Netzausbau und Marketing kosten deutschen Mobilfunker E-Plus Gewinn

Quartalsgewinn von KPN-Tochter E-Plus stagniert - E-Plus lockt 345.000 neue Kunden - KPN bestätigt Prognose

Hohe Investitionen ins Marketing und den Netzausbau haben zum Jahresanfang E-Plus belastet. Trotz eines höheren Umsatzes stagnierte der operative Gewinn bei 303 Mio. Euro, wie Deutschlands drittgrößter Mobilfunkanbieter am Dienstag mitteilte. Die Erlöse zogen um drei Prozent auf 794 Mio. Euro an.

Neustart von zwei Mobilfunk-Marken

E-Plus begründete das maue Quartal mit dem kostenintensiven Neustart von zwei Mobilfunk-Marken. Zudem rüstete die Firma ihr Mobilfunknetz weiter auf und kann eigenen Angaben zufolge mittlerweile 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schnellen Datenfunk anbieten. Die Investitionen seien deswegen in den ersten drei Monaten um ein Fünftel gestiegen. Damit konnte das Unternehmen den Zuspruch bei den Kunden nicht in Gewinn ummünzen. Ende März zählte E-Plus 23,06 Millionen Handynutzer - 345.000 mehr als Ende 2011.

Die niederländische E-Plus Konzernmutter KPN bekommt ihre Probleme auf dem Heimatmarkt nur langsam in den Griff. Der operative Gewinn brach um 13 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro ein, teilte der ehemalige Staatsmonopolist mit. Der Gewinn ging sogar um 51 Prozent auf 288 Mio. Euro zurück. Beim Umsatz verlor der Konzern 1,4 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten hält der Telekomkonzern an seinen Jahreszielen fest. In der zweiten Jahreshälfte rechnet KPN sollen sich die Investitionen zu Hause auszahlen.

UPC

KPN ist von mehreren Seiten unter Druck. Branchenexperten zufolge jagen die beiden Kabelnetzbetreiber Ziggo und die Liberty-Global -Tochter UPC dem Telefonunternehmen mit aggressiven Preisen massiv Kunden ab. Auch im Mobilfunk ist der Wettbewerb hart: Hier kämpft der Konzern gegen die Deutsche Telekom und Vodafone. Zudem untergraben Internet-Anwendungen auf den Handys das traditionelle Geschäftsmodell. Die Niederländer schreiben weniger SMS und blieben mit ihren Freunden lieber über Facebook oder Twitter in Kontakt. KPN steuert gegen und hat vor einem Jahr ein radikales Jobabbau-Programm vorgestellt, mit dem bis zu ein Viertel der Stellen im Heimatland wegfallen sollen. Gleichzeitig prüft KPN den Verkauf der belgischen Mobilfunktochter Base, der 1,8 Mrd. Euro in die Kassen spülen soll. (APA, 24. 04. 2012)

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