Motorisierte Eskorte des belgischen Premiers droht mit Streik

24. April 2012, 10:54

Die 72 Motorradfahrer der Straßenpolizei stört die Reiselust von Premier Elio Di Rupo.

Brüssel - Lange ist der belgische Premier Elio Di Rupo noch nicht im Amt. Doch seiner Motorradeskorte reicht's: Schon lange in Unterbesetzung müssten sie zu viele "unnötige" Fahrten vornehmen, teils auch für ausländische Gäste. Nun drohen die 72 Motorradfahrer der Straßenpolizei mit einem Streik ab dem 5. Mai, sollte sich ihre Situation nicht verbessern, wie die belgischen Zeitungen "Sud Presse" und "Het Laatste Nieuws" am Dienstag berichteten. Nebst der Personalprobleme - eigentlich sollten 99 Polizisten zur Staffel gehören - stören sich die Motorradfahrer an der Reiselust des Premiers.

"Seit Anfang Jahr verzeichneten wir 109 Begleitfahrten. Ein Drittel geht auf das Konto des Premierministers", erklärt einer der Motorradfahrer. Dazu kämen aber noch ganz andere Aufträge. So mussten sie einen "Schweizer Würdenträger" begleiten, dessen Navigationsgerät im Auto kaputt war.

Eskorte für Einkäufe

Aber auch einen "europäischen Minister" hätten sie eskortieren müssen. Dieser wollte in der Avenue Louise - einer Straße mit Luxusgeschäften in Brüssel - seine Einkäufe tätigen. Solche Fahrten gingen auf Kosten von Unfallopfern, die dann länger warten müssten, bis die Straßenpolizei vor Ort sei.

Im Kabinett des Premierministers zeigt man sich ob der Vorwürfe erstaunt. "Wir kommen zum Schluss, dass es zwischen Dezember und Februar 17 bis 18 begleitete Fahrten gab", sagte sein Sprecher. Das seien im Durchschnitt 6 pro Monat. Seit Februar sei der Durchschnitt auf 2 gesenkt worden.

Es soll noch besser kommen: "Bald" werde Elio Di Rupo ein neues Fahrzeug erhalten. Das soll mit Sirene und Blaulicht ausgerüstet sein. Damit könnte der Premier dann ganz auf die Polizeieskorte verzichten. (APA, 24.4.2012)

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7 Postings

ein sicheres zeichen für absolute volksnähe ist, daß sich kein einziger unserer führer auf die straße wagen kann ohne eine halbe armee zum schutz mitzuführen

Das jetzige Fahrzeug hat kein Blaulicht und keine Sirene.

Als Workarround verwendet man 72 motorisierte Polizisten.

:-)

wow, streikende Belgier.

DAS ist natürlich eine Meldung wert!

Belgien!

Der Traum so mancher österreichischer Politiker.
Von Blaulicht-Gorbach bis Busspur-Wiehießsienochmal(?)

belgische beamte

die was arbeiten sollen. das konnte ja nicht gut gehen....

Ohne gesperrten Mittelstreifen

und mindestens 2 Polizeiautos davor, und drei danach sowie 20 Motorradfahrern - bei extra geschalteten Ampeln - ist ein Premierminister nix.

Man merkt ja, in Österreich fahrn alle Politiker, bis zum Präsidenten, einfach nur mit dem Auto von A nach B.

Grüne sogar mit dem Fahrrad!

Kein Wunder, wieso die Respektlosigkeit regiert! A bissl a Blaulicht, und schon wär der Respekt wieder da. Zumindest bei ein paar alten Damen!

ja dürfens denn das

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