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vergrößern 800x495Nicht nur die Soundforschung liegt oft im Dunkeln, auch die Personen dahinter: No Business For Dogs.
Ulrichsberg - "Piano Guts" ist schon ein geniales Wort, entsteht im Kopf doch wie von selbst das Bild instrumentaler Innereien, der metallenen und hölzernen Flügeleingeweide. Mit "Piano Guts" bezeichnet Judith Unterpertinger ihr Klangwerkzeug. Die in London lebende Komponistin und Pianistin betätigt ihr Instrument nicht über die Tastatur. Ihr Ohrenmerk gilt dem Innenleben - und zwar so nachdrücklich, dass sie alles andere weglässt
Ihr "Innenraumklavier" umfasst bloß Stahlrahmen, Saiten und Resonanzboden. Zwei Pianinos wurden zerlegt, um drei bis zu 60 Kilo schwere Arbeitsobjekte zu gewinnen. Sie decken Bass, Mittellage und Diskant ab, wobei die Saiten präpariert oder mit Händen, Schlägeln oder Vibratoren bearbeitet werden.
"Mir war der klassische Klavierklang zu wenig, ich wollte die Möglichkeiten ausweiten, weshalb ich immer mehr im Klavierinneren gespielt habe. Daraus ergab sich die Idee, etwas Transportables zu finden", sagt die 35-Jährige. "Meine Musik entsteht aus dem Wunsch, hinzuhören, einen Klang heranzuzoomen. Dahinter steht auch die Vorliebe, als Komponistin auf Sounds anstatt auf ein harmonisches Gerüst zu bauen. Ligeti und Xenakis waren dabei für mich sicher ein größerer Einfluss als elektronische Musik", sagt Unterpertinger, die ihre Klänge mit dem von ihr gegründeten Quartett No Business For Dogs, das kürzlich das Debüt-Album Lovely Objects vorlegte und am Samstag beim Ulrichsberger Kaleidophon auftritt, in reduzierte und doch groovige Pulsstrukturen einfließen lässt.
Ihre Partner sind der Drummer Bernhard Breuer und dessen Chicagoer Kollege Steven Hess. Viertes Mitglied ist Tonmeister Alfred Reiter, er macht die teilweise extrem leisen Klaviersaiten-Sounds im Ensemblekontext hörbar. (Andreas Felber, DER STANDARD, 27.4.2012)
27.-29. 4., Ulrichsberger Kaleidophon
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