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Der "Facebook-Check" existiert offenbar nur in Ausnahmefällen.
Österreichs Unternehmen suchen weiter nach Fachkräften, zahlreiche offene Stellen können schwierig oder gar nicht besetzt werden. Bei der Suche nach neuen Mitarbeitern werden diverse Social Media-Plattformen noch verhalten genutzt. Und trotz Krisenstimmung will ein Drittel der befragten Unternehmen die Budgets für Recruiting aufstocken. Dies ergab eine Studie des Centre of Human Resources Information Systems der Universität Bamberg und Frankfurt am Main, die von der Online-Karriereplattform monster.at in Auftrag gegeben und heute Montag in Wien präsentiert wurde.
Als größte externe Herausforderungen sehen die Unternehmen den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel an. Erst an dritter Stelle folgt die Sorge um die Wirtschafts- und Eurokrise, gefolgt von der Problematik gesetzlicher Rahmenbedingungen und dem Bereich Social Media. Als größte interne Herausforderung werten die Firmen die Mitarbeiterbindung, gefolgt vom internen Arbeitgeber-Image.
Gute Geschäftsprognose
Trotz einer pessimistischeren Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Vergleich zum Vorjahr bleiben Fachkräfte weiter umkämpft, führte Sven Laumer von der Universität Bamberg heute bei der Studienpräsentation aus. So erwarten rund 47 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftsentwicklung im Jahr 2012, 50 Prozent gehen von einer ausgeglichenen Entwicklung aus und 3 Prozent von einer schlechten. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Anzahl der Unternehmen, welche die aktuelle Geschäftsentwicklung als gut einstufen, um 31 Prozentpunkte.
Dennoch erwarten die befragten Unternehmen, dass sie 31 Prozent aller offenen Stellen nur "schwer oder gar nicht" mit neuen Mitarbeitern besetzen werden können. Dabei handle es sich meist um Jobangebote im Bereich IT, Technik, Naturwissenschaften, Forschung und Entwicklung, erklärte Laumer. Dieser Trend bleibe über die Jahre konstant und sei nicht konjunkturabhängig: Die Studie wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt, der Wert der nicht oder schwierig besetzbaren Stellen bleibe im wesentlichen gleich.
Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und zur Selbstpräsentation nutzen Unternehmen zunehmend Social Media. Kanäle wie Xing, Facebook, Twitter, LinkedIn oder YouTube werden laut der Studie aber noch verhalten eingesetzt. Für Image-Werbezwecke wird am stärksten auf Facebook vertraut, beim konkreten Recruiting spielt dann lediglich Xing eine Rolle. So setzt ein Viertel der Firmen Xing bei der Suche nach Informationen über einen Kandidaten ein, für die aktive Suche nach Mitarbeitern nutzen 21 Prozent der Unternehmen Xing. Nur 16 Prozent der Unternehmen haben eine explizite Strategie für den Einsatz von Social Media in der Personalbeschaffung und besitzen einen Redaktionsplan zur Gestaltung des eigenen Social-Media-Auftritts.
"Facebook-Check"
Den berüchtigten "Facebook-Check", wo Unternehmen Facebook-Seiten von Bewerber analysieren, gebe es nur "in Ausnahmefällen", meint Laumer. Nur 17 Prozent der befragten Firmen sagten, dass sie auch auf Facebook nach Informationen über den Kandidaten suchen. Wenn ein Kandidat von sich aus anführe, wo er präsent sei, schaue sich das Unternehmen seinen Auftritt meist an. Auch Smartphones können für den Arbeitsmarkt neue Möglichkeiten bieten: Etwa jedes zweite Unternehmen erwartet durch die steigende Smartphone-Nutzung Einfluss auf die Personalrekrutierung. Aber erst 8 Prozent der Unternehmen nutzen derzeit Mobile-Recruiting.
Trotz zahlreicher neuer Möglichkeiten für die Suche nach neuen Mitarbeitern bleiben Empfehlungen der bestehenden Mitarbeiter für die meisten Firmen dominierend: Für 82 Prozent der befragten Unternehmen stellen Mitarbeiterempfehlungen einen wichtigen Kanal zur Rekrutierung neuer Fachkräfte dar. Mehr als zwei Drittel geben zudem an, die privaten und beruflichen Netzwerke ihrer Mitarbeiter für die Rekrutierung zu nutzen.
"Alters-Management"
Auch "Alters-Management" kann eine Antwort auf den Fachkräftemangel sein: Rund 56 Prozent der Unternehmen sehen in der Einstellung älterer Personen (ab 50 Jahren) eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu umgehen. Daher versuchen laut Studie drei von vier Unternehmen, ihre Mitarbeiter langfristig bis zur Pension im Unternehmen zu behalten. Allerdings stellen nur 30 Prozent der Firmen regelmäßig Fachkräfte mit einem Alter von mindestens 50 Jahren ein.
Für die empirische Studie, die in Österreich seit sechs Jahren durchgeführt wird, wurden in Österreich die Top-500-Unternehmen kontaktiert, die Rücklaufquote lag bei 21,2 Prozent (106 Unternehmen). Weiters wurde eine Fallstudie mit der Allianz Österreich durchgeführt. (APA, 23.4.2012)
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