu einem Aufruhr in einer weiteren Kirche der Diözese gekommen. In Imsterberg hatte ein Priester einer Gläubigen die Kommunion verweigert. Die Betroffene vermutete, dass der Geistliche auf den Umstand reagiert habe, sie sei kirchlich nicht verheiratet. (APA, 27.4.2012)

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