Protest bei Mayr-Melnhof-Aktionärstreffen in Wien

25. April 2012, 13:45
  • Internationale Gewerkschaften machen gegen den Kartonhersteller Mayr-Melnhof mobil.
    foto: apa/herbert neubauer

    Internationale Gewerkschaften machen gegen den Kartonhersteller Mayr-Melnhof mobil.

Angebliche Aussperrungen und unrechtmäßige Entlassungen bei Werk-Schließung in Liverpool - Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Wien - Wegen der Schließung eines Werks in Großbritannien haben Gewerkschafter aus dem In- und Ausland am Mittwoch vor der Hauptversammlung der börsenotierten Mayr-Melnhof Karton in der Wiener Innenstadt demonstriert. Ihre Kritik richtet sich gegen angebliche "Ungereimtheiten bei Abfertigungszahlungen", die "Missachtung gesetzlicher Konsultationsbestimmungen" sowie einige Fälle "ungerechtfertigter Entlassungen". Vorwürfe, man habe ungerechtfertigte oder gar illegale Maßnahmen ergriffen, wies ein Mayr-Melnhof-Sprecher zurück. Zuletzt hatte das Faltschachtel-Werk in Liverpool 109 Mitarbeiter beschäftigt, Ende März wurde - nach mehreren Restrukturierungsversuchen - das "Aus" verkündet.

Die Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE verurteilten am Mittwoch "die völlig überzogenen Reaktionen des Managements" und erklärten ihre Unterstützung für die Proteste der Gewerkschaften in Großbritannien sowie des bestehenden Europäischen Betriebsrats, dessen Mitwirkungsrechte bei der Werkssperrung ebenfalls nicht eingehalten worden seien. In Österreich habe man Mayr-Melnhof als Unternehmen kennengelernt, das sich hier "stets als korrekter Arbeitgeber mit Handschlagsqualität" erwiesen habe, umso irritierter sei man über das unsensible Vorgehen im Ausland. Die Demo fand unweit der Staatsoper beim Grand Hotel am Kärntner Ring statt, wo ab 10 Uhr die Mayr-Melnhof-HV abgehalten wurde.

Zahlung angeboten

Zu den Abfertigungs-Vorwürfen rund um die Schließung des Werks Liverpool hält Mayr-Melnhof fest, dass man den Mitarbeitern immer Zahlungen angeboten habe, die über dem gesetzlichen Minimum liegen. Zu der 90-tägigen Konsultationsfrist nach britischem Recht wird betont, dass sich derartige Gespräche erübrigt hätten, da die Schließung festgestanden sei; das hätte die Beschäftigten nur in falscher Hoffnung gewiegt. Und zu den insgesamt vier Entlassungen erklärt man, dass es hier schon davor unerfreuliche Vorkommnisse gegeben habe; Entlassungen setzten ja immer bestimmte Gründe voraus.

Die aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der Marktentwicklung nötige Werksschließung habe sich schon länger abgezeichnet und sei nicht aus heiterem Himmel gekommen, wird seitens des Unternehmens betont. In mehreren Restrukturierungsschritten - 2008, 2010 und zur Jahreswende 2011/12 - habe man versucht, den Standort wettbewerbsfähiger zu machen. Letztlich sei es aber unvermeidlich gewesen, die Produktion in Liverpool zuzusperren. (APA, 25.4.2012)

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9 Postings

Mayr-melnhof ist berüchtigt! Eine der reichsten Familien in Ö. über die man aber wenig weiß. Zuletzt machte sich der Konzern in der schweiz einen Namen:
http://www.drs.ch/www/de/dr... aeden.html
http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/be... 4/index.do

Das sind die Leistungsträger, die ganze Regionen erpressen (Förderung oder Schließung!) und ihre profite dann in Stiftungen parken!

ist das die firma, die davon lebt unser aller wald zu vernichten?

nein, die karren papier auf containerschiffen zwischen europa und asien hin und her.

Diese gemeine Verschwörung

hat allerdings bisher dazu geführt, dass es zumindest bei uns immer mehr Wald gibt. Mindestens 15 ha Grünland werden bei uns täglich zu Wald, mit zunehmender Geschwindigkeit.

:-)

und in 100 jahren ist ganz ö ein einziger wald.
keine autobahnen
keine städte
und auch
keine industrie mehr
nur mehr alles wald.
;o)

hab ich auch gehört davon. sogenannte turbo bäume wachsen dort. wo gestern eine wiese war, steht heute ein dichter tannenwald. experten sprachen, wie sie von einer verschwörung. die herrschaft des waldes und der waldbewohner hat begonnen.

Aktuelle Zahlen von der Waldinventur des Lebensmisteriums:

"Während weltweit u.a. durch Urwaldrodungen die Waldfläche abnimmt, hat sie in Österreich in den letzten 25 Jahren um rund 111.000 Hektar zugenommen."

Das macht cirka 12 Hektar pro Tag im Durchschnitt.

Also wo genau wird denn jetzt "unser aller Wald" vernichtet? Vernichtet Mayr-Melnhof den Wald der Bundesforste? Oder ihren eigenen Wald?
Oder haben manche Poster hier einfach nur Null Ahnung?

Wenn jemand Ihren Wald vernichtet, sollten Sie bei Gericht klagen.

Ich bin von der Gewerkschaft wirklich positiv überrascht - hätte mir nicht gedacht, dass sie eine Soliaktion für die englischen KollegInnen auf die Reihe bringen. Gegen das internationale Kapital helfen uns nur internationale gewerkschaftliche Kämpfe, wie sie z.B. bei Starbucks geführt wurden - nationalstaatliche Kleingeisterei nützt hier genau gar nichts.

Worum es bei dem Arbeitskampf geht:
http://www.anarchismus.at/februar-2... lnhof-werk
http://www.anarchismus.at/anarchist... itskaempfe

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