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Eigentlich verfolgten schon seine Eltern die Philosophie, die hinter dem "Vulkanland" steht, sagt Josef Ober am Ende eines Gesprächs über die südoststeirische Region, die er seit mehr als zehn Jahren promotet.
Denn sie hatten nur einen kleinen Bauernhof in Auersbach im Bezirk Feldbach, wo Ober vor 54 Jahren geboren wurde und seither lebt. "Und sie haben aus ganz wenig mit wenig Aufwand viel gemacht", erzählt der ÖVP-Landtagsabgeordnete und ehemalige Bürgermeister seiner Heimatgemeinde stolz.
Tatsächlich haben auch Gemeinden in den Bezirken Feldbach, Radkersburg und Fürstenfeld, die lange in ihrer als "Grenzland" bezeichneten Region wirtschaftlich benachteiligt waren, unter der Dachmarke "Vulkanland", die Obers Idee war, erfolgreich Nischen vor allem in der Kulinarik und dem Tourismus erobert.
Relaunch der "abgelebten Gegend"
Inspirieren ließ sich Ober "zum Relaunch unserer abgelebten Gegend", wie er es nennt, auch auf Urlauben mit seiner Frau, mit der er seit 31 Jahren verheiratet ist und drei Kinder hat, vor allem in verschiedenen italienischen Regionen. Dort hatte er auch die Idee, aus den "Schweinen hier nicht nur gute Schweinshälften, sondern einen ordentlichen Schinken" zu machen.
Das Projekt wurde vom Land großzügig gefördert. In seiner Heimatregion war man Ober dankbar, bei Vorzugsstimmenwahlkämpfen schnitt er steiermarkweit am zweitbesten hinter dem roten Landeshauptmann Franz Voves ab.
"Wer nur auf ausgetretenen Pfaden geht, macht immer das Gleiche" ist eine von vielen Weisheiten, die Ober bemüht, wenn er seine Arbeitsweise beschreibt.
Doch jener Pfad, den er nun gemeinsam mit der rot-schwarzen Landesregierung, den "Reformpartnern", beschreiten wollte, war nur ein kurzer: "Vulkanland" sollte nach der Fusion der Bezirke Feldbach und Radkersburg auch der neue Bezirk heißen. Das hätte nicht nur die Südoststeirer zu Vulkaniern werden lassen, sondern auch der kulinarisch-touristischen Marke neuen Auftrieb gegeben.
Emotionen unterschätzt
Doch es gab vehemente Proteste aus den betroffenen Gemeinden. "Ich habe unterschätzt, wie viel Emotion bei solchen Fusionen mitspielen", sagt Ober nun, der schließlich selbst die Reformpartner in Graz bat, einen anderen Namen zu suchen. "Denn die Diskussionen hätten unserer Marke geschadet", erkannte ein Mann, der vorübergehend zum Zerrissenen zwischen Landes- und Regionalpolitik wurde. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 25.4.2012)
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