Als aus Grönland Island geworden ist

26. April 2012, 18:32
  • Stefan Eberharter auf der Insel Island.
    foto: apa/ jaeger

    Stefan Eberharter auf der Insel Island.

  • Auch vor Ort: Michael Walchhofer.
    foto: apa/ jaeger

    Auch vor Ort: Michael Walchhofer.

Vom Promotion-Event für die alpine Ski-WM 2013 in Schladming

Reykjavik - 1998 hatte der Österreichische Skiverband (ÖSV) mit einem Skirennen in der Wüste von Dubai Werbung für die nordische WM 1999 in Ramsau und die alpine WM 2001 in St. Anton gemacht. Anno 2012 wollte der ÖSV den Promotion-Event für die alpine WM 2013 in Grönland abhalten. Doch der Himmel war entschieden dagegen.

Der Flieger mit rund 100 Personen an Bord, darunter ehemalige und aktive Skifahrer, Funktionäre, nationale und internationale Medien, konnte wegen Schlechtwetters nicht auf Grönland landen. Er blieb in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel verlegte den Event, ein Skirennen, nach Island.

WM-OK-Chef Reinhold Zitz und Marketingchefin Michaela Reichel, die zwecks Aufbauarbeiten bereits in der grönländischen Hauptstadt Nuuk weilten, wurden samt Werbemitteln zeitgerecht ausgeflogen. Schröcksnadel hatte Grönland mit seiner weitgehend unberührten Natur gewählt, um einen Konnex zu den Bemühungen Schladmings, auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu setzen, herzustellen. "Wir haben Grönland aus zwei Gründen gewählt. Einerseits um mehr mediale Aufmerksamkeit zu bekommen, andererseits um in einem sensiblen Land ein Umweltabkommen zu unterzeichnen."

Der ÖSV-Präsident wollte das "Projekt Grönland" vorstellen und eine Partnerschaftsurkunde mit dem dortigen Skiklub und der Stadt Nuuk unterschreiben. Die Charta wird nun erst nach der WM unterzeichnet, weil die Bürgermeisterin von Nuuk wegen des Wetters nicht zur Unterschrift nach Island fliegen konnte. (APA/red, DER STANDARD, 27.4.2012)

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9 Postings
wo bitte ist da die nachhaltigkeit?

die ganze aktion ist hoch-not-peinlich! ich mein, wieso will eine österreichische delegation in grönland (sic!) - oder island - die wm für ihre nachhaltigkeit promoten?? blöder geht echt nicht mehr! und was mach der hans - dopingsüner - knaus da dabei? ist der versorgungsposten beim orf nicht genug?
ich hoffe nach der wm 2013 geht der schröcksnadel. sonst wird es für den ösv international wirklich peinlich!!

Peters peinliche PR-Party...

Ich kann meine Schadenfreude nicht zurückhalten. Mit Pauken und Trompeten wollte Herr Schröcksnadel aufgeigen und jetzt? Endstation in Island. Der Arme...
Ach ja, und wie war das mit der Anfütterung? Nein, eh nicht... "Wir können und tun und lassen, was wir wollen", hat er gestern gesagt.
Ich kenne einen Sportjournalisten, der jetzt in Reykjavik sitzt und tagelang von der Grönland-Einladung und dem tollen Programm geschwärmt hat. "So etwas Geiles erlebst ja sonst nicht! Und wenn`s der ÖSV zahlt..." Tja, Pech. Grönland hat sich gegen den ÖSV gewehrt, ich freue mich.

Aha, der WM-OK-Chef und die Marketingdame konnten ausgeflogen werden aber die Bürgermeisterin nicht?

Die ganze Story klingt sowieso an den Haaren herbeigezogen. Da schickt der ÖSV extra 2 Leute zur Organisation voraus und dann kann das Rennen so einfach in Island stattfinden? Ohne Vorbereitung. Kann ich mir nicht wirklich vorstellen!

Umweltschutz und nachhaltigkeit

in Schladming? Ich kenne die Gegend noch von vor 35 Jahren. Nix ist mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

naja, wenn ichs mir so recht überleg, dann kenn ich keine gegend, die sich in den letzten 35 jahren nicht verändert hätte. vor allem nicht, wenn sie eine dermaßen starke touristische ausrichtung hat. in anbetracht dessen find ich das in schladming eigentlich noch im rahmen, verglichen mit so manch anderem....

Naja, wenn sie die herrlichen Schladminger Tauern dahinter dazuzählen....
Die Ramsau & Dachstein nicht zu vergessen.
"Die Gegend" is schon ein bisserl mehr als das Kaff und die Skipisten.

Gottseidank.
:-)

Unberuehrte Natur und Schladming sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe...

Unberührte Natur gibt es in ganz Österreich nicht – das ist in einem Land mit einer relativ hohen Besiedelungsdichte auch fast nicht möglich und muß auch nicht a priori schlecht sein.

Allerdings sollte der Umgang mit der Natur eben trotzdem nach ökologischen Prinzipien erfolgen und Eingriffe sollten sanft und nachhaltig sein.

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