EU-Budget soll um 6,8 Prozent wachsen

25. April 2012, 15:49
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Wachstumsinvestitionen sowie Beitritt Kroatiens als Gründe. Frankreich bezeichnet Vorschlag als "inakzeptabel"

Brüssel/Paris - Das EU-Budget soll nach dem Willen der Kommission 2013 um 6,8 Prozent auf 138 Milliarden Euro steigen. Die Erhöhung dürfte kaum auf Zustimmung der einzelnen Mitgliedstaaten stoßen, die selbst unter Sparanstrengungen leiden. Die Französische Regierung hat etwa bereits Protest angemeldet. Eine Einigung könnte daher erst gegen Jahresende erfolgen.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso rechtfertigte am Mittwoch den erhöhten Kapitalbedarf mit notwendigen Wachstums- und Beschäftigungsinvestitionen. Allen Beteiligten sei klar, dass gespart werden müsse, daher würden laut Vorschlag der Kommission die Verpflichtungsermächtigungen um nur zwei Prozent steigen, die Verwaltungsausgaben beschränkten sich sogar auf ein Plus von nur 1,2 Prozent. Dies sei weit weniger als die Inflationsrate, so Barroso. Darüber hinaus soll der Personalstand in den nächsten fünf Jahren jährlich um ein Prozent zurückgefahren werden.

Budget fließe zu 95 Prozent zurück

EU-Budgetkommissar Janusz Lewandowski fügte hinzu, das neue Budget werde teilweise auch schon Budgetposten für Beamte aus Kroatien, dessen Beitritt für Mitte 2013 erwartet wird, enthalten. Der Kostenanstieg sei zudem auch auf in den vergangenen Jahren eingegangenen finanzielle Verpflichtungen zurückzuführen, die aber erst jetzt schlagend würden. "Gewisse Zahlungen wurden damals nicht durchgeführt, weil Projekte noch nicht reif waren". Darüber hinaus würden von dem Budget 95 Prozent an die EU-Staaten zurückfließen, nur fünf Prozent gingen nach Brüssel.

Schließlich sollen die Zahlungsverpflichtungen für 2013 eingefroren werden. "Das ist das letzte Jahr der Finanzperiode 2007 bis 2013. Da summieren sich eine ganze Menge Rechnungen. Aber wir übertreten nicht irgendwelche Sparvorgaben", ergänzte der Budgetkommissar. Bisher ist der Haushalt der Europäischen Union von Jahr zu Jahr stetig gestiegen. Den stärksten Sprung hat es von 2003 auf 2004 mit mehr als zehn Prozent Steigerung gegeben. Damals kam es zu einer Erhöhung von 90,56 auf 100,14 Milliarden Euro. Grund war die große Erweiterungsrunde der EU von 15 auf 25 Staaten. 2007 folgte die bisher letzte Erweiterung um Rumänien und Bulgarien auf 27 Mitgliedsländer.

Frankreich und die EU - ein Missverständnis

Als erste europäische Regierung hat Frankreich am Montag auf den EU-Budgetvorschlag reagiert. Die französische Regierungssprecherin und Budgetministerin Valerie Pécresse nannte den Vorschlag am Mittwoch nach einer Ministerratsitzung in Paris "inakzeptabel", umso mehr, als sich der amtierende französische Präsident Nicolas Sarkozy "zur Stabilität des Unionsbudgets verpflichtet" habe. "Für uns ist es einfach unmöglich, dass die Europäische Union von allen ihren Mitgliedern Bemühungen zur Reduktion des Defizits und der Ausgaben verlangt, und dass sie zugleich eine Anhebung von sieben Prozent ihres eigenen Budgets vorschlägt", sagte Pecresse. "Wir verlangen heute von der Europäischen Union - so wie wir es in Frankreich auch wünschen - eine rigorose und seriöse Verwaltung."

Ähnlich äußerte sich am Mittwoch auch der freiheitliche EU-Parlamentarier, Andreas Mölzer. In einer Aussendung forderte von der "Brüssler Zentrale"in Zeiten allgemeinen Sparens den Gürtel enger zu schnallen. Möglich wäre etwa "sinnlose EU-Einrichtungen" wie etwa die Grundrechteagentur zu schließen oder die Zuständigkeiten Brüssels durch Renationalisierungen, beispielsweise im Landwirtschaftsbereich "zurechtzustutzen".

Paul Rübig, Haushaltssprecher der ÖVP im EU-Parlament, sah die Angelegenheit differenzierter und forderte eine "Versachlichung" der Debatte. Auf EU-Ebene müsse so "sparsam und effizient wie möglich gearbeitet werden", dennoch müsse die EU genügend Gelder bekommen, um die ihr von den Mitgliedstaaten übertragenen Aufgaben erfüllen zu können. Sparpotenzial ortete er in der Beseitigung von Doppelstrukturen etwa im Bereich der EU-Finanzmarktaufsicht und des Europäischen Auswärtigen Dienstes, zu denen weiterhin parallel nationale Strukturen existieren würden. (APA, 25.4.2012)

95% fließe zurück?

das kann sich nur um einen Scherz handeln.
Wie viel wird für die Ansuchen - administratrativen Tätigkeiten- Kontrolle usw verschwendet?
20 - 25 % ?

Tres bien, mes amis !

Vive la France, vive l'Autriche !

EU-Subventionen für Seniorenreisen

Wie ich an anderer Stelle im Standard lese... Angesichts derartiger Mittelver(sch)wendung dürfte nur ein 27faches Nein erschallen.
Die Chance der Finanztransaktionssteuer ließ sich Brüssel von der Banken- und Finanzindustrie ja weg-lobbyieren.
Klar will Kroatien nun seine "Dividende" einfahren. Aus Jux & Tollerei gibt man nicht seine Souveränität auf. Die Summe ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was fällig wird, wenn die Türkei am Beitrittstag die Hand aufhält.

EU-Geld zur Hotel-Subvention von Seniorenreisen

Wie ich an anderer Stelle im Standard lese... Angesichts derartiger Mittelver(sch)wendung dürfte nur ein 27faches Nein erschallen.
Die Chance der Finanztransaktionssteuer ließ sich Brüssel von der Banken- und Finanzindustrie ja weg-lobbyieren.
Klar will Kroatien nun seine "Dividende" einfahren. Aus Jux & Tollerei gibt man nicht seine Souveränität auf. Die Summe ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was fällig wird, wenn die Türkei am Beitrittstag die Hand aufhält.

Eine Erhöhung des EU-Budgets bedeutet zugleich auch eine steigende Belastung der Nettozahler wie Österreich. Wie unsere Regierung dem österr. Steuerzahler ein Sparpaket verordnen will und andererseits dann zusätzliches Geld nach Brüssel hinausschmeißt wird sie wohl schwer dem kleinen Mann von der Straße erklären können.

Um zu verhindern, dass sich die Machthaber immer weiter vom Volkswillen entfernen muss der Souverän die Möglichkeit haben jederzeit als kollektiver Korrekturmechanismus einzugreifen

Einfach Artikel "Umzingelt von Haien und Piraten" bzw. "Macht und Ohnmacht der Wähler" googeln und sich eigenes Bild machen.

Wenn sie genau hinsehen würden, was da eigentlich finanziert wird. Allein bei uns lebt eine ganze assoziale Industrie davon - unter dem Deckmantel der "Arbeitsmarkt Eingliederung," sprich Deppenkurse, zudem die vielen Förderungen für andere Projektträger, aus anderen Sparten. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Natürlich wäre es mit Aufwand verbunden, doch da wären einige Milliarden zu sparen, ja - böses Wort, aber man könnte es jeweils besser in die Bürger investieren. Sie wissen schon, die Leute, die für den ganzen Schmarrn im Notfall das letzte Hemd geben müssten, weils einige große vergeigen.

Aber was weiß ich denn schon, ich bin ja nur ein kleiner Depp, im großen Hamsterrad des Lebens.

Nur 5% bleiben in der EU hängen ...

Wieviel ist noch schnell das Durchschnittseinkommen der EU Angestellten?

95% fließen wieder zurück? Da kann man das Geld ja gleich da behalten!

Man spart sich dabei auch noch die 5% Deppensteuer für das EU-Parlament!

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