Ameisenköniginnen legen mehr Eier, je älter sie werden

29. April 2012, 16:35
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Anwachsende Fortpflanzungsraten der Weibchen konnte bislang nur in Ausnahmen beobachtet werden

Im Unterschied zum Menschen oder vielen anderen Tieren steigt bei Königinnen einer brasilianischen Ameisenart mit zunehmendem Alter die Fruchtbarkeit. Je älter sie werden, desto mehr Eier legen sie. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Jürgen Heinze und Alexandra Schrempf vom Institut für Zoologie der Universität Regensburg.

Die beiden Biologen wiesen zudem nach, dass eine ansteigende Eierproduktion keinerlei Auswirkungen auf die Lebensdauer der Ameisenköniginnen hat. Königinnen, die sehr viele Eier legen, leben genauso lange wie die weniger fruchtbaren Regentinnen, auch wenn die Zahl der Arbeiterinnen in der betreffenden Kolonie konstant gehalten wird. Dieser Befund ist nach Ansicht der Regensburger Forscher bemerkenswert, da bei vielen Lebewesen die Regel gilt: Je höher die Fortpflanzungsaktivität, desto kürzer die Lebensdauer.

Die Regensburger Zoologen untersuchten die wöchentliche Eierproduktion von 25 Königinnen der Ameisenart Cardiocondyla obscurior. Die Ameisenköniginnen wurden jeweils mit 20 Arbeiterinnen in separaten "Kunstnestern" gehalten. Während der gesamten Lebenszeit der Königinnen (etwa 26 Wochen) wurde die Zahl der wöchentlich gelegten Eier dokumentiert, wobei immer alle Puppen, die sich aus den Eiern entwickelten, entfernt wurden. Es zeigte sich, dass die Rate der Eiablage bis zum Tod stetig steigt, obwohl damit die Zahl der Arbeiterinnen konstant blieb.

Steigende Fortpflanzungsrate eher die Ausnahme

Von anderen Insekten ist bekannt, dass sich die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter verringert. Eine anwachsende Fortpflanzungsrate der Weibchen konnte bislang nur in Ausnahmen beobachtet werden; beispielsweise bei bestimmten Schildkrötenarten. Heinze und Schrempf gehen aber davon aus, dass sich dieses Phänomen auch bei anderen - sozial lebenden - Tierarten finden lassen könnte. (red, derstandard.at, 29.4.2012)

  • Geflügelte Ameisenkönigin der Spezies Cardiocondyla obscurior mit flügellosem Männchen. Dass die Fortpflanzungsrate dieser Art mit dem Alter ansteigt, hat die Forscher verblüfft.
    foto: universität regensburg

    Geflügelte Ameisenkönigin der Spezies Cardiocondyla obscurior mit flügellosem Männchen. Dass die Fortpflanzungsrate dieser Art mit dem Alter ansteigt, hat die Forscher verblüfft.

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