Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Bei allem Ärger über die österreichische Innenpolitik und die verschleppten Strukturreformen bei der Verwaltung und der Bildung gibt es immer wieder Nachrichten, die erklären, warum die Wirtschaft immer noch so erfolgreich ist.
Die friedliche Einigung zwischen AUA-Management und Belegschaft geben Hoffnung, dass Österreich auch in Zukunft seine Stellung als hochpreisiger, aber wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort behalten kann.
Dass die AUA-Belegschaft am Ende nachgeben muss, war schon lange absehbar. Viele der teuren AUA-Regeln stammen aus einer Zeit, in der Fluglinien noch Quasi-Monopole waren, und ohne massive Zugeständnisse könnte die Lufthansa-Tochter nie die Gewinnzone erreichen. Und der Markt für Piloten ist nicht so rosig, als dass die Drohung mit einer massiven Abwanderung wirklich glaubwürdig gewesen wäre.
Aber in anderen Ländern haben Piloten und Flugbegleiter in einer vergleichbaren Situation gestreikt. Das macht die Lage für die betroffenen Fluglinien noch schlimmer, aber das hält andere Gewerkschaften nicht davon ab. Selbst in Deutschland sind Arbeitsniederlegungen im Flugverkehr inzwischen gang und gäbe.
In Österreich lief alles ohne Arbeitskampf ab, die Belegschaft hat den selbstmörderischen Streik nicht einmal in Betracht gezogen, sondern versucht, in harten Verhandlungen das Beste aus einer schwierigen Situation herauszuholen. Das war der österreichische Weg, der Investieren und Arbeiten in diesem Land so attraktiv macht. Alle Achtung!
Auch eine andere Nachricht zeigt, wie gut Österreich im Vergleich dasteht – der Arbeitskostenvergleich des deutschen statistischen Bundesamtes. Mit 29,20 Euro liegt Österreich in der EU im guten Mittelfeld, zwar etwas über dem EU-Durchschnitt der Eurozone aber unter dem Niveau vieler anderer Staaten.
Österreich ist günstiger als die skandinavischen Staaten, die Benelux-Staaten, Deutschland und auch Frankreich, das mit 34,20 Euro pro Stunde zu den teuersten Produktionsstandorten gehört. Und auch bei den Lohnnebenkosten ist Österreich im Mittelfeld der Eurozone.
Das ist genau der Platz, wo Österreich sein soll: Überdurchschnittliche Einkommen, aber etwas günstiger als die Konkurrenz. Wenn man dann noch die relativ flexiblen Arbeitsgesetze in Betracht zieht, die auch dem AUA-Management die Verhandlungen erleichtert haben, dann hat Österreich in- und ausländischen Investoren immer noch viel zu bieten.
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy!
Auch in Europa hat der Klimaschutz keine Lobby – nicht einmal bei den Grünen
Josef Pröll war als Umweltminister beliebt, Niki Berlakovich ist eine Belastung - warum eigentlich?
Frankreichs Präsident ist besser, als es seine miserablen Umfragewerte suggerieren
Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss ist eine der Wurzeln der heutigen Krise
Der Kampf um das Bankgeheimnis kostet in der EU politisches Kapital, das Österreich anderswo brauchen könnte
Steigende Gehaltskurven verhindern einen Arbeitsmarkt für Senioren. Da wird sich etwas ändern müssen
Im Nachhinein ist es klar: Die Höhenflüge der beiden Werte im Vorjahr waren typische Blasen
Die Wirtschaftsreformen der Premierministerin waren teils überfällig, aber sie brachten weniger als oft behauptet
Nicht alle Unternehmer verstehen viel von Ökonomie - und der Neo-Parteigründer weiß besonders wenig
Der Ansturm am 1. Jänner ist Irrsinn, das Los ist es auch. Eine Auktion würde der Umwelt am meisten bringen
Die stehen nicht nur im Fußball besser da, als wir hier in Österreich, wo seit 10 Jahren die Mieten, Lebenshaltungskosten und Inflation deutlich (!) stärker gestiegen sind als die Löhne (mit Ausnahme der Managergehälter die haben sich ver-x-facht. Dafür gehen unsere Wissenschaftler weg in die schweizer Forschung)
---------
siehe AK-Studien Mietpreisentwicklung, Preiseindex (googeln, downloaden, selber lesen)
Habe selber 7 Jahre in der Schweiz gearbeitet: keine Betriebsräte, höhere Wochenarbeitszeit, kein Anrecht auf 13. Monatsgehalt, 4 Wochen Urlaub im Jahr (die Bevölkerung hat gerade dieses Jahr eine Initiative zur Erhöhung der Ferientage abgelehnt), nur 14 Wochen Schwangerschaftsurlaub ohne Anspruch auf einem gleichwertigen Arbeitsplatz danach, Arbeitgeber muss keine Beiträge zur Krankenkassen leisten etc.
Rechnet man dann noch die wesentlich höheren Lebenshaltungskosten dagegen (meine Wohnung in Wien kostet etwa soviel wie mein WG Zimmer in Zürich!), ists nicht mehr ganz so attraktiv (aber trotzdem ist der Unterschied netto noch da).
Und mit Hungerlöhnen wird keine Qualität erzeugt.
In AT faselt die WKO zB dauern von zu hohen Löhnen und zu geringer Arbeitszeit. Eine strukturelle Falle. Ein ökonomischer Irrwitz. Eine soziale Katastrophe mit Spätzündung.
Dass ich in diesem Juxverein Zwangsmitglied sein muss, ist eine Folter.
Kunden in CH zählen zu meinen bevorzugten .. anspruchsvoll aber fair.
Wirtschaftsstandortes sind aber komplexer.
Ich bin selbst ja ein pointiertet Kritiker gewerkschaftlicher Partikularinteressen, aber "der soziale Friede" ist nur ein Randaspekt.
Für eine höchst entwickelte Nation stehen die strukturelle Herausforderungen im Vordergrund: Innovationsinfrastruktur, Qualität des Jobmarkts, Kommunkationsinfrastruktur, Qualität des Finanzsystems .... Dazu makroökonomische Randbedingungen, wie Inflation ...
Aber ganz oben: die Kraft der vom Standort erreichbaren Märkte.
In AT schlummert im strukturellen Defizit Schreckliches: das rasche Absinken in Bildungs- und Innovationsrankings. Als Markt sind wir nicht sooo interessant.
http://hbr.org/2012/03/c... tates/ar/1
Ihr Kommentar befremdet mich. Da ich weiß, dass auch in Ihrem Unternehmen gewütet wird, was Auslagerungen, Mehrarbeit, Kürzung von Sozialleistungen betrifft, verstehe ich Ihre Einstellung gegenüber den ArbeitnehmerInnen nicht. Wenn wir uns tatsächlich, wie es Ihr Wunsch scheint, immer weiter in Richtung Mehrarbeit, weniger Lohn, Sozialkürzungen bewegen sollen, dann stehen wir in 10-20 Jahren vor den Trümmern unserer Existenzen und die nächste Generation spukt uns mit vollem Recht vor die Füße!
Auf das gnädige Einlenken von ansonsten halsstarrigen und geistig in den Klassenkämpfen der Zwischenrepublik verankerten Funktionären sind wir wohl noch nicht angewiesen. Die Zukunft liegt nicht in Dinosaurierbranchen, die nur mit massiven Gehaltskürzungen in der Überlebenszone gehalten werden können, sondern in der High-Tech- und Green-Tech-Welt, wo wir dank dualem Ausbildungssystem ausgezeichnet aufgestellt sind, und wo auch ordentliche Löhne gezahlt werden können.
Sorgen machen muss man sich höchstens wegen der Politiker, die offenbar tatsächlich bereit sind, unser Bildungssystem sehenden Auges gegen die Wand zu fahren.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.