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Gießen - Nach dem grausigen Fund von drei toten Babys im hessischen Langgöns gehen die Ermittlungen an diesem Donnerstag weiter. Möglicherweise äußert sich die Staatsanwaltschaft zur Einlassung der 40-jährigen Mutter der Kinder. Gegen die Frau wird wegen des Anfangsverdachts eines dreifachen, vorsätzlichen Tötungsdeliktes ermittelt. Die Babys waren bei der Auflösung der Wohnung der Frau in Camping-Kühlboxen entdeckt worden. Zunächst konnte die Obduktion weder das Geschlecht noch die Frage klären, wie lange die Kinder schon tot waren. Die Staatsanwaltschaft schloss aus, dass es sich um Drillinge handelte.
Zur Klärung der Todesursache erhoffen sich die Ermittler Näheres von feingeweblichen Untersuchungen. "Auf jeden Fall handelt es sich um Babyleichen, die nicht nur mehrere Monate, sondern schon länger dort gelegen haben", hatte Staatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg betont. Aufgrund des Zustandes der Leichen "haben wir größte Schwierigkeiten, etwas herauszufinden". Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Kinder tot zur Welt kamen.
Unabhängig von dem aktuellen Fall, wo eine Schuld der Frau laut Staatsanwaltschaft noch längst nicht erwiesen ist, betonte der Kriminologe Rudolf Egg, dass in Deutschland nur noch sehr selten Mütter gleich mehrere ihrer Babys töten. Die Zahlen seien in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen, sagte der Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden der Nachrichtenagentur dpa. Für Frauen, die ungewollt schwanger werden und ein Kind nicht behalten wollen, gebe es genug andere Möglichkeiten: Abtreibungen, Babyklappen oder die Freigabe zur Adoption. (APA, 26.4.2012)
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