Petz: Filesharing wie Tausch von Kinderpornos verfolgen

26. April 2012, 14:37

Vorstandsvorsitzender der Moser Holding will soziale Netzwerke stärker in die Pflicht nehmen

"Geistiges Eigentum ist Eigentum, auch wenn man es nicht anfassen kann", dementsprechend sei es die Aufgabe von Politik und Rechtsprechung, dieses Eigentum zu schützen, so die klare Position von Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) zum Thema Urheberrecht. "Das Urheberrecht darf nicht ab- sondern muss neu geschaffen werden", so Karl bei der parlamentarischen ÖVP-Enquete "Schutz des geistigen Eigentums" am Donnerstag.

Positiv gegenüber Festplattenabgabe

Neben einer Urheberrechtsnovelle müsse es auch zu einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema "geistiges Eigentum" kommen, sagte Karl und blies damit ins gleiche Horn wie ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf und Kultursprecherin Silvia Fuhrmann. "Bei den Nutzern ist das Bewusstsein darüber sehr gering ausgeprägt, wer produziert und was dieser für Rechte hat", vielmehr sei der freie Zugriff auf alles und zu jeder Zeit "eine Art Religion, die bei vielen als einzig sinnmachende gilt", meinte Kopf. Der ÖVP sei es ein Anliegen, den Schutz des geistigen Eigentums und dessen Produktion und Vermarktung zu gewährleisten, betonte der Klubobmann. Karl äußerte sich außerdem positiv zur Festplattenabgabe, also einer gesetzlich implementierten Urheberrechtsabgabe auf Festplatten, sehr zur Freude von Gerhard Ruiss, dem Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren. Positiv stehe sie auch einem Leistungsschutzrecht für Zeitungsverlage gegenüber, so Karl.

Besserer Schutz für Verlage

Für die Einführung dieses Leistungsschutzrechtes sprach sich auch Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding, aus. Der Verleger beklagte grundsätzlich den "Verlust des Respekts vor fremden Rechten, vor fremdem Eigentum im World Wide Web", der vor allem durch Geschäftsmodelle verursacht werde, "die darauf beruhen, eine Plattform für Urheberrechtsverletzungen zu bieten". So kritisierte er, dass es "schmarotzerische Angebote" gebe, die den von den Verlagen mit teurem Geld produzierten Content einfach übernehmen oder von ihren Nutzern zur parallelen Veröffentlichung übernehmen lassen. Petz forderte daher einen besseren Schutz der Verlage, denn nicht nur Tonträger- und Filmindustrie sind Opfer der Internetpiraterie, sondern auch die Presseverlage seien vom Content-Klau betroffen. "Zeitungs- und Zeitschriftenmedienverlage brauchen daher ebenso wie Tonträgerhersteller und Filmproduzenten einen originären Schutz ihrer Leistungen", so Petz.

Mehr rechtliche Möglichkeiten gefordert

Die "Freiheit des Internets" endet für Petz dort, wo unter dem Schutzmäntelchen der Anonymität eine gewerbsmäßige Rechtsverletzung - und das ist laut Petz das "ins Netz stellen" von fremden Filmen, Musikstücken, Texten oder Bildern - toleriert wird. Er forderte daher auch, dass Content-Aggregatoren, Hosting-Dienste oder soziale Netzwerke bei der Verfolgung des "anonymen Massendiebstahls und Massenhehlerei an geistigem Eigentum" stärker in die Pflicht genommen werden, ähnlich wie beim Tausch von kinderpornografischem Material oder der Verbreitung terroristischer Inhalte. Der Rechtsanwalt Nikolaus Kraft forderte mehr rechtliche Möglichkeiten, etwa um Urheberrechtsverletzer tatsächlich ausforschen und rechtlich zur Verantwortung ziehen zu können. Urheberrechte müssten zivil- und strafrechtlich durchgesetzt werden können, so Kraft.

Zeitgemäße Adaptionen

Für zeitgemäße Adaptionen im Urheberrecht und Reformen, die neue Formen kultureller Praxis berücksichtigen, sprachen sich am Donnerstag, dem "Tag des geistigen Eigentums", auch die Kultur- und Justizsprecher der SPÖ, Sonja Ablinger und Hannes Jarolim, in Aussendungen aus. Es brauche eine breite Diskussion darüber, wie einerseits das Urheberrecht auch im digitalen Zeitalter seine wichtige Rolle für Kulturschaffende erfüllen könne und andererseits neue digitale Nutzungspraktiken berücksichtigt werden können, meinte Jarolim. (APA, 26.4.2012)

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jössas, da hermann denkt schon wieder nach ...

und mit "schmarotzenden angeboten" die vom content anderer leben kennt er sich ja gut aus, also ist er in der hinsicht schon qualifizierter experte.

Es ist untragbar wenn man ein abscheuliches Verbrechen mit Filesharing vergleicht - da wird nämlich ersteres relativiert.

Also Filesharing auf die gleiche Ebene wie Kinderpornos zu stellen zeigt das hier das Kapital über das Leben gestellt wird...

War auch nicht anders zu erwarten von der ÖVP

Also Filesharing auf die gleiche Ebene wie Kinderpornos zu stellen zeigt das hier das Kapital über das Leben gestellt wird...

War auch nicht anders zu erwarten von der ÖVP

Geistiges Eigentun muß Eigentum bleiben, dem stimme ich zu. Aber warum muß ich dann eine Festplattenabgabe entrichten, wenn ich dort meine Bilder und Docs speichere? Krieg ich dann auch einen Teil der Abgabe als Vergütung zurück?

nichtgenügend. setzen.

nein diesesmal keine argumente von meiner seite. ihr kapiert es ja doch nicht.

gäbs die (angeblich) christlich-soziale ÖVP heute überhaupt, hätten nicht mönche über jahrhunderte so manche schriften und bücher raubmordkopiert?!?

Was ist nur mit der ÖVP passiert. Vom Busek zu solchen Lichtgestalten.

Oje oje oje

Die ÖVP drückt den Selbstzerstörungsknopf nicht. Sie hämmert auf ihn ein. Immer weiter so!

Äh, die Festplattenabgabe will aber unbedingt Claudia Schmied (SPÖ) haben, die ÖVP schließt sich dem jetzt nur an.
http://derstandard.at/133453105... durchboxen

Und dieser Hermann Petz hat dort nur seine (mehr als komische) Meinung kund getan. Der hat keine Funktion bei der ÖVP.

Naja, die Enquete hat wer gemacht?

Und Petz dürfte ziemlich eindeutig einem Lager zuzuordnen sein, abgesehen davon haben Karl und Kopf in genau das gleiche Horn gestoßen, sie durften es wohl nur nicht so radikal sagen.

Mein Tipp:

Gas geben ÖVP denn so wies aussieht, bleibt euch nur noch bis zur nächsten Wahl den ganzen Scheiß durchzudrücken...

"Geistiges Eigentum ist Eigentum, auch wenn man es nicht anfassen kann"

Ich checks nicht... Eine Idee ist niemals ein Unikum!! Das ist dermaßen verrückt und unsinnig... Geistiges Eigentum...

Menschens Kinder... mir fehlen die Worte. Leider.

Erläuterung

Es ist so: Bloße Ideen sind NICHT schützbar. Wenn Sie die Idee haben, einen Roman über einen verzauberten Ring, eine epische Schlacht zwichen Gut und Böse voller Zauberwesen, Zwergen und Halblingen zu schreiben, ist das eine Idee. Nicht schützbar. Wenn Sie aber (vielleicht Jahre Ihres Lebens) einen (vielleicht viele hunderte Seiten starken) Roman geschrieben haben, sind Sie Autor eines künstlerisches Werks. Das Werk ist automatisch geschützt durch das Urheberrecht! Erkennen Sie den Unterschied? Sicherlich. Sie, und nur Sie, können darüber gemäß Art. 27 der Menschenrechte (http://www.un.org/depts/ger... 17a3.html) und geltendem Ö. Recht verfügen. So einfach ist das.

und deshalb

werden auch in kindergärten gebühren fürs singen fällig... recht muss schließlich recht bleiben

Urheberrecht

Ich bin der Urheber eines Buches, eines Filmes, eines Musikstückes... weil ich es geschrieben, gefilmt, auf Papier oder die Leinwand gebracht und selbst performt habe... weil es mein Baby ist!

Nun, ich will damit Geld verdienen. Denn wofür mache ich sonst den Ganzen Scheiß? Also... ich muss es unter die Leute bringen, die es kaufen. Gehe ich damit zu großen Verlagen, Labels oder Plattenfirmen, stehe ich bei denen unter Vertrag und ich muss Teile meines Urheberrechts an diese Firmen abgeben (logisch, die wollen daran ja auch verdienen). Mit den Einnahmen meines Werkes wird auch die Firma bezahlt, ich bekomme nur einen kleinen Anteil davon. Dafür habe ich die Sicherheit bei einem GROßEN Unternehmen zu sein...
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ECHT JETZT?

Ich bin mir nicht sicher ob das alles sarkastisch war

>Denn wofür mache ich sonst den GanzenScheiß?

Ansichtssache, es gibt sicher Leute die nicht nur aus Profitgier etwas in die Welt setzen wollen. Investoren suchen sich aus den Ideen solcher Leute dann halt die aus, von denen sie glauben profitieren zu können.

>ich muss Teile meines Urheberrechts an diese
>Firmen abgeben (logisch, die wollen daran ja
>auch verdienen).

Sie müssen das nicht. Was Sie abgeben, sind Verwertungsrechte, also die Bewilligung, dieses Rohmaterial zu vervielfältigen und gegen Bezahlung zu veröffentlichen. Genauso wie Facebook Verwertungsrechte für jedes hochgeladene Foto verlangt, sonst dürfte die Firma es nicht anderen Leuten am Bildschirm zeigen.

Gebührenfreie Nutzung sollte aber immer frei sein!

Geistiges Eigentum

und was damit gemeint ist, verstehen nur Personen, die selbst über "Geist" verfügen.

Kein Wunder, daß der Artikel hier nicht sinnerfassend gelesen werden kann. Dazu bedarf es "Geistes"

Das "Geistige Eigentum" ist eine Umgruppierung von Worten, die jemand anderes "Geistiges Eigentum" sind oder waren. Woher stammt dieses "geistige Eigentum", wenn man es sich nicht von anderen angeeignet hat? Göttliche Eingebung?

Wenn jemand die Worte so umgruppiert, daß andere es lesenswert finden, dann soll der Urheber auch dafür bezahlt werden. Aber die mafiöse Struktur zwischen Urheber und Konsument muss zerschlagen werden. Im Interesse von Urheber UND Konsument.

Sie Witzbold!

Die Ahnungslosen hier sind ja wier Legion. Also: Zwischen Urheber, z.B. Drehbuchautor, und Konsument ist eine "Mafiöse Struktur die von Lichtgestalten wie Ihnen zerschlagen werden muss"? Mann, sind Sie noch bei Trost?!? Wenn Sie je ins Kino gegangen sind, fielen Ihnen je die 100-500 Namen in den Credits auf, die Menschen, die so ein Werk erst realisierbar machen? Und gerade Sie sind auf der göttlichen Mission, alle diese Leute von Ihrem Einkommen zu erlösen? Auf was hinauf, Sie Couch-Revolutionär der kostenosen Unterhaltung? Langeweile, Drogenmissbrauch, oder ist das angeboren?

Und du bist offenbar auf der göttlichen Mission, die bedrohten Rechte der armen Contentindustrie zu verteidigen! Wieso sollte dir irgendwer glauben - nur weil du alle anderen beschimpfst ohne dir eigene Gedanken zu machen?

Ein paar Fakten. Für den Fall, dass Du der Realität zugänglich bist.

99% aller Argumente die ich bis jetzt von Piraten & Co gelesen habe sind lächerlicher Unfug. So wird das Recht auf legale Privatkopie gefordert, das in Ö seit ca 1966 da ist, siehe Urheberrecht §42. In der allegemeinen Erklärung der Menschenrechte Art. 27.2 und in der Charta der EU Grundrechte Art. 17.2. ist der Schutz des geistigen Eigentums verankert. Dass die Verbreitung von künstlerischen Werken ein exklusives Recht des Urhebers ist, ist längst geklärt. Die Illegalität ist unbestritten. Wenn auch 1001 Milchgesichter zu flennen beginnen: Es gibt keine legitimen Gründe, ein Recht abzuschaffen, nur weil man es bequem brechen kann!!! Die Piraten verlieren die Diskussion, und allmählich auch den Rückhalt in der Öffentlichkeit aus gutem Grund

Die 100-500 Leute profitieren auch nicht von Tantiemen und haben auch 0,0 Rechte an dem Werk. Diese Leute werden direkt für ihr Mitwirken bezahlt.

In dem Artikel geht es übrigens auch nicht um Audiovisuelle Werke, der Finanzier ist ein Verlag, der von gedruckten Werken lebt. Recherchieren sie mal wie reich solche Verlage sind und wie sehr die Schreiber hungern. Natürlich ist es mafiös und natürlich soll es zerschlagen werden. Aber sicher nicht von mir und als Lichtgestalt sehe ich mich auch nicht.

Fakt ist, ändern die nicht ihr Geschäftsmodell, müssen sie entweder sehr teuer werden und dann ist Bildung nur noch Priviligierten zugänglich, oder billig genug, damit alle was davon haben, also Urheber, Verlag und Konsument.

Wo nehmen Sie und Ihresgleichen eigentlich diese unglaubliche Impertinenz her, etwas zerschlagen zu wollen, das Ihnen nicht gehört, das Sie nicht das Geringste angeht, und das sie augenscheinlich nicht im Mindesten überblicken? Sind Sie die Kartellbehörde? Wenn Nein, dann was maßen Sie sich hier an! Ihre Argumente sind allesamt Lügen! Niemand hindert je einen Autor, im Eigenverlag sein Publikum direkt zu beliefern. Nicht per Flugzettel, nicht per Internet. Wenn der Autor sich anders entscheidet ist das sein legitimes Grund- und Nenschenrecht (Artikel 27.2.) Die nicht vorhandenen angeblichen mafiösen Strukturen sind eine falsche Unterstellung von Ihnen die davon ablenken sollen wie viel Plünderung und Hehlerei tatsächlich mit dem geistigen E

Komm runter vom hohen Ross!

Du verstehst möglicherweise besser, wie die Contentindustrie funktioniert - aber das heißt noch lang nicht, dass ich deine Meinung teilen muss! Genauso wie ich nicht die Meinung eines Rüstungsindustriellen teilen muss, weil er von Mordinstrumenten mehr versteht!

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