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Bienen sind zurzeit ja maßlos en vogue.
Im Höhenrausch schnallt sie sich gleich ein paar Männchen um, im Schnitt um die zwölf Stück. Da kennt sie nichts. Eines nach dem anderen, ganz nach dem Prinzip "Der nächste Herr, dieselbe Dame". Sie achtet aber penibel darauf, dass die Herren unterschiedlicher Abstammung sind, Reinrassiges kommt ihr nicht in die, äh, Tüte. So richtig vollgepumpt mit unterschiedlichem Sperma, die Ladung muss für das ganze Leben reichen, geht es dann rasch wieder abwärts, genug vom "gang bang among the flowers and trees with a lot of bees. Die wahrlich notgeilen Herren leiden jedoch unter dem Phänomen der Ejaculatio letalis - Spritz und aus, wie der Lateiner sagen würde. Sie sterben mit der Besamung und fallen tot vom Himmel. Ob glücklich oder nicht, konnte noch keiner der Herren mit Nahtoderfahrung berichten. So ist das mit den Bienen, das sollte man beim Aufklären der eigenen Brut nicht vergessen.
Bienen sind zurzeit ja maßlos en vogue. Alles Bäuerliche boomt, wir bauen Knollen und Rüben selber an, backen das Brot in selbstgetöpferten Formen und tragen Kleidung aus ungewirktem Flachs am Leib. Also halten wir auch Bienen in der Stadt, das passt ins Bild. Wer den ersten Schritt wagt und sich für dieses Hobby zu interessieren beginnt, ist schnell fasziniert, frisst Literatur in sich hinein und findet sich bald in einem Imkereifachgeschäft wieder, um sich Equipment für das Besiedeln durch ein eigenes Bienenvolk zuzulegen.
Alle Höhen und Tiefen
Ab dann ist man wieder mit dabei, kann am Karmelitermarkt bewusst Fachbegriffe einfließen lassen ("... wie schaut's aus mit deinen Afterweiseln?") oder gar dort seine selbstgedrehten Bienenwachskerzen verkaufen. Immer schön lächeln.
Das Halten und Pflegen eines Bienenstocks ist ein Trend, der wie so oft aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommt. Wahrscheinlich aus Dankbarkeit, dass wir Europäer ihnen vor Jahrhunderten die Biene rübergebracht haben. Als in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts jedoch ein Massensterben unter den Bienenstaaten ausbrach, brach Massenpanik unter den Menschenstaaten aus, denn wo keine Biene fliegt, landet der Hunger. Quasi als Notwendigkeit begannen nun Menschen mit Tagesfreizeit, sich um Bienen zu kümmern, sie zu pflegen, zu züchten und dadurch rasch zu vermehren, auf dass die pflanzliche Natur sich schnell erhole. Das ist gelungen, und geblieben ist die Leidenschaft, mit einem Bienenvolk alle Höhen und Tiefen mitzuleben.
Die Stadtbienen
Und der Lebenszyklus eines Bienenvolks ist tatsächlich hochdramatisch, atemberaubend komplex und hinterlässt jeden, der hier Einblicke gewinnt, staunend zurück. Für viele Grund genug, in der Stadt Bienen selber zu pflegen. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe (mehr als 30.000 Lebewesen), das muss man lernen, dazu gibt es Imkerschulen. Es ist nichts, das man lässig einfach so nebenbei macht, mit ein paar Tipps von Freunden ausgestattet. Hände weg!
Wer es trotzdem versuchen möchte, dem lege ich das Buch von Erika Mayr, Die Stadtbienen, ans Herz: Mit leichter Hand beschreibt sie ihren Weg zur Stadtimkerin in Berlin und verschafft einen liebenswerten, gesamtheitlichen Einblick in die Stadtimkerei. Wer ohne eigenen Bienenstock dem Treiben der Apis mellifera carnica zusehen möchte, braucht nur Schneeglöckchen, Ehrenpreis, Lavendel und Wildrosen zu pflanzen - sie kommen dann schon von selbst. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 27.4.2012)
Die Eisheiligen stehen vor der Tür. Welches junge Gemüse trotzdem schon hinausdarf und was besser im Haus bleibt, weiß Gregor Fauma
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Für Gärtner ist der November ein Glücksspiel: Friert es, gibt es hohe pflanzliche Verluste zu beklagen - Auf Sicherheit spielende Outdoor-Experten setzen dagegen das herumliegende Laub einfach als Thermojacke ein - Eine warme Empfehlung von Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Schicht für Schicht abwechselnd Trocken- und Grünzeug übereinanderlegen: Das hat sich auch beim Komposthaufen bewährt - Faule Tricks von Gregor Fauma
Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
Stellen Sie sich vor, Sie sind Psychiater, und ein Garten kommt zu Ihnen - Redet er ständig vom Dachs, hat er keinen Dach(s)schaden - Das Problem liegt tiefer. Also beim Boden, meint Gregor Fauma
Der Herbst ist der Höhepunkt des Gartenjahres - so zur rechten Zeit vorgesorgt wurde
Die Kiwi und ihre Klischees: Die populäre Neuseeländerin ist in Wahrheit gebürtige Chinesin, und dass sie in Österreich nicht reifen mag, ist auch Blödsinn
Das Nachtschattengewächs mit dem heißumstrittenen Namen wird gern auf dem Balkon gezogen - Gregor Fauma über Theorie und Praxis der Tomate
Zurückstutzen oder wuchern lassen? Das ist die Frage, die über die Süße der Trauben entscheidet - Gregor Fauma gibt Tipps für die Rebenpflege
Wenn die Groupies kommen, kriegt Gregor Fauma zwar Schampus verehrt - aber anstrengend ist es schon
Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
Dass der Wind noch selten etwas Gutes gebracht hat, können Gärtner aus ganzer Seele bestätigen - Gregor Fauma über den Feind der zarten Blüte
Trittpflanzen vertragen einiges. Nur wenn man sie in Beeten und Kübeln ansiedeln möchte, leisten sie Widerstand
kommt aber - zumindest hierzulande - nicht aus Amerika.
Viel dringender als ein launiger Artikel über's Bienenhalten wären aber konkrete Protestmaßnahmen gegen die Saatgutbeizmittel, die in Österreich immer noch erlaubt sind.
sind der neueste Trend aus den USA:
"Teilweise wird bereits Bestäubung mit „Package-Bees“, Wegwerf-Bienenvölker im Pappkarton, eingesetzt. Nach erfolgter Bestäubung werden
sie abgeschwefelt oder verbrannt."
http://www.arche-noah.at/etomite/a... 12_web.pdf
bei Verallgemeinerungen. Es gibt hunderte verschiedener solitaerer Wildbienen und davon sind nur sehr wenige "anspruchslos". Die meisten sind mehr oder weniger grosse Spezialisten, die sowohl was die Nistmoeglichkeit als auch was das Nahrugnsangebot angeht, recht heikel sind. "Wildbienen" von Paul Westrich ist eines von vielen recht guten und informativen Buechern zum Thema...
Diese beginnt diesmal schluepfrigst fad. Es geht dann bald ueber in einen frei erfundenen (faden) Teil ("Das Halten und Pflegen eines Bienenstocks ist ein Trend, der wie so oft aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommt."). Und zu guter letzt verstrickt sich der Autor schliesslich noch in einen unglaublichen Widerspruch indem er einerseits (zurecht) behauptet, dass Imkerei in Imkerschulen erlernt werden muss, andererseits die Werbetrommel ruehrt und meint, wer es trotzdem versuchen moechte, soll sich ein Buechlein zulegen...
Was man aber sehr wohl so ganz nebenbei machen kann ist sich Wildbienen und Hummeln "zu halten".
Dafür reichen ein oder zwei Hummelkästen und ein sog. Insektenhaus.
Kein Honig - aber eben auch keine Arbeit.
Und für Natur und Garten dennoch nützlich.
Abgesehen davon, daß Erdbienen aller Art, Hummeln etc ohnehin viel fleißiger sind als die Melliferens, ich hab was fast schon lustiges festgestellt: Seit ich die Erde zwischen den Weinstöcken nicht mehr störe und - ich schäme mich ja so: stattdessen RoundUp super ultra forte sonstnochwas spritze, ist diese Erde von Erdbienen und Hummeln (und Zieseln) durchlöchert. Schon Anfang März sind die Immen unterwegs und laben sich am austretenden Saft der frischen Wunden der geschnittenen Weinstöcke.
Und im Garten, meist neben Rasenkantensteinen, Betonwänden, Brunnenringen etc. sind sie auch.
Man braucht sie nur in Ruhe zu lassen.
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