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Fern ihrer Heimat stehen sie unter ständiger Beobachtung: rund 500 freiwillige US-Amerikaner. Wer lebt wie lange, wer stirbt zuerst? Denn, so das Kalkül: Leben die Referenzpersonen länger, verdient die Bank. Sterben sie früher als errechnet, erhöht sich die Rendite für den Spekulanten.
Das Drehbuch eines zweitklassigen Hollywood-Regisseurs? Mitnichten. Die Deutsche Bank bietet diese "Todeswette" seit dem Jahr 2007 an. Seitdem hat Deutschlands größtes Bankhaus in den umstrittenen Lebensversicherungs-Fonds "db Kompass Life 3" 200 Millionen Euro investiert. 10.000 Privatinvestoren beteiligten sich an dem makabren Geschäft. Nun zogen einige vor Gericht, weil sie angeblich nicht wussten, auf welch morbides Rechenspiel sie sich da einließen.
Die Pressesprecherin der Deutschen Bank, Anke Veil, will auf Anfrage von derStandard.at derweil nichts davon wissen. Allerdings bestätigt Veil, dass das Geldinstitut den Fonds, der ursprünglich noch bis 2015 hätte laufen sollen, gestoppt hat. Alexander Kainz von CLLB Rechtsanwälte in München und ehemaliger Vertreter einiger Anleger, sagte zu derStandard.at: "Hätte die Bank nicht die Reißleine gezogen, hätten wir wegen fehlerhafter Beratung und Verschweigens von Provisionen geklagt."
Millionenschwerer Ausstieg
Kritik und öffentliche Empörung waren dann doch zu groß. Der private Bankenverband Deutschlands verurteilte den Fonds nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" mit den Worten: "Das ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen." Der Bank selbst wird das Rückkaufangebot 40 Millionen Euro kosten.
Das Konstrukt des Fonds ist so komplex aufgebaut, dass selbst juristische Experten kaum durchblickten. Tatsache aber ist, dass es beim "db Kompass Life 3" keine reale Lebensversicherungspolizzen gab, die vom Fonds mit den Anlegergeldern aufgekauft wurden. Veil: "Es wurden synthetische Polizzen gebildet, an denen sich die Investoren über extra ausgegebene Zertifikate beteiligen konnten."
Mit anderen Worten: Die "Sterbe-Kandidaten" in den USA - im Alter zwischen 72 und 85 Jahren - wurden erst medizinisch begutachtet. Auf Basis bestimmter Standards und Statistiken wurden dann Prognosen zu ihrer Lebenserwartung oder Todeswahrscheinlichkeit erstellt. Dass man damit gegen ethische und moralische Vorstellungen verstoßen könnte, wollte man bei der Deutschen Bank nicht kommentieren. Überhaupt: "Wir haben den Anlegern ein Rückkaufangebot gelegt. Damit ist die Diskussion in Deutschland vom Tisch", so Veil. (ch, derStandard.at, 27.4.2012)
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daher kam von einer versicherung vorkurzem ein tolles angebot einer versicherung, die dann zum 100. geburtstag ausbezahlt wird. einzahlung nur bis zum achzigsten, dafür jederzeit auch kostenübernahme (bis 5000 euro)für den "heimtransport" des nicht mehr aktiven zellhaufens...
ist weniger die ethische Komponente, dass man Geld kriegt wenn einer stirbt ( das ist durchaus üblich), sondern das simple Faktum, dass diese Dinge also "life settlements" bzw "viaticals" in den US eine lange blutige Tradition als investment scams, also als Anlagebetrug haben.
Grund dafür sind die komplexen Konstruktionen der Produkte mit der hohen Anzahl an Zwischenlayern, die alle fest Kohle schneiden, sodass für den Investor am Ende nix übrig bleiben kann.
Diese Produkte waren auch bei uns von 2002 bis 2004 grosse Mode und die Verluste bei uns übersteigen sicher € 100 Mio.
Ich habe diesbezüglich bereits 2004 FMA und Konsumentschutzministerium etc. etc. darauf
aufmerksam gemacht, genützt hat das klarerweise nix.
Erst wenn man das auf lebende Menschen umlegt wird die Gefahr/Unmoral offensichtlich. Es ist so wie wenn ich eine Ablebensversicherung auf einen Politiker abschließen würde, von welcher ich mit Gewinn die Prämie ausbezahlt erhielte, wenn er vor einem bestimmten Datum stirbt. Der massenhafte Verkauf so einer Polizze würde zu vielen Interessenten an seinem frühen Tod führen und dann würde er wahrscheinlich nicht eines natürlichen Todes sterben sondern heimtückisch ermordet werden. Finanzderivate welche z.B. einer Wette auf Griechische Staatanleihen entsprechen führen derzeit dazu , dass Griechenland heimtückisch in den Ruin getrieben wird um die Wettgewinne zu lukrieren. Da wird massenhaft Elend produziert nur um daran zu verdienen.
...sollte man sich wirklich wirklich wirklich Gedanken über den Geisteszustand dieser Leute machen.
Ein riesiger Finanznarrenturm in Frankfurt ist das.
Einfach nur zum Kotzen ist das mal wieder.
Macht euch endlich vom Acker man.
Wie ich vor über 8 Jahren massiv vor diesen Produkten gewarnt habe, waren mir auch dutzende
begeisterte Anleger böse, dass ich ihre schönen Träume madig gemacht habe.
Erstaunlich ist aber schon, dass die DB noch
2007 damit herumgetan hat, wie schon alle Kinder in den Brunnen ( z.b. die Milliardenzusammenbrüche von MB und USI ) gefallen waren, was wahrlich dorfbekannt war, aber vleiicht in den letzten Stock eines Frankfurter Hochhauses durchgedrungen ist.
ich kenne die genauen details über dieses produkt nicht, aber in diesem artikel klingt es tatsächlich nach dem
unmoralischten finanzprodukt von dem ich je gehört habe. die welt steht schön langsam wirklich kopf. angefangen bei der österreichischen politik - alles
ein trauerspiel. ich glaube, bei mir setzt eine akute depression ein ...
Dabei ist es im Prinzip nichts anderes, als eine Ablebensversicherung, die jeder Häuslbauer auf sich nimmt.
Aber es klingt halt so dramatisch. Man könnte auch sagen, die Bank wettet auf langes Leben, würde wunderschön klingen, wäre jedoch nicht so reisserisch.
Das war schon immer so, seit Menschengedenken. Der große frisst den kleinen, daran hat auch die Aufklärung nichts geändert. Früher benutzten sie Keulen und Speere, heute ist die Waffe das Kapital - je mehr die einen davon haben, desto weniger haben die anderen. Nur der Todeszeitpunkt hat sich verschoben - das Leiden ist nur qualvoller geworden.
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