"Mit den Science Busters nach Las Vegas wäre cool"

Interview | Jacqueline Kanta, Max Miller, Martin Ruhs
25. April 2012, 10:52
  • "Ein Labor ist nichts Spannendes", sagt "Science Buster" Werner Gruber zum SCHÜLERSTANDARD und zeigt dennoch stolz seinen Arbeitsplatz. Noch wohler würde er sich aber auf einer Bühne in Las Vegas fühlen. Bühnenerfahrung sammelte er im Rabenhof-Theater und im ORF.
    foto: standard/pumberger

    "Ein Labor ist nichts Spannendes", sagt "Science Buster" Werner Gruber zum SCHÜLERSTANDARD und zeigt dennoch stolz seinen Arbeitsplatz. Noch wohler würde er sich aber auf einer Bühne in Las Vegas fühlen. Bühnenerfahrung sammelte er im Rabenhof-Theater und im ORF.

Der SCHÜLERSTANDARD wagte einen Blick ins Labor von Neurophysiker und "Science Buster" Werner Gruber

SCHÜLERSTANDARD: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Physik humorvoll zu unterrichten?

Werner Gruber: Die Geschichte der Science Busters ist eine oft erzählte und oft missverstandene. Mit der Volkshochschule veranstalteten mein Kollege Heinz Oberhummer und ich vier Vorträge zu jeweils fünf Stunden - ohne Pause. Daraufhin meinte er, wir bräuchten einen Moderator und müssten das Konzept ändern. Wir hatten aber keine Ahnung von Theater und wollten uns Rat bei einem Schauspieler holen, jemandem der witzig ist. Wir hatten die Telefonnummer von Martin Puntigam und haben ihn angerufen und um Hilfe gebeten. Ein halbes Jahr später hatten wir auf der Technischen Universität einen Vortrag. Da hat es aber noch nicht so funktioniert, wie es sollte. Am dritten Abend probierten wir neue Sachen aus. Martin Puntigam sprach schließlich den Direktor des Rabenhof-Theaters an, er solle uns eine Chance geben.

SCHÜLERSTANDARD: Sie haben also bei einem Kabarettisten nachgefragt, um das Programm vielseitiger zu gestalten?

Gruber: Wir brauchten jemanden, der Struktur hineinbringt, der moderieren kann und sich mit Theater auskennt. Alles was in der Aufführung vorkommt, hat seinen Grund. Martin Puntigam symbolisiert den Ahnungslosen und stellt Fragen, die eigentlich aus dem Publikum kommen.

SCHÜLERSTANDARD: Wollten Sie vor den "Science Busters" schon etwas Ähnliches machen?

Gruber: Die Öffentlichkeitsarbeit hat mich schon immer gereizt, aber die Science Busters sind passiert. Nach dem Studium hat es ein Projekt gegeben, bei dem Universitätslektoren Vorträge in Volkshochschulen hielten. Das Projekt gibt es jetzt seit zwölf Jahren und konzentriert sich immer noch darauf, Universitätswissen an die Öffentlichkeit zu tragen. Um ehrlich zu sein, tat ich das hauptsächlich für das Geld. Damals, als Universitätslektor, habe ich extrem wenig verdient. Da traf sich einfach Geld mit Interesse.

SCHÜLERSTANDARD: Ihr Programm, wird oft als Ersatz zum konventionellen Schulunterricht gesehen. Haben Sie jemals daran gedacht, selbst als Lehrer zu arbeiten?

Gruber: Tatsächlich war ich Physiklehrer in einer Schule. Nun bin ich Universitätstutor, übe also auch einen Lehrberuf aus. Der Grund für den Berufswechsel war, dass viele Lehrer mir immer wieder erklärt haben, ich würde mich nicht auskennen. Ich sehe meine Lebensaufgabe nicht darin, Lehrer zu sein. Für mich ist das Lehrerdasein viel zu langweilig. Man muss jedes Jahr denselben Stoff an dieselben Schüler weitergeben. Doch der Lehrerberuf ist ein sehr wichtiger. Ich habe das eine Jahr an der Schule sehr genossen, habe viel gelernt und hatte eine gute Zusammenarbeit mit den Kindern. Die Arbeit mit den Kollegen lief nicht so gut.

SCHÜLERSTANDARD: Haben sich Ihre Lehrmethoden von denen der anderen Lehrer unterschieden?

Gruber: Ja, das kann man schon sagen. Jede Klasse hat einen eigenen Unterricht bekommen, teils klassischer Frontalunterricht, teils Erlebnisunterricht. Ich habe auch eine Klasse mithilfe von Plüschtieren unterrichtet, und in einer anderen brachten sich die Schüler den Stoff selbst bei. Schlussendlich prüften sie sich sogar gegenseitig. Jede Klasse bekam also die Unterrichtsart, die sie brauchte.

SCHÜLERSTANDARD: Steht für Sie die Neurophysik oder die "Science Busters" im Vordergrund? Was machen Sie lieber?

Gruber: Das kann man nicht sagen. Ein Labor ist nichts Spannendes. Es ist sogar unheimlich frustrierend. Für ein Experiment muss man erst wochenlang rechnen. Dann sucht man alles, was man dafür braucht in Katalogen. Nach ein paar Wochen hat man seine Materialliste, und dann bestellt man. Danach versucht man es aufzubauen. Das funktioniert aber nicht sofort. Schließlich hat man etwas vergessen und muss nachbestellen. Nach einem Jahr funktioniert es dann endlich.

SCHÜLERSTANDARD: Welche Ambitionen haben sie noch?

Gruber: Den Nobelpreis. Nein, das ist ein bisschen übertrieben. Mit den Science Busters nach Las Vegas wäre ein cooles Ziel, wo die Bühne größer ist als der Rabenhof. Auch im Ernst-Happel-Stadion vor 70.000 Menschen aufzutreten würde mich reizen. . Wie er mit Plüschtieren die Wärmelehre erklärt, erzählte er Jacqueline Kanta, Max Miller und Martin Ruhs. (Jacqueline Kanta, Max Miller, Martin Ruhs, DER STANDARD, 25.4.2012)

WERNER GRUBER ist Neurophysiker an der Uni Wien und wurde durch die ORF-Sendung "Science Busters" bekannt, die Physikalisches anschaulich machen will. Er schrieb fünf populärwissenschaftliche Bücher zur Physik. Derzeit arbeitet er an einem Buch mit dem Titel "Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln".

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Uh oh. Über Determinismus muß ich jetzt noch ein wenig sinnieren. Wenn man allerdings davon ausgeht, dass es keine Zufälle gibt, dann, aber auch wenn nicht:

Danke für die Sendung heute!!!

P.S. Das Gitarren-Solo hat mir besonders gefallen.

"Ein Labor ist nichts Spannendes"

Vielleicht nicht in seinem Fall, aber normalerweise ist das Labor das intellektuelle Zentrum jedes experimentellen Wissenschaflters!

womit dann auch erklärt wäre, warum wir uns immer weiter von der natur entfremden und auch immer weniger von ihr verstehen - im labor herrscht meist wenig natur, sondern eher künstliche bedingungen.

jene die ein gutes naturverständnis entwickelten - ein tesla, ein schauberger etc. haben sich eher selten in labors aufgehalten um irgendwelche theorien zu wälzen - die sind rausgegengen, haben sich die natur und ihre prozesse angesehen und dann versucht diese zu verstehen und zu kopieren - und den meisten von diesen naturforschern ist das hervorragend gelungen - seit wir uns theorienwälzend in labors einschließen brauchen wir uns nicht zu wundern, daß nix mehr weitergeht;-)

Ein gutes Naturverständnis

hilft in einigen Wissenschaftsgebieten, aber wenn man in den Kern der Materie vordringen will dann kann dass nur unter reproduzierbaren Laborbedingungen funktionieren.
Ich bezweifle uebrigens dass wir uns von der Natur entfremden. Die neuen Einsichten aus den Naturwissenschaften haben meiner Meinung nach unser Verstaendnis (auch gefuehlsmaessig wenn Sie wollen) um Einiges erhoeht.

eine perfekte illustration unserer wissenschaft - keiner wäre besser geeignet, die flexibilität, agilität, bescheidenheit und allgemein pracht unserer konzerngesponserten profit-wissenschaft besser zu repräsentieren;-)

konzerngesponserten profit-wissenschaft

Die meisten Wissenschaflter koennen von Konzernsponsoren nur traeumen und sind hauptsaechlich auf staatliche Foerderungen angewiesen. Die staatlichen Foerderungen werden hauptsaechlich durch Gremien vergeben die den wissenschaftlichen Wert der Forschung beurteilen und nicht prinzipiell an Anwendungen interessiert sind. Versuchen Sie einmal Geld vom ERC (European Research Council) zu bekommen mit einem "profit-orientierten" Antrag - sie werden da nicht weit kommen ...

Tolle Sendung.

Auch wenn eine Arte-Dokumentation zum Thema "Turiner Grabtuch" anscheinend wissenschaftlich belegt, etwas anderes aussagt, als die Science Buster zu diesem Thema. (Anmerkung: Die Doku behauptet nicht, das Grabtuch wäre von Jesu.)

Ich habe noch keinen Koch oder sonst wem im FS gesehen, der mit solch einer Andacht und Wolllust einen Schweinsbraten verkostet hat. Die Szene alleine ist Kult!!!

Gruber

ist einfach SUPER!!

Ich werde nie seine Thermit-demo (damals ein Teil gegen den Nacktscanner) vergessen!

Bei der Gehässigkeit im politisch korrekten Standard-Forum, muss man sich nicht wundern, warum der Weltfrieden eine Illusion bleiben wird.

ich vermisse die curiosity show, das waren zeiten!

.

Nobelpreis?
Zuerst einmal eine Diss. wär net schlecht!

wie tät das die show besser machen?

Prof. Oberhummer war für den Nobelpreis vorgeschlagen...

http://www.google.at/search?q=... =firefox-a

Und? George W. Bush und Saddam Hussein waren beide für den Friedensnobelpreis NOMINIERT.

Tausche Rolls Royce und einen Eimer Marijuana gegen Nobelpreis

für den nobelpreis braucht man keine dissertation.

.

Für den Alternativ- und Literaturnobelpreis sicher nicht!

Aber wissenschaftliche Leistungen waeren nicht schlecht.... (Und im übrigen: gab es jemals einen Physik-Noblepreisträger ohne Dissertation?)

In Chemie gab's das.

z.B. Charles Pedersen (Nobelpreis 1988). Der hatte nach dem Master keine Lust mehr, seine Zeit im akademischen Zeremoniell zu verplempern und begann statt dessen ohne formelle Rücksichten zu forschen.

Sehr ungewöhnlich. Laut wikipedia war der Grund übrigens: Er "wollte seinen Vater nicht länger finanziell belasten", einen Zusammenhang mit seiner Ablehung irgendeines Zeremionells habe ich dort nicht gefunden.

Ja so sind wir Österreicher ohne Titel ....

... ist alles nix wert aber wenn man dann einen hat ist alles was man erzählt gleich viel mehr Wert.

Is es ned egal ober er Dr; DDr; DDDr oder nur "Lektor" ist. Von Physik haben Sie Ahnung bei allem anderen bin ich mir nicht ganz so sicher - es ist auf jeden Fall unterhaltsam und sicher besser als Saturday Night Fever oder wie das heißt.

Ich finde was Gruber macht sehr schön und lobenswert; aber es wundert mich immer wenn er sich als Wissenschaftler darstellt, das ist er halt nicht. Ein gutes*Indiz* dafür ist, dass er es seit ewigen Zeiten nicht einmal schafft seine Diss zu schreiben. Natürlich stimmt es dass der Titel nicht wichtig ist, sindern die wissenschaftl Leistung, und theoretisch könnte auch jemand ohne Titel herrliche wissenschaftl Leistungen vollbringen; aber bei Gruber ist das halt nicht der Fall...

Papierflieger

Mag. Grubers Homepage über Papierflieger strotzt nur so von Unsinnigkeiten. Das tut als technisch-naturwissenschaftlich ausgebildeter Mensch schon weh zu lesen.
Auch das Schnaufen, welches offensichtlich vom anstrengenden Stehen kommt ist in der Sendung eher mühsam.
Aber: Gut selbstvermarkten kann er sich, Hut ab. Aber die "wissenschaftliche" Anspruch der Sendung könnte gesteigert werden, wenn er nach zig Jahren die Muße findet, eine Dissertation zu vollenden. Am besten bei Oberhummer. Dr. hc. tät ja auch schon reichen ;)

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