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Wien - 1999 haben 29 Länder, darunter Österreich, in der sogenannten Bologna-Erklärung die Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums bis 2010 beschlossen. Bei der Umsetzung der zehn Ziele - darunter die Einführung des neuen Studiensystems mit Bachelor-/Master/Phd-Abschluss, verschiedener Qualitätssicherungsmaßnahmen oder des European Credit Trasnfer Systems (ECTS) zur Bewertung von Studienleistungen - hat Österreich wie viele andere der 47 Bologna-Länder auch 2012 noch Aufholbedarf.
Das zeigt der anlässlich der heute und morgen, Freitag, in Budapest stattfindenden Bologna-Konferenz publizierte zweite "Bologna Process Implementation Report", bei dem die Umsetzung der Bologna-Ziele mit einem Ampelsystem (von dunkelgrün bei vollständiger Umsetzung über hellgrün, gelb und orange bis rot) bewertet wird. Ist Österreich bei der ersten "Zeugnisvergabe" 2009 noch in sieben der zehn Kategorien im "grünen Bereich" gelandet, sieht die Bewertung 2012 - mit leicht veränderten Kriterien und nur noch neun Kategorien - wesentlich schlechter aus.
Umsetzung mangelhaft
Bei der Umsetzung des Bologna-Systems mit Bachelor/Master/PhD gibt es nur "orange": Demnach sind nur zwischen 25 und 49 Prozent aller Studenten im dreigliedrigen System. Mit knapp 50 Prozent bei der Umsetzung des ECTS-Systems, das den Arbeitsaufwand von Lehrveranstaltungen besser als Wochenstunden beschreiben soll, landet Österreich auch hier in dem Bericht nur im orangenen Bereich.
Zu tun gibt es für Österreich noch beim nationalen Qualifikationsrahmen, mit dem die nationalen Bildungs- und Ausbildungssysteme besser miteinander vergleichbar gemacht werden sollen. Österreich gehört hier zur Mehrzahl der Länder im "gelben Bereich", in denen es erst politische Willenserklärungen bzw. Gespräche mit Beteiligten gibt. Auch bei der Anerkennung von informellem Lernen gibt es nur eine "gelbe Ampel".
Gutes Abschneiden bei Durchlässigkeit
Gut abgeschnitten ("hellgrün") hat Österreich bei der Durchlässigkeit vom Bachelor zum Master bzw. vom Master zum PhD, wo laut Bericht in weniger als 25 Prozent der Fälle zusätzliche Qualifikationen für den Übergang nötig sind. Auch das Diploma Supplement, mit dem der abgeschlossene Studiengang detailliert erläutert wird, ist in Österreich gut umgesetzt (hellgrün).
Voll zufrieden (dunkelgrüne Bewertung) ist der von Eurostat, Eurostudent und dem Informationsnetz zum Bildungswesen in Europa "Eurydice" erstellte Bericht mit der externen Qualitätssicherung in Österreich. Allerdings gibt es bei der Einbindung von Studenten in die externe Qualitätssicherung noch ebenso Nachbesserungsbedarf wie bei der internationalen Beteiligung in diesem Bereich, Österreich ist in beiden Kategorien gelb bewertet. (APA, 26.4.2012)
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Bologna hatte von dem Augenblick an, als es politisch umgesetzt wurde nur ein Ziel: Senkung der Bildungskosten. So edel die eigentliche ziele waren, sobald es politisch wurde, ging es nur mehr um Sparen.
Wie sonst kommt man zu so einer Schnapsidee, dass jedes Studium gleich lange dauert und gleich viel Aufwand ist.
Ich schätze dass derzeit 1 ETCS auf der TU Wien ca 1,2 auf der WU, ca. 1,3 im Juridicum, ca 1,75 auf der Uni Wien, ca 1,5 auf der JK in Linz etspricht. Hängt im Detail natürlich von den einzelnen Studien ab, aber es ist jedenfalls zu Kotzen. Weil daran hängen dann persönliche Schicksale, der Abbruch des Studiums, die Stipendien, das Kindergeld usw
ich kann mich noch erinnern, wie wir auf unserem Institut in Dt. de ECTS Punkte festgesetzt haben (um 2005 herum). Ich weiss bis jetzt nicht, ob ich über die Farce Weinen oder Lachen soll. Vielleicht ist es jetzt ja besser geworden, ich bin aus dem glorreichen Bologna-Raum weg und glücklich darüber. Die Ampelspielchesn finde ich aber lustig. Wieder irgendein EU-Funktionär, der sich wichtige Punkte erworben hat, vielleicht gar ein Top-Wissenschafter.
Brüssel (d.h. die Politiker) haben eine Gesamtzahl von Punkten für jedes Studium festgeschrieben). da jede Uni und jedes Institut ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wie ein Studium ausschauen soll (und das ist auch genau richtig so, weil die mehr davon verstehen als Brüssel, d.h. die Politiker), versucht man das umzusetzen und verteilt dann die Punkte,d amit sich die Gesamtzahl ausgeht. Natürlich berücksichtigt man dabei den voraussichtlichen Aufwand, aber eben nur in etwa. Dem könnte mann ur abhelfen, wenn es in ganz Europa einhietlich Studienpläne gäbe.
ich weiß noch gut von Veranstaltungen die DiplomstudentInnen als 3ECTS und einem Lehramtler als 2ECTS angerechnet wurden. Wer den gleichen Kurs als Freifach machte bekam gleich 5 ECTS angerechnet.
Also inwiefern ist da der Aufwand eingerechnet?
nein, das ist keine tendenz..schon seit der aufklärung wurde bildung als qualifikation unter dem mantel der ökonomischen verwertbarkeit betrachtet - kant, lessing und co. können darüber nicht hinwegtäuschen.
was sich verändert hat ist der druck, da der wettstreit sich nicht mehr auf regionale oder nationale ebenen beschränkt, sondern auf globale ausgedehnt ausgedehnt wurde, als folge der technischen möglichkeiten mit denen wissen, fertigkeiten und produkte um den erdtrabanten herumjongliert werden können.
so richtig ihr artikel ist, so wenig neu ist allerdings eben die tendenz. sie wurde eben nur globalisiert und gestrafft. das dies nicht gut und auch nicht notwendig ist, ist ein schwer zu verfolgender abstrakter gedanke...
eine vision der bürokraten
so etwas wie "brave new world"
sicher einige, durchaus verständliche wunschvorstellungen
aber unter vernachlässigung sämtlicher gewachsener bildungsrealitäten und aller bildungsfaktoren ausser einer "bürokratievereinfachung" auf der basis nicht vergleichbarer "messungen"
Wenn Sie in Klagenfurt den Bachelor in Romanistik abschließen und in Graz den Master dafür machen, wird es eng: Es müssen mehrere Kurse nachgeholt werden, um die theoretische Gleichwertigkeit der Studiengänge auch wirklich zu erfüllen. Sinn?!
Welchen Sinn erfüllen eigentlich ECTS? Jenen der Durchlässigkeit und Transparenz hinsichtlich des Arbeitsaufwandes auf jeden Fall nicht. Man bedenke nur, wie Lehramtsstudien ECTS-gerecht zusammengequetscht wurden.
Warum beugt man sich eigentlich der Umbenennung der Titel? Warum MÜSSEN diese im Inland dem Namen nachgestellt werden?
etc. pp.
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