Öffentlicher Raum als unbegehbarer Käfig

24. April 2012, 10:55
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In Graz werden an immer mehr Orten die Zugänge beschränkt: Aktuellstes Beispiel ist der Stadtpark-Pavillon

Graz - Der Grazer ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl poliert weiter das Image der "Stadt der Verbote". Nach einer Ausweitung des Alkoholverbotes auf die halbe Innenstadt wurde kürzlich die provisorische Vergitterung, die Nagl 2011 am Stadtpark-Pavillon unter Protest der grünen Koalitionspartner sowie SPÖ und KPÖ im Alleingang montieren ließ, durch eine permanente ausgetauscht.

Nagl will das Kleinod neben dem Forum Stadtpark vor "Vandalismus" schützen. Konkret saßen dort oft junge Punks und Alkoholiker. Menschen wie jene, die Nagl auch auf dem Grazer Hauptplatz nicht will.

"Aber Menschen und ihre Probleme lösen sich nicht auf", betont die Leiterin des Forum Stadtpark, Heidrun Primas. In der Kulturinstitution fühle man sich von der Stadt alleingelassen: "Sie kommen nun zu uns. Wir haben zwar weite Herzen und offene Ohren, aber wir sind keine Sozialarbeiter." (cms, DER STANDARD, 24.4.2012)

  • Der Grazer Stadtpark-Pavillon als Symbol der Stadt der Verbote.
    foto: michael eisner

    Der Grazer Stadtpark-Pavillon als Symbol der Stadt der Verbote.

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