Zonengrenzen für Wiener Parkpickerl so gut wie fix

24. April 2012, 08:12
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Flächendeckende Gebühren im 12. und 15. Bezirk - In den übrigen Bezirken reichen die Zonen über die Vorortelinie hinaus

Wien - Die Wiener Bezirke Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals werden mit Oktober zur Kurzpark- bzw. Parkpickerlzone. Nach wochenlangen Überlegungen steht nun so gut wie fest, in welchen konkreten Bezirksbereichen künftig Gebührenpflicht für Stellplätze herrscht.

Meidling und Rudolfsheim-Fünfhaus führen das Pickerl flächendeckend ein. In den anderen drei Bezirken werden unterschiedliche Grenzen gezogen, die jedenfalls über die Vorortelinie (S45) hinausgehen werden. Offiziell werden die Pickerlzonen und entsprechende Berechtigungs- bzw. Überlappungszonen kommenden Montag fixiert.

Meidling: Kleiner Teil bleibt frei

Der 15. Bezirk wollte von Anfang an das Pickerl flächendeckend einführen. Dabei bleibe es, wurde von der Bezirksvorstehung versichert. In Meidling hieß es zunächst, dass der westliche Teil Hetzendorfs eventuell kostenfrei bleiben werde. Angesichts der von der Stadtplanung nachgereichten Detailinformationen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Stellplatzsituation habe man sich aber nun entschlossen, im ganzen Bezirk Parkgebühren einzuheben, sagte Bezirkschefin Gabriele Votava (SPÖ). Lediglich einige Straßenzüge an den Bezirksgrenzen würden aus rechtlichen Gründen ausgenommen - etwa ein Teil der Wundtgasse, der Längenfeldgasse und der Wienerbergstraße.

Hernals: Gürtel bis Güpferlingstraße

Hernals hat seine Pickerlgrenzen ebenfalls bereits festgelegt. Laut Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer (SPÖ) werden Autofahrer ab Oktober zwischen Gürtel und Güpferlingstraße fürs Parken zahlen müssen. Außerdem hat sich der Bezirk bereits auf eine sogenannte Berechtigungszone festgelegt, die im Abschnitt zwischen Güpferlingstraße und Oberwiedenstraße eingeführt wird. Das bedeutet, dass das Abstellen des Fahrzeugs hier zwar kostenlos bleibt, Anrainer allerdings trotzdem ein Parkpickerl beantragen können.

Penzing: Ausnahmen bei Bahnhof Hütteldorf

Penzing wird ebenfalls nur teilweise Gebühren einheben. Die Grenzen verlaufen laut Vorsteherin Andrea Kalchbrenner (SPÖ) einerseits vom 15. Bezirk in Richtung Westen bis zum Straßenzug Ameisgasse und Leyserstraße bzw. dann weiter in Richtung Westen im Abschnitt zwischen Westbahntrasse und Wiental bis etwa zur U4-Endstation Hütteldorf. Rund um die U-Bahn-Haltestelle allerdings soll die Parkschein- bzw. Pickerlpflicht nicht - wie üblich - von 9 bis 22 Uhr gelten, sondern nur zwischen 12 bis 18 Uhr, so die Pläne des Bezirks. Diese Maßnahme zielt auf die Eindämmung des Pendlerverkehrs ab.

Ottakring noch unschlüssig

Einzig Ottakring dürfte noch die letzten Details zwecks Grenzziehung zu klären haben. Aus der Bezirksvorstehung war zu erfahren, dass das Zonengebiet jedenfalls über die ursprünglich angedachte Grenze Maroltingergasse/Sandleitengasse hinausgehen werde. Jüngste Medienberichte, wonach bis an den Rand des Wienerwalds (Savoyengasse) fürs Parken bezahlt werden muss, wurden der APA nicht bestätigt.

Offiziell festgezurrt wird die Parkpickerlausweitung am kommenden Montag im Zuge einer behördlichen Verhandlung, sagte der zuständige Koordinator Leopold Bubak. Bis dahin müssen noch die Überlappungszonen zwischen den einzelnen Bezirken fixiert werden. Deren Ergebnisse ziehen dann entsprechende Verordnungserlasse nach sich - gewissermaßen die rechtliche Basis für die Pickerleinführung.

FPÖ schimpft über rot-grüne "Trottelei"

Die konkretisierten Ausweitungspläne in Sachen Parkpickerl hat am Dienstag bei der Wiener Rathaus-Opposition erneut für verbale Zornausbrüche gesorgt. FPÖ-Verkehrssprecher Anton Mahdalik schimpfte gar über die "Trottelei" hinsichtlich der so gut wie fixen Zonengrenzen und sprach von einem Tohuwabohu: "Willkürlich gezogene Parkpickerlgrenzen und dubiose Mischzonen machen die Inkassoaktion zu einem teuren Kasperltheater", bekundete der blaue Mandatar via Aussendung sein Mitleid mit den Autofahrern.

Etwas zurückhaltender in der Wortwahl zeigte sich die ÖVP. Parteichef Manfred Juraczka ortete eine "Prolongierung des bestehenden Chaos in der Wiener Parkraumbewirtschaftung". Statt die Bürger zu befragen und ein Gesamtkonzept zu erstellen, werde ein Modell geschaffen, das die Bevölkerung "abkassiert, verwirrt und kuriose Blüten treibt", ärgerte er sich. (APA, 24.4.2012)

  • Am Montag sollen die genauen Zonenregelungen präsentiert werden.
    foto: derstandard.at

    Am Montag sollen die genauen Zonenregelungen präsentiert werden.

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    Übersicht, wo das Pickerl in Zukunft nötig sein wird.

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