Spanische Fiesta im Finale

Athletic Bilbao und Atlético Madrid bestreiten das Endspiel in Buka­rest, überragende Darbietung von Fernando Llorente

Athletic Bilbao und Atlético Madrid haben das Finale am 9. Mai in Bukarest erreicht und nach dem Champions-League-Aus von Real Madrid und dem FC Barcelona zumindest für eine kleine Wiedergutmachung gesorgt. Bilbao gewann das Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon 3:1 (2:1), Atlético warf den Ligarivalen FC Valencia durch ein 1:0 (0:0) aus dem Rennen.

Die Basken aus Bilbao, in der Runde zuvor Sieger gegen Schalke 04, machten dank der Treffer von Markel Susaeta (17.), Ibai Gomez (45.+1) und Fernando Llorente (88.) die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel wett. Für Sporting war der zwischenzeitliche Ausgleich durch Ricky van Wolfswinkel (44.) zu wenig. In Valencia machte Atlético nach dem deutlichen 4:2 im Hinspiel mit einem Traumtor von Adrian Lopez (60.) alles klar.

Spektakel im Baskenland

40.000 Zuschauer in Bilbaos Fußball-Kathedrale San Mames sahen eine von Beginn an packende Begegnung. Die daheim im Europapokal noch unbesiegten Basken begannen furios: Nach Vorarbeit von Weltmeister Fernando Llorente traf Susaeta aus elf Metern volley zur Führung. Kurz vor der Pause überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst glich der Niederländer van Wolfswinkel mit seinem sechsten Tor im laufenden Wettbewerb aus, im Gegenzug stellte Ibai Gomez nach erneut glänzender Llorente-Vorlage den alten Abstand wieder her.

Nach der Pause wollte sich keine der beiden Mannschaften mit einer Verlängerung zufriedengeben: Der überragende Llorente (52.) traf ebenso wie Sportings Emiliano Insua (56.) den Pfosten. Kurz vor Schluss sorgte Matchwinner Llorente für das umjubelte dritte Tor.

Valencia ohne Chance

In Valencia rannten die Gastgeber vergeblich dem deutlichen Rückstand aus dem Hinspiel hinterher. Sofiane Feghouli (21.) und Sergio Canales (39.) scheiterten in einer starken ersten Halbzeit am überragenden Atlético-Schlussmann Thibaut Courtois, mit zunehmender Spieldauer schwanden dann die Hoffnungen. Ein sehenswerte Direktabnahme von Adrian Lopez nach Vorarbeit des ehemaligen Bundesligaprofis Diego beförderte Madrid schließlich ins Finale. Dort muss Atlético allerdings auf Kapitän Tiago verzichten, der nach einer Tätlichkeit in der 79. Minute die Rote Karte sah.

In der Geschichte der Europa League und seines Vorgängers UEFA-Pokal gab es bislang achtmal ein Finale zwischen zwei Mannschaften aus einem Land. Erst im vergangenen Jahr hatte der FC Porto den portugiesischen Konkurrenten SC Braga im Endspiel mit 1:0 bezwungen. 

Bielsa: "Habe nichts gemacht"

"Weder Barca noch Real, Athletic, Athletic", schrien Tausende noch am frühen Morgen auf Bilbaos Hauptplatz Moyua - viele sprangen trotz kühler Temperaturen in den dort befindlichen Brunnen. "Ich habe nichts gemacht, nur die Spieler begleitet", sagte Athletic-Trainer Marcelo Bielsa (56). Der ehemalige Nationalcoach von Argentinien und Chile, "El Loco", der Verrückte genannt, ist ein Eigenbrötler, der sich stundenlang Fußballvideos anschaut. Der frühere argentinische Nationalspieler Diego Simeone, nun der Chef bei Atletico, gilt als sein Schüler und Fan. "In Bukarest wird es ein Spiel unter Freunden geben", versicherte der 42-Jährige. Die "Colchoneros" (Matratzenmacher) aus Madrid sind 1903 als Filiale Bilbaos gegründet worden.

Für Bilbao ist es der erste Einzug in ein Europacup-Endspiel seit 1977, als man Juventus Turin unterlag. Das Team steht auch noch im spanischen Cupfinale am 25. Mai gegen den FC Barcelona. "Die Welt geht in eine andere Richtung, aber wir zeigen, dass man mit unserer Philosophie Erfolg haben kann", so der junge Präsident und Ex-Stürmer Josu Urrutia (44). Weiterhin setzt Bilbao auf Spieler aus dem Baskenland. (sid/APA/red 26.4.2012)

Europa League, Halbfinal-Rückspiele, Donnerstag:

  • Athletic Bilbao - Sporting Lissabon 3:1 (2:1)

Bilbao, San-Mames-Stadion, 40.000

Tore: Susaeta (17.), Ibai Gomez (45.+1), Llorente (88.) bzw. Van Wolfswinkel (44.)

Hinspiel 1:2 - Athletic Bilbao mit dem Gesamtscore von 4:3 im Finale

  • Valencia - Atletico Madrid 0:1 (0:0)

Valencia, Mestalla-Stadion, 40.000

Tor: Adrian Lopez (60.)

Rote Karte: Tiago (79., Atletico, Tätlichkeit)

Hinspiel 2:4 - Atletico mit dem Gesamtscore von 5:2 im Finale

  • Finale am 9. Mai (20.45 Uhr) in Bukarest: Atletico Madrid - Athletic Bilbao
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warum nicht sowas ähnliches einführen wie bei der NHL

dann gibs einfach nur mehr einen bewerb...

4 regionen

aber mit qualifikation anstatt fixe teams, danach eben playoffs....

und dann spielt nie wieder eine österreichische Mannschaft gegen ein z.B. englische oder spanische, so ein system passt nicht nach europa

das stimmt nicht so ganz. In der regulären NHL Saison spielen sehr wohl auch die Teams der Western und Eastern Conference gegeneinander, aber nun nicht so oft als gegen die Teams aus der eigenen Conference. Zudem gibt´s in der NHL Conference ja noch die eigene Division, die wiederum einen gewissen Ausgleich im Kräfteverhältnis bringt. Ried vs. Altach wäre dann aber natürlich kein Spitzenspiel der Bundesliega mehr ;-p

Atletico muss gewinnen!

wenn ich da an die Performance meiner salzburger in Bilbao denke?! Schade eigentlich dass wir dann gegen Kharkiv alles Negative beisammen hatten...

und vor allem daran

WIE Bilbao zu den 2 Toren daheim gekommen ist...

Lieber Rebellenengel...

...Sie nerven gewaltig.

schmerzt wohl doch

dass der ach-so-tolle Verein nur durch Betrug weitergekommen ist...?

Wenn man gestern das Spiel in Bilbao gesehen hat

muss man sich über Platini's Ideen nur wundern.Die CL noch mehr aufzublähen,ohne das die zweite oder dritte Garnitur Europas je Chancen hätte,könnte der Tod des Fußballs sein.Schon jetzt sind die CL-Gruppenspiele mehr als langweilig und eher tatkitsches Ballgeschiebe,damit die Großen ja nicht scheitern(überdies sind sie gesetzt,damit das Geld ja bei den reichen Klubs bleibt).Und in der EL so wiet wie möglich zu kommen,ist für Klubs,die in ihren Ländern praktisch KEINE Meisteschaftschancen und Aussicht auf CL-Plazierungen haben(wie eben Bilbao)ist dieser Bewerb sicher KEIN Cup der Verlierer.Für unsere Klubs bedeutet dieser Bewerb sogar Prestige,weil CL können wir uns sicher abschminken(allenfalls Kanonefutter in einer Gruppenphase).

Die "Großen" Mannschaften sind auf Grund ihrer internationalen Leistungen der Vorjahre gesetzt. Und ich halte diese Praktik für sinnvoll.

Würde man die Gruppen rein nach den Ligaplatzierungen erstellen, wäre zb ne Gruppen mit Madrid, Bayern, Milan und Chelsea möglich, während andere Meister wie Pilsen oder Salzburg die Gruppenköpfe bilden würden. Nein, hat schon seinen Sinn.

warum nicht? mehr abwechslung, mehr spannung, evtl. biss'l ausgleich bei den sieg- und aufstiegsprämien, und eine gruppe wie dein erstes beispiel wär nat. hammer!

Dito: UefaCup/ EuroLeague soll bleiben

Ganz genau. Gerade für uns als kleines Land mit international sehr schwachen Mannschaften ist der Uefa-Cup/EuroLeague sehr wichtig. Damit können sich unsere jungen Spieler international präsentieren, können Vereine Transfererlöse erzielen und natürlich Fernsehgelder und Stadioneinnahmen lukrieren.

Auch für mich persönlich ist das als Fan toll. Ich freue mich darüber, dass "wir"/die Austria in den letzten x Jahren so oft in der Gruppenphase waren. Und da wars oft eng, durfte man sich oft realistisch was ausrechnen. Vom Herbst 2011 red ich gar nicht - 8 Punkte war sensationell.

Davon hat jeder mehr, als gegen Barca, ManUtd, Real und Bayern zu spielen und froh sein zu müssen, dass die Partie eh nur 0:4 und nicht höher verloren ging...

Ergänzung zum Spiel selbst

Ich freue mich für Bilbao(den baskischen Nationalismus wie alle Nationalismen finde ich hingegen unsympatisch und in einem vereinigten Europa skuril).Die Mannschaft kann Nichts dafür,dass sie seinerzeit 2009 in Wien vom Schiri bevorzugt wurde(3 irreguläre Tore,dann Platzsturm).Nur ein kleiner Teil "Minderbemittelter" unserer Ost wird das Anders sehen,aber die sind irrelevant für die Austria,bringen unseren Klub aber leider immer in negative Schlagzeilen.Ich hoffe,die verschwinden irgendwann von dort oben.Und Llorente ist ein toller Stürmer.

Sehr gute Ergaenzung!

(Auch wenn ich mich mit einem "Europa der Regionen" anfreunden koennte)

Gegen ein "Europa der Regionen"

ist Nichts einzuwenden und gibt es ja schon (Beispiel der dänisch/schwedische Großraum Kopenhagen/Malmö mit der Öresundbrücke oder Flandern mit Bereichen in den NL, B und N-Frankreich - die Gegend um Lille), aber ich meinte eher den fanatischen Nationalismus mit Abspaltungstendenzen (leider auch mit Terror wie den der ETA).

Noch was

Die sollten sich endlich mal wegen den Auswechslungen
in der Nachspielzeit was überlegen.

Gestern war das Zeit schinden wieder extrem peinlich
( 90`, 93´, 94´ ).

Würde die Nachspielzeit korrekt durchgeführt werden gäbs kein Problem.

seh ich auch so, man kann den Vereinen nichts vorwerfen, denn solang es da keine Regelung gibt wäre es dumm diese "Chance" die Spielzeit zu verkürzen nicht zu nutzen
pro Wechsel eine Minute extra!? oder Zeit stoppen!

wechseln darf man wan man will ...

... so what?

in sehr vielen Hallenturnieren z.b. nicht ... Man könnte ja durchaus eine wechselsperre ab 5 Minuten Vor Schluss einführen.

dann wird halt schon 5 min. vor schluss munter durchgewechselt

Und wenn sich einer verletzt?

doppelt pech - auch nicht anders als wenn man schon alle wechsel gemacht hat.

Ne , ich find Wechsel soll mann immer können. Auch wenns Zeitschinden ist.

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