Kontrollsucht

Einserkastl | Hans Rauscher, 23. April 2012, 18:41

Der Wettstreit in der ÖVP geht also darum, ob man mehr oder weniger nachspionieren soll

Keine schönen Kritiken hat Michael Spindelegger zu "ein Jahr ÖVP-Chef" bekommen, und die Volkspartei insgesamt steht ja nicht gut da. Man soll aber nicht sagen, dass nicht einzelne Mittelbau-Funktionäre Ideen haben, wie man der ÖVP wieder den Rang einer modernen, konzeptstarken Wirtschaftspartei verschaffen könnte.

Zuletzt war es die designierte ÖAAB-Chefin Gabriele Tamandl, die dem "Krankfeiern" den Kampf ansagen will: Wenn Unternehmen beweisen können, dass bestimmte Beschäftigte sich nachweislich mehrmals an Montagen, Freitagen oder sogenannten "Fenstertagen" zur Verlängerung der Wochenenden krankmelden, sollten Arbeitgeber von der Sozialversicherung sofortige Kontrollen der Betroffenen verlangen können.

Vor kurzem hatte Peter Haubner, Generalsekretär des Wirtschaftsbundes eine ähnliche Idee: Am jeweils ersten Krankenstandstag soll kein Lohn mehr bezahlt werden, damit die Tachnierer abgeschreckt werden. Tamandl ist da übrigens dagegen, weil das zu pauschal sei. Sie will dem konkreten Arbeitsverweigerer und Fenstertag-Nutzer auf die Spur kommen.

Der Wettstreit in der ÖVP geht also darum, ob man mehr oder weniger nachspionieren soll. Tachinierertum gibt es sicher, aber von einer modernen Partei erwartet man sich eher ein Konzept für eine Welt, in der die traditionelle Arbeit ausgeht, statt kleinkarierter Kontrollsucht. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 24.4.2012)

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"Blue Monday"

Da muss ich am Montag gleich blau machen und die Brücke zum "Tag der Arbeit" bauen, so einfach nur aus Renitenz diesen Ar...löchern gegenüber

Tja - der ÖAAB

Arbeitnehmervertreter wie es sich die Unternehmer wünschen.

Das die ÖVP

eine Überwachungspartei ist beweisen sie doch auch durch das neue SPG und die VDS und ihre ProACTA Einstellung

Zwickeltage Krankenstände

in jeder gut geführtem Unternehmen wird doch bei solchen Auffälligkeiten das Gespräch mit dem Mitarbeiter gesucht um die Angelegenheit gemeinsam zu lösen. Man braucht dazu normalerweise keine Krankenkassen Kontrollore!

Bin ich verpflichtet

bei Krankenstandskontrollen aus dem Bett aufzustehen und zu öffnen oder mein Handy eingeschaltet zu haben: NEIN

Bin ich überhuapt verpflichtet zu Hause zu sein ?

Nein, denn Artzgänge, Apothekengänge, Einkaufen, Wiederfitmachen durch Spazierengehen (das verordnet im Übrigen der Arzt) sind sicher erlaubt.....

Bin ich überhaupt verpflichtet zu Hause zu sein ?

Im Prinzip : ja. (Ausser für unbedingt notwendige Erledigungen wie Arzt- und Apothekenbesuch etc.)

Spazierengehen ist nur dann erlaubt, wenn dies vom Arzt in der Krankschreibung so festgehalten wird.

Ich bin nicht für mehr Kontrolle - aber Narrenfreiheit hat man im Krankenstand auch nicht.

Schön formuliert: ''ein Konzept für eine Welt, in der die traditionelle Arbeit ausgeht, statt kleinkarierter Kontrollsucht''

Konzepte gibt es, doch da unsere Politik ( auch die Europas und USA ) seit 40 Jahen schlafen haben wir heute die Probleme, die wir haben.

Was dann folgt ist eine harte Abrechnung mit dem Versagen der geistigen Eliten - der Politik und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheider. Sie haben das Ende der Arbeitsgesellschaft verpennt - ganz besoffen vom Vollerwerbsmodell. Es fehlt hinten und vorn an neuen Menschenbildern und Gesellschaftskonzepten. Ralf Dahrendorf listet sie auf: Wohlfahrt - kann nur über Arbeitseinkommen garantiert werden. Über Alternativen wurde nicht nachgedacht.

Warum verlangt man keine ärztliche Bestätigung?

Gibt es irgendwelche Gründe, warum der Arbeitgeber (generell oder bei Verdacht) nicht schon für den ersten Krankenstandstag eine ärztliche Bestätigung fordern kann?

Oder würde man dann merken, dass es die Ärzte hier gar nicht so genau nehmen (Ärztekammer - ÖVP), immerhin soll man sich ja nochmal gesundschreiben lassen. - Und wenn man mit den "Leistungen" des Arztes zufrieden ist, kommt man öfter...

Sie brauchen eine Bestätigung des Hausarztes, dass Sie Migräne haben?
Anruf genügt!
Bestätigung liegt abholbereit da!

Die Typen sind nur noch am Ende, da kommt nichts mehr.

Da wird noch jede Menge Müll kommen, bevor die Schüssel und Komplizenpartei dort landet, wo sie hingehört, in der politischen Senkgrube.

ja, die nächste Generation heißt Beyrer, Ita, und so weiter^^

rau, die zeiten einer irgendwie funktionierenden volkspartei gingen mit busek

und starben einen gewalttod unter schüssel, der die meuchelmörderhelfershelfer in ihm umgebende, sichere positionen hievte, welche wiederum selbst nach hinten besetzten.

da ist nichts mehr.

da kommt nichts mehr.

wenn wundert die völlig abstruse unter spannung stehende reaktion der VP, bei der sich unglaubliche unwirksamkeiten und destruktivitäten gemeinsam in den schlaf singen?

zeitgleich die ökomarxist-feministen bei den grünen, die pop-opportunisten bei der SP und das schmiss-gsindel in blau.

würde jetzt die vernunft in form frischer leute einkehren, müssten wir gute 15 jahre warten, bis das verblödungs-meter wieder in die andere richtung zeigt.

der politcrash wird immer wahrscheinlicher.

Busek war nach einer Wahlniederlage weg

Bitte nicht vergessen, dass der gelobte Busek nach nur einer Wahlniederlage weg war, während Schüssel fast 12 Jahre Vorsitzender war.

Und in dem Land glaubt ein Drittel der Bevölkerung, dass uns die Blauen vorwärts bringen.

Ich verzweifel nicht an der Politik, sondern an der Bevölkerung.

schüssel hat aber bis auf den ...

... "erdrutschsieg" 2002, der nur durch die beiden faktoren niedergang der fpö und karl-heinz grasser als övp-zugpferd möglich war, ebenfalls nur wahlniederlagen eingefahren.

naja, gegen einen Vranitzky, der zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre Kanzlerbonus auf der Waagschale hatte, war halt nichts gewinnbar

Leistungträg, leistungsträger, am leistungsträgsten - die ÖVP

Ablenkungsmanöver das Dritte

Normalerweise entlassen die Firmen solche Mitarbeiter und was der bürokratische,personelle und finanzielle Mehraufwand einer solchen Kontrollaktion daran ändern soll,wird uns Frau Tamandl sicher noch erklären.

Entlassen können Sie einen MItarbeiter erst, wenn Sie ihm nachgewiesen haben, dass er krank feiert, obgleich er gesund ist. Sie können einen MItarbeiter, der regelmäßig Freitags oder MOntags Eintageserkrankungen hat, aber jederzeit kündigen - dafür brauchen Sie keinen Grund.

Die Gabi hat mal schnell nachgedacht und das Ergebnis war erwartungsgemäß eher peinlich.

na wann das die einzige idee ist

die rau einfällt, dann geht es der övp ja noch schlechter als ich gedacht haben

das ist ja wohl das null-thema in der momentanen lage, und auch noch vollkommen vertrottelt kommuniziert von der övp,

und der mittelbau der övp, siehe todesstrafe oder streichung des 1. krankenstandtages,

ist eher auf der suche nach sachwaltern, als nach wählern

Wann war die ÖVP eine "moderne, konzeptstarke Wirtschaftspartei"? Das passt weder aus liberaler Sicht (wegen der Bünde/Beamt_innen/Bäuer_innen), noch aus konservativer (wegen Neoliberalismus), noch aus sozialdemokratischer (wegen Klassenkampf von oben) noch aus linker (wegen bürgerlicher Ökonomie).

Punktgenau!

Leider versucht in Österreich nicht nur die ÖVP Probleme mit einem schon sehr verrosteten Werkzeugkasten zu beheben.

Woher sollen aber die neuen Ideen/Werkzeuge kommen, wenn man sich konsequent auf das Bewahren konzentriert?

Sehr wohlwollend könnte man meinen die Wirtschaft will Fortschritt und wenn die ÖVP eine Wirtschafts-Partei ist, dann ist sie wohl auch fortschrittlich...

hmmm....

Wohl eher ist es so, dass die ÖVP tatsächlich nur bewahren will: nämlich das Geld, das einige wenige in der Wirtschaft stecken haben und meinen damit mehr zu sagen zu haben

Das hat nichts mit Fortschritt zu tun.
Das hat nichts mit Fortentwicklung eines Landes, einer Gesellschaft zu tun.

Das hat NICHTS mit unserer Zukunft zu tun

;)

die övp funktioniert schon lange nur mehr auf der landesfürsten- und dorfkaiserebene (da funktioniert dieses kontroll-denken auch noch); bundespolitisch haben die offenbar einfach keine leute. spindelegger z.b. ist ja der fleischgewordene gegenbegriff zu charisma.
nicht, dass ich ein fan von charismatikern wäre - im gegenteil -, aber man sollte an der spitze doch wenigstens leute haben, die kommunizieren können & von denen man nicht das gefühl hat, sie seien bloß als kleinster gemeinsamer nenner hochgespühlt worden. das sollte der övp mehr zu denken geben, als alberne interne machtspielchen. denn wo nicht, ist irgendwann strache dran, & das wäre nun wirklich schlimm.

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