Europäische Ausweise für heimische Exzellenz

24. April 2012, 16:59
  • Spitzenforscher und Spitzen der Forschungspolitik: Minister Töchterle, 
EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn und ERC-Präsidentin Nowotny (vorn, 3., 4., 5. von 
links) mit ERC-Preisträgern.
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    Spitzenforscher und Spitzen der Forschungspolitik: Minister Töchterle, EU-Kommissarin Geoghegan-Quinn und ERC-Präsidentin Nowotny (vorn, 3., 4., 5. von links) mit ERC-Preisträgern.

In Österreich tätige Wissenschafter sind bei EU-Förderprogrammen überdurchschnittlich erfolgreich

So sehr man hierzulande auch immer wieder gern die heimische Wissenschaftspolitik kritisiert: Im europäischen Vergleich steht das Land in Sachen Forschung und Entwicklung ziemlich gut da. Das lässt sich auch an einigen harten Zahlen ablesen: Im seit 2007 und noch bis inklusive 2013 laufenden siebenten Rahmenprogramm der EU mit einem Budget von 75 Milliarden Euro hat man eine Rückflussquote der einbezahlten Mittel von 128 Prozent erreicht. Österreichische Einrichtungen waren mehr als 2000-mal in rund 1500 Projekten vertreten.

Fast noch besser sieht es bei den Förderungen des Europäischen Forschungsrats (ERC) aus, mit dem die EU seit fünf Jahren Grundlagenforschung fördert. Seit Bestehen des ERC, dessen Präsidentin die österreichische Wissenschaftsforscherin Helga Nowotny ist, waren in Österreich tätige Wissenschafterinnen und Wissenschafter beim Einwerben von Starting Grants und Advanced Grants überdurchschnittlich erfolgreich: An österreichischen Institutionen wurden seit der ersten Ausschreibung im Jahr 2007 insgesamt 68 Grants eingeworben und damit Fördergelder in der Höhe von insgesamt rund 77 Millionen Euro nach Österreich geholt. Das ist fast das Doppelte des EU-Durchschnitts.

Symbolisches Kapital

Solche Förderungen bringen nicht nur bares Geld, sondern auch symbolisches Kapital nach Österreich: Wie Wisssenschaftsminister Karlheinz Töchterle am Montagabend bei der ERC-Gala in Wien betonte, sei die ERC-Förderung "einer der besten Ausweise für Exzellenz" - eben weil die Mittel im europaweiten Wettbewerb vergeben würden. Die Förderung sichere auch die Internationalität: Nach der Schweiz habe Österreich den größten Anteil internationaler ERC-Preisträger, sagt Töchterle: "Das beweist auch, dass Österreich ein attraktiver Forschungsstandort ist."

Für ERC-Präsidentin Helga Nowotny ist das gute Abschneiden Österreichs dem Zusammenwirken vieler Institutionen wie den österreichischen Förderorganisationen FWF und FFG zu verdanken. Auch die Unis würden sich " trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen" große Mühe geben, potenzielle ERC-Preisträger zu unterstützen. Und die ERC-Präsidentin hatte bei der Ehrung von 41 in Österreich tätigen ERC-Preisträgerinnen und -Preisträgern auch eine klare Botschaft: "Exzellenz ist ansteckend und strahlt aus." (tasch/APA, DER STANDARD, 25.4.2012)

=> Wissen: Der Europäische Forschungsrat

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