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Wien - Marion S. tut das, was sich viele Politiker von ihr wünschen. Sie hat zwei kleine Kinder, ihren Beruf hat sie aber trotzdem nicht an den Nagel gehängt. Jeden Arbeitsmorgen steigt die Mutter deshalb in ihr Auto, um rund 90 Kilometer aus Fohnsdorf in der Obersteiermark nach Graz zu fahren.
Für 30 Wochenstunden Teilzeit bekommt die Handelsangestellte monatlich 1260 Euro brutto - und lässt einen beträchtlichen Teil an der Zapfsäule liegen. 200 bis 250 Euro pumpe sie im Monat in den Tank, erzählt sie. Aber greift ihr der Staat nicht kräftig unter die Arme? S. lacht bitter auf, als die Sprache auf die "große Pendlerpauschale"- so die offizielle Bezeichnung - kommt: "Die ist ein Tropfen auf den heißen Stein."
Üppig am Papier
Auf dem Papier wirkt die Leistung üppig. Wegen ihres langen Anfahrtsweges hat Marion S. Anspruch auf die Höchstpauschale von 306 Euro, also 3672 Euro im Jahr, die sie als Freibetrag von ihrer Steuerbemessungsgrundlage abziehen kann - theoretisch. Doch weil die Steirerin so wenig verdient, dass sie ohnehin kaum Steuern zahlt, hat sie von dem Rabatt wenig. Zwar gibt es einen Bonus in Form einer Negativsteuer, doch der macht das Kraut nicht fett. Unterm Strich bringt ihr die Pendlerpauschale 453 Euro im Jahr. Für das Benzingeld reicht das nicht annähernd.
Würde S. mehr Geld verdienen, wäre auch der Staat großzügiger: Der Vorteil des Freibetrags wächst mit dem Einkommen. Ein Arbeitnehmer mit 2000 Euro brutto bekäme unter den gleichen Umständen wie die Fohnsdorferin mit 1340 Euro im Jahr bereits das etwa Dreifache heraus. Bei einem Einkommen von 3000 Euro wächst die Steuerersparnis laut Berechnung der Arbeiterkammer auf 1587 Euro an, beim doppelten Monatsverdienst auf 1836 Euro.
Keine Ausnahme
Pendler in derart hohen Einkommensregionen sind keine Ausnahme: Ein Drittel der Bezieher kommt auf einen Jahresverdienst von 40.000 Euro und mehr. Arbeiterkammer-Steuerexperte Otto Farny fordert angesichts der Zahlen, die Pauschale in einen Absetzbetrag, der von der Steuerleistung abgezogen wird und sich bei Niedrigverdienern in einem Steuerbonus niederschlägt, umzuwandeln. Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP zeigen sich nicht abgeneigt: Beide versprechen ein sozial gerechteres System.
Marion S. wartet sehnlichst darauf, "denn derzeit zahlt sich Arbeiten kaum aus". Alternativen? Mit den Öffis brauche sie fünf Stunden, ein Job sei im oberen Murtal nicht zu finden: "Ich hab mir meine Situation nicht ausgesucht." (Gerald John, DER STANDARD, 25.4.2012)
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pendlerpauschale neu, vorschlag: alle die in einem anderen bundesland arbeiten als wie sie aufgewachen sind, mindestens 5 Jahr schule, erhalten wenn sie in einem anderen bundesland arbeiten € 100, + Großstadt aufschlag = Wien € 50, Graz € 30, Linz € 30
Jetzt ist man mit läppischen 2000,--brutto schon ein "Besserverdiener"???
Naja, kein Wunder, der Staat bereichert sich halt an seinen Steuerzahlern. Am besten ist man wohl dran, wenn man (offiziell) 1000,-- verdient, dazu Mindestsicherung kassiert, von sämtlichen Gebühren befreit ist und dann am Wochenende noch pfuschen geht.
Leistung wird halt sehr klein geschrieben in diesem Land ("Was wor mei Leistung"?)
ist jetzt so schlecht auch nicht.
auf keinen fall sollte der staat auf die idee kommen, jetzt steuerlich "was zu drehen", weil sich 4,5 ölkonzerne die wampe vollschlagen.
hier muss die wettbewerbsaufsicht und der markt (konsumentenaktionen-internet-online) dagegenhalten, aktiv werden. wenns ist tageweiser boykott, den tankstellen ist es eh wurscht, die verdienen nur einen cent am liter.
in der realität egal. dann zahlt sie 200 euro im monat mehr miete in graz und weniger benzingeld. die kosten für öffis auch einbezogen, bleibt ihr null mehr und wohnt nicht "zuhause".
unser steuersystem (vor allem das gehalt/lohnbezogene) ist mittlerweile ein witz, ein bastard, den man erlegen müsste. von null auf, neu aufbauen, es hat sich zuviel getan, ein flickwerk.
der mittelstand zahlt soviel wie nie und profitiert wie nie. "unten" verdienens einen mist, zahlen keine steuern und die begünstigungen kommen auch nicht an.
die ganz oben, haben sich aus dem system verabschiedet., die zahlen gar keine EKST/SV mehr, nur KEST/KÖST ...
Wer wieviel für was bekommt, damit mehr Autos mit Steuergelder mehr Dreck und Lärm erzeugen und mehr für Straßen ausgegeben werden muss, ist der falsche Ansatz.
Wichtiger wäre es Jobs auf dem Land zu schaffen.
Die öffentliche Hand könnte ja direkt Jobs schaffen oder das fördern.
Die Menschen arbeiten wo sie wohnen und sind glücklich, der Staat spart sich Geld, der Umwelt geht es besser, alle profitieren.
Oh, ich vergaß, das wäre ein pöser kommunistischer Markteingriff. Das wollen wir ja nicht.
Dem Staat entstehen mehr Kosten, die Umwelt verdreckt, die Menschen sind unglücklich....alles Wurscht.
Der Markt muss alles regeln, auch wenn es dabei nur Verlierer gibt, dass hat der liebe Gott so gewollt.
und welche jobs sollen das sein ?
glauben sie nicht, dass es möglicherweise einen bestimmten grund hat, warum firmen sich vorzugsweise in ballungszentren niederlassen als im 'oberen murtal' ?
keine frage, für die arbeitnehmer wären mehr jobs am land super. wäre der erste der das in anspruch nähme. aber leider ...
Faszinierend.
Du würdest es zwar sehr begrüßen, wenn es mehr Jobs auf dem Land gäbe, aber du bist dagegen das zu unterstützen, da die Interessen der Firma die "möglicherweise einen bestimmten grund hat" die Einzigen sind die dich und Staat zu interessieren hat.
Lämmer die den Schlachter verehren.
also, wenn jemand so weit fahren muss, um teilzeit zu arbeiten, dann hats was. die frau tut in ihrer situation etwas sinnvolles, sie verdient gelt und sammelt versicherungszeiten.
sowas kommt raus, wenn der profit wichtig ist. aber man braucht sich nur das forum anschauen, die leute sind ganz begeistert vom kapitalismus. leistung hier, leistung dort und ab und zu das wort gerechtigkeit... na ihr werdet auch noch draufkommen, dass konkurrenz ein fehlkonstrukt ist und mit leistung nix gemein hat. dass profit nix mit effizienz zu tun hat und versichert sein und kohle verdienen noch lange nicht glücklich sein. irgendwann schnallt auch der*die letzte, dass produktion auch gemeinwesenorientiert laufen kann und kapitalismus scheiße ist/war.
die bisherigen gemeinwesentlichen experimente endeten ja nicht gerade im paradies. ich erinnere mich noch an die geschichten derer die die flucht aus dem gemeinwesentlichen paradies geschafft haben. na vermutliuch waren das nur propagandistische agenten des kapitalismus die mit räubergeschichten die schäfchen daran hindern sollten, den antikapitalistischen schutzwall in richtung gemeinwesen zu überwinden ;)
Hysterie gleichsetzten, dann tun Sie mir leid, da Ihnen in diesem Fall grundlegende menschliche Emotionen fehlen. Sehr viel wahrscheinlich ist allerdings, dass Sie nur ein Troll sind, der sich durch die Qualität seiner Aussagen eh selbst disqualifiziert
(war das jetzt zu hoch fur Sie??)
dass sie dies wohl probiert haben wird ... und nicht freiwillig den obolus an staat (!) und mineralölkonzerne abliefert.
sie zahlt alleine einen hunderter benzinsteuern (50% vom dieselpreis) im monat und wird "subventioniert", um keine lohnsteuern zu bezahlen.
den restlichen tausender wird sie auch konsumieren, sind nochmal 200 euro mwst.
davon ziehen mir einmal fbeihilfe ab (ein kind?), also retour, und so trägt sie zum staat einen netto-hunderter bei (bei diesem mickrigen lohn). die sv auch noch.
wie krank ist das denn, da hätte sie vom tachinieren viel mehr ... respekt wenn sich das wer "antut".
Auch wenn der besagte job jetzt nicht das große karriereziel darstellen dürfte: grundsätzlich ist davon auszugehen, dass zb in der region graz leichter was zu verdienen sein wird als in fohnsdorf... Fuer einen riesigen teil der menschheit ist es eine selbstverstaenslichkeit, dass man dort hingeht, wo einem moeglichkeiten geboten werden. Das beharren darauf, dass man aber dort bleiben will, wo man ist, und die gesellschaft einem gefaelligst einen job in der naehe oder geld fuers fahren zu organisisren hat, ist so gesehen mmn eine leichte chuzpe. Eine uebersiedlung ist ja in gottes namen nicht das ende des lebens, sogar verkauft sollen immobilien schon worden sein, wenn noetig, was ich hoere ist das zz sogar besonders leicht...
in Städten wohnen, außerdem ist so ein Umzug nicht so leicht, der Mann muss genauso einen neuen Job finden, die Kinder ihre Freunde verlassen und die Schule wechseln, vielleicht ist in der Nähe ein Elternteil im Altersheim etc. Und dann verliert man den Job nach 3 Jahren weil die Firma mehr Gewinn machen "muss" und schon kann man wieder umziehen ...
wie weltfremd muss man sein zu fordern, dass sich der wohnort nach dem arbeitsplatz richten soll. (und als ob das nichts kosten würde)
oder haben sie auch einen lösungsvorschlag parat, wie man das problem für 2 (ehe)leute lösen soll? darf sie jetzt nur arbeiten wo er wohnt?
und die kinder reisst man alle 3 jahre aus der volkschule, kindergarten und entwurzelt sie.
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