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Oslo - Nach dem mehrtägigen Verhör des geständigen Attentäters Anders Behring Breivik hat sich die norwegische Justiz am Dienstag der Befragung von Zeugen der Anschläge zugewandt. Der Sicherheitsbeamte Inge Kristoffersen schilderte im Prozess in Oslo, wie er am 22. Juli von seinem Arbeitsplatz in einem Regierungsgebäude aus gerade das Kennzeichen eines Lieferwagens überprüfen wollte, als der von Breivik abgestellte Wagen in die Luft flog. Die Umgebung habe nachher wie ein " Kriegsgebiet" ausgesehen.
Durch die Explosion der Autobombe im Regierungsviertel wurden acht Menschen getötet. Der Sprengsatz wog 950 Kilogramm. Der Sprengstoffexperte Svein Olav Christensen sagte, er habe eine Sprengkraft von zwischen 400 und 700 Kilogramm TNT gehabt. Breivik verwendete Düngemittel, Diesel und Aluminium.
Abriegelung stand bevor
Nach dem Anschlag wurde in Norwegen Verwunderung darüber geäußert, dass ein solches Fahrzeug so nahe an den Regierungsgebäuden geparkt werden konnte. Kristoffersen sagte, die seit langem geplanten Baumaßnahmen zur Abriegelung des Gebiets seien damals gerade eingeleitet worden. Das unbefugte Abstellen von Fahrzeugen sei dort an der Tagesordnung gewesen.
Bei den Anschlägen am 22. Juli 2011 hatte Breivik in Oslo und danach auf der Insel Utöya insgesamt 77 Menschen getötet. Auf Utöya erschoss der rechtsextreme Islamhasser 69 Teilnehmer eines Jugendlagers der Arbeiterpartei. Der Prozess ist auf zehn Wochen angesetzt. Der Geisteszustand des Attentäters ist umstritten. Zu den beiden gegensätzlichen Gutachten, von denen eines Breivik Schizophrenie attestiert, soll der Angeklagte heute, Mittwoch, zu Wort kommen. (APA, red, DER STANDARD, 25.04.2012)
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