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„Turbo“ für die nachhaltige Energiezukunft

25. April 2012, 11:45

Mit einem Aktionsprogramm, das Investitionen von 16,3 Milliarden Euro umfasst, startet Österreichs E-Wirtschaft den Turbo für die nachhaltige Energiezukunft

Mit einem Aktionsprogramm, das Investitionen von 16,3 Milliarden Euro umfasst, startet Österreichs E-Wirtschaft den Turbo für die nachhaltige Energiezukunft. „Wir wollen die verfügbaren Erzeugungspotenziale nutzen, zusätzliche Speicher schaffen, einen sicheren Stromtransport mit geringen Verlusten durch zeitgemäße und leistungsfähige Netze gewährleisten, Effizienzpotenziale heben und Zukunftschancen für unsere Branche nutzen", erklärte Leo Windtner, Vizepräsident von Oesterreichs Energie und Vorstandsvorsitzender der Energie AG Oberösterreich.

Österreichs E-Wirtschaft setzt damit den Trend steigender Investitionen fort.
Windtner: „Die Energiewende und die intensiven Bestrebungen zur Reduktion der Treibhausgase haben die E-Wirtschaft zur Schlüsselbranche für die gesamte Volkswirtschaft gemacht und wir zünden jetzt den Turbo für die Energiezukunft. Oesterreichs Energie wird sich mit innovativen Konzepten und großem Elan den als richtig erkannten Zielen widmen." Dazu gehören der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Ausbau der Netze und Speicher und die Einführung richtungweisender Energiedienstleistungen. Zusätzlich braucht man thermische Kraftwerke als Backup und Ausgleich für die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien. Der aktuelle Stand der Maßnahmen ist im Aktionsplan von Oesterreichs Energie zusammengefasst.

3,5 Milliarden Kilowattstunden sauberer Strom pro Jahr zusätzlich

Insgesamt befinden sich Kraftwerksanlagen mit Engpassleistungen von 9600 Megawatt (MW) in Bau bzw. sind von den österreichischen Elektrizitätsunternehmen bis 2020 bereits konkret geplant. Davon entfallen auf Laufwasserkraftwerke zirka 650 MW, auf Pumpspeicherkraftwerke 5000 MW, auf Ökostromanlagen zirka 750 MW und auf thermische Kraftwerke rund 3200 MW. Mit den neuen Kapazitäten vor allem aus Wasserkraft und Windkraft wird die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien um 3,5 Milliarden Kilowattstunden jährlich steigen.

Im Wasserkraftbereich sind zehn Laufwasserkraftwerksprojekte und sechs Pumpspeicherkraftwerke in Bau. Die Liste der Projekte in Planung und Verfahren umfasst derzeit 31 Laufkraftwerke und zwölf (Pump)-Speicherkraftwerke. Im thermischen Bereich gibt es insgesamt sieben Projekte, 18 Projekte gibt es bei neuen erneuerbaren Energien. Damit setzt sich die Investitionsoffensive, die bereits vor einigen Jahren begonnen hat fort. Bereits im Zeitraum von 2008 bis einschließlich 2011 konnte eine zusätzliche Erzeugung von rund 450 Millionen Kilowattstunden verwirklicht werden.

Im Bereich der Übertragungs- und Verteilnetze sind in den kommenden zehn Jahren Investitionen von 8,2 Mrd. Euro geplant. Dazu kommen voraussichtlich die Kosten für die Installation der Smart Meter und den Ausbau smarter Netze. Insgesamt ergeben sich damit in Summe voraussichtlich Netzinvestitionen von 13 Mrd. Euro bis 2020.

E-Wirtschaft investiert in die Zukunft

2010 wurden laut dem jüngsten Investitionstest 700 Mio. Euro in Kraftwerke investiert, die Netzinvestitionen betrugen 760 Mio. Euro. Zusammen mit den „sonstigen Investitionen" ergibt das ein jährliches Investitionsvolumen von 1,55 Milliarden Euro. Damit sicherte die E-Wirtschaft rund 14.500 Arbeitsplätze und löste einen gesamtwirtschaftlichen Produktionseffekt von 2,9 Mrd. Euro aus, von denen 1,9 Mrd. Euro auf heimische Wertschöpfung entfielen.

Aufbau von innovativen Energieservices

In den kommenden Jahren wird Österreichs E-Wirtschaft innovative Energieservices aufbauen, um ihren Kunden neue und zusätzliche Dienstleistungen anzubieten und dafür kundenfreundliche, effektive Geschäftsmodelle entwickeln. Oesterreichs Energie hat vier Handlungsfelder für die Energiezukunft definiert, die in den kommenden Jahren verstärkt ausgebaut werden sollen:

  • Das Elektrizitätsunternehmen als umfassender Energieberater - wer ein Haus baut oder saniert, oder sich Gedanken über seine Energieversorgung macht, soll von der E-Wirtschaft ein umfassendes Dienstleistungsangebot erhalten.
  • Angebote für kleine und mittlere Unternehmen - als externe Partner will die E-Wirtschaft KMU bei der Erschließung von Einsparpotenzialen unterstützen.
  • Neue Dienstleistungen für Energiekunden im Zusammenhang mit smarten Anwendungen - für Elektrizitätsunternehmen ergibt sich im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Rollout von Smart Metern die Chance, die dann ergänzenden bzw. zeitnah verfügbaren Informationen für das Angebot von neuen Dienstleistungen nutzbar zu machen. Die Unternehmen der E-Wirtschaft werden ihren Kunden Services anbieten, die Kosteneinsparungen, verbesserten Komfort und innovative Funktionalitäten inkludieren.
  • (Städtischer) Lieferverkehr mit Elektro-Nutzfahrzeugen als Einstieg in die E-Mobilität - der Einsatz von elektrischen Lieferfahrzeugen erscheint vor allem im Stadtverkehr besonders sinnvoll. Besonders geeignet erscheinen die elektrischen Nutzfahrzeuge für Betriebe mit regelmäßigen Kundenbesuchen in einem begrenzten Einzugsbereich. Ihnen sollen im Rahmen von Allianzen mit anderen Playern des Mobilitätsbereichs Gesamtpakete mit einem zentralen Ansprechpartner (onestop-shop), bestehend aus Fahrzeug, Ladestation, Finanzierung und evtl. eigenem Stromprodukt (100 Prozent Ökostrom) angeboten werden.

Verzögerungen gefährden Energie- und Klimaziele

Netzinvestitionen oder Wasserkraftprojekte benötigen aufgrund der umfangreichen Genehmigungserfordernisse Planungs- und Projektierungszeiträume von bis zu drei Jahren und der Bau dauert dann weitere drei bis fünf Jahre. Windtner: „Daher müssen Wasserkraftwerksprojekte, die zur Erfüllung der Zielwerte bis 2015 die Erzeugung von
CO2-freiem Strom und die Bereitstellung von Speicher bzw. Ausgleichs- und Regelenergie sicherstellen sollen bis allerspätestens Ende 2012 rechtskräftig genehmigt sein." Tatsächlich überschreiten nahezu alle Genehmigungsverfahren der aktuellen Projekte diese Fristen, teilweise um ein Vielfaches. Auch bei Netzprojekten gibt es große Verzögerungen.

Maßnahmen und Aufgaben zur Sicherung der Energiezukunft

  • nationaler Schulterschluss (Gebietskörperschaften, Politik, E-Wirtschaft) und das allgemeine Bekenntnis zu heimischen Energieinfrastrukturprojekten
  • Umsetzung der Energiestrategie und deren Potenziale
  • Hohe Investitionen in die Elektrizitätsnetze und die Stromerzeugung
  • Beschleunigung von Genehmigungsverfahren für Projekte, die zur Zielerreichung „positive Strombilanz durch Erhöhung der Eigenerzeugung und Effizienz" führen
  • Katalog prioritärer Infrastrukturprojekte
  • Aufklärung und Dialog mit der Bevölkerung
  • Schaffung und Absicherung von Investitionsbedingungen insbesondere für die Netzbetreiber (regulierter Bereich)
  • Neue innovative Services der E-Wirtschaft für ihre Kunden als vierte Säule der Geschäftstätigkeit neben Erzeugung, Vertrieb und Transport von Strom

Energiezukunft erfordert entschlossenes Handeln

Die Rahmenbedingungen für die Energiezukunft stehen fest, die Umsetzung erfordert aber entschlossenes Handeln, erklärte der Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, Peter Traupmann: „Auf EU-Ebene wurden im Klima- und Energiepaket maßgebliche Ziele festgelegt, die die EU und ihre Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2020 erreichen müssen. Österreich ist im Zusammenhang mit dem Klima- und Energiepaket dazu verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energieträger am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 34 Prozent zu erhöhen."

Darüber hinaus sind die Treibhausgasemissionen in jenen Bereichen, die nicht dem Emissionshandel in der EU unterliegen, bis 2020 um mindestens 16 Prozent (gegenüber 2005) zu reduzieren und die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen. Zusätzlich gibt es die Energiestrategie Österreich sowie die Low Carbon Road Map und die Energy Road Map 2050 der EU.

Elektrische Energie, so Traupmann, wird weiter an Bedeutung gewinnen und einen Teil der fossilen Energieträger im Verkehrsbereich und im Raumwärmebereich ersetzen. Trotz Steigerung der Energieeffizienz wird der Stromverbrauch in Österreich daher langfristig um weitere 15 bis 20 Prozent steigen. Die Liberalisierung des Strommarktes und der starke Ausbau erneuerbarer Energieträger verändern zudem auch die Anforderungen an Übertragungs- und Verteilernetze. Traupmann: „Die Entwicklung aller Potenziale für einen nachhaltigen Energiemix wird das ganze Energiesystem verändern. Die vorhandene Energieinfrastruktur muss insgesamt bestmöglich genutzt und gesteuert werden. Auch ein Ausbau von Übertragungsnetzen und Speicherkapazitäten wird für die Versorgungssicherheit und die Integration der erneuerbaren Energien erforderlich sein. Strom wird als Energieform daher weiter an Bedeutung innerhalb des Energiesystems gewinnen."

Netze werden smart

Die Verteilernetze werden aus Sicht Traupmanns zu Smart Grids weiterentwickelt werden, um den Ausbau dezentraler Erzeugung zu unterstützen und zusätzliche neue Dienstleistungen zu ermöglichen. Die bis 2020 zu erwartende Ausstattung eines Großteils der Endkunden mit intelligenten Messgeräten (Smart Meters) werde die Grundlage dafür bilden. „Die Zukunft wird auch einen Wandel der Geschäftsmodelle der Branche bringen. Aus Energielieferanten werden Provider von Energieservices, die eine völlig neue Rolle in Gesellschaft und Wirtschaft übernehmen werden. Auch hier ist die E-Wirtschaft schon aktiv und der Aktionsplan präsentiert weitere Kernthemen", so Traupmann.

Über Oesterreichs Energie

Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen und informieren die Öffentlichkeit über Themen der Elektrizitätsbranche.
Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000 Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte 2010 rund 60 Milliarden Kilowattstunden, davon 60 Prozent aus nachhaltiger Wasserkraft.

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Die Leser/innen von derStandard.at haben im Rahmen des von Oesterreichs Energie initiierten Energiediskurses die Möglichkeit, Fragen zur Zukunft der Energieversorgung direkt an Generalsekretärin Barbara Schmidt zu stellen und sich so an der Diskussion aktiv zu beteiligen.
Die Antworten erscheinen regelmäßig hier auf dieser Seite. Senden Sie ihre Fragen an energiediskurs@derStandard.at oder als Posting hier!
    foto: energie ag

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