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Nachtmenschen längst unter der Bezeichnung Partystern geläufig, galt der Wiener Praterstern noch vor zehn Jahren als urbane No-go-Area, die alle möglichen Phänomene eines großstädtischen Bahnhofsbetriebs zeitigte. Wer nicht musste, verbrachte hier keine Zeit - schon gar nicht seine Freizeit. Dementsprechend ergab sich damals die Ausrichtung des Fluc, das sich zunächst auf wenigen Quadratmetern im alten Bahnhofskomplex als temporäre Spielstätte im Spannungsfeld zwischen Musik, Kunst, Architektur und eben Party verstand. Gastronomie? Dosenbier.
Dabei mutierte das Fluc schnell zum Selbstläufer, indem es angesichts des Publikumszuspruchs zeigte, wie brach die Stadt abseits gängiger Partymeilen wie dem Gürtel lag. Mit dem Umbau des Bahnhofs kam zwar bald das räumliche Aus, doch damit ging die Erkenntnis vonseiten der Stadt einher, dass derart gelagerte Institutionen durchaus einiges dazu beitragen, unattraktive städtische Zonen zu beleben und so mittels Zielgruppenerweiterung teilweise neu zu widmen. Mit dem Neubau des Lokals nur wenige Meter vom alten Standort entfernt gilt das Fluc mit der unterirdischen Fluc Wanne seit Mitte der Nullerjahre als einer der wichtigsten Wiener Spielorte für Live-Musik und Club-Culture zwischen Avantgarde und Pop und hat sich dabei einen niederschwelligen bis spielerischen Zugang zum Veranstalten bewahrt, was die Architektur des himmelblauen Architektenkobels inmitten des Kreisverkehrs signalisiert.
Ab kommendem Montag gibt es im Fluc auf jeden Fall Grund zu feiern. Für eine Woche steht das Lokal ganz im Zeichen des Zehn-Jahr-Jubiläums und fährt ein entsprechend üppiges Programm, das ebenso Live-Einlagen von Künstlern wie Hella Comet, Tanz Baby!, Peasant & Band, Robotra oder Made For Chickens By Robots beinhaltet wie einen Kleinbusladung voller DJs. Alles Gute! (lux, DER STANDARD, 27.4.2012)
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