US-Börsen schließen mit tieferen Kursen

23. April 2012, 22:26

Sorgen um politische Lage in Eurozone und schwache Konjunkturdaten belasten - Unternehmenszahlen im Blick

New York - Die New Yorker Aktienbörsen haben am Montag mit tieferen Kursen geschlossen. Marktbeobachter begründeten die Abschläge vor allem mit den Sorgen um die politische Lage in der Eurozone sowie enttäuschenden Konjunkturdaten aus China und Europa. Zuvor waren die europäischen Leitbörsen tiefrot aus dem Handel gegangen.

Nach deutlichen Verlusten über weite Strecken des heutigen Handels konnten sich die wichtigsten Indizes an der Wall Street im späteren Geschäft von ihren Tagestiefständen etwas erholen. Der Dow Jones Industrial Index gab letztlich um 102,09 Punkte oder 0,78 Prozent auf 12.927,17 Einheiten nach. Der S&P-500 Index sank um 11,59 Punkte (minus 0,84 Prozent) auf 1.366,94 Zähler. Der Nasdaq Composite Index verringerte sich um 30,00 Einheiten oder 1,00 Prozent auf 2.970,45 Zähler.

Für Enttäuschung hätten vor allem die Einkaufsmanagerindizes für China und Europa gesorgt, kommentierte ein Händler. Während jene für die Eurozone überraschend gesunken waren, blieben jene für China unter der Schwelle, die eine Expansion der industriellen Aktivität andeutet. Nach der ersten Wahlrunde in Frankreich sowie gescheiterten Sparverhandlungen in den Niederlanden sorgten sich Börsianer zudem um die politische Zukunft in Europa, hieß es weiter.

Im Dow Jones wurde die drei Titel umfassende Gewinnerliste von Exxon Mobil (plus 0,46 Prozent auf 85,69 Dollar) angeführt. An unterster Stelle des Leitindex gingen hingegen die Aktien von Wal-Mart aus dem Handel, die sich angesichts von Bestechungsvorwürfen in Mexiko um 4,66 Prozent auf 59,54 Dollar verbilligten. Der Handelskonzern kündigte interne Untersuchungen an, nachdem die "New York Times" am Wochenende berichtet hatte, in Mexiko seien über Jahre hinweg Gelder geflossen, um die dortige Eröffnung von Märkten zu beschleunigen.

Abgeschwächt präsentierten sich zum Wochenauftakt auch die Finanzwerten. So sanken Bank of America um 2,15 Prozent auf 8,18 Dollar und Citigroup ermäßigten sich um 1,89 Prozent auf 33,25 Dollar. JPMorgan schlossen dagegen mit einem leichten Plus von 0,30 Prozent bei 42,85 Dollar.

Unterdessen schritt die Berichtssaison voran und rückte unter anderem die Papiere von Kellogg (minus 6,09 Prozent auf 50,70 Dollar) in den Fokus der Anleger. Die Geschäfte des Cornflakes-Herstellers laufen nicht so rund wie erhofft: Nach einem enttäuschenden ersten Quartal kappte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Nettoumsatz werde 2012 nur noch zwischen zwei und drei Prozent zulegen, teilte das Unternehmen mit. Zuvor war noch ein Plus von vier bis fünf Prozent angepeilt worden. Der Betriebsgewinn werde zwei bis vier Prozent fallen.

Titel von ConocoPhillips büßten angesichts eines rückläufigen Quartalsgewinns moderate 0,75 Prozent auf 72,33 Dollar ein. Der vor der Aufspaltung stehende US-Ölkonzern hat im ersten Quartal wegen Anteilsverkäufen weniger verdient. Das Nettoergebnis ist von 3,0 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 2,9 Mrd. Dollar gesunken.

Etwas besser erging es dagegen den Xerox-Papieren, die mit einem geringfügigen Plus von 0,13 Prozent auf 7,88 Dollar schlossen. Dank einer starken Entwicklung im Servicegeschäft hat das erste Quartal des Druckerherstellers die Markterwartungen leicht übertroffen. Hintergrund dafür ist die zunehmende Auslagerung von Dienstleistungen durch Unternehmen und Behörden, um Kosten zu verringern.

Pfizer-Papiere schwächten sich indessen um 0,80 Prozent auf 22,38 Dollar ab. Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle baut mit der Übernahme der Babynahrungssparte von Pfizer sein Geschäft in Schwellenländern aus. Für den Bereich, der 2011 auf einen Umsatz von 2,1 Mrd. Dollar kam, legen die Schweizer nach Angaben vom Montag 11,85 Mrd. Dollar auf den Tisch. (APA, 23.4.2012)

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