Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
"Rechtzeitiges Erkennen von Immundefekten kann Leben retten", so Elisabeth Förster-Waldl, Pädiaterin/Kinderärztin und Immunologin von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an der MedUni Wien anlässlich des Starts in die weltweite "Woche der primären Immundefekte" (PI-Week) und des Welttags der Immunologie am 29. April in einer Aussendung. Derzeit seien rund 170 dieser Erkrankungen bekannt. Je früher ein derartiger Defekt erkannt werde, desto leichter lassen sich Folgeschäden vermeiden. Die MedUni Wien ist gemeinsam mit dem St. Anna-Kinderspital das größte nationale Zentrum für primäre Immundefekte.
Primäre Immundefekte
Primäre Immundefekte (PID) sind genetische, teils erbliche Erkrankungen des Immunsystems, die mit einer erhöhten Infektionsgefahr einhergehen und weiters autoimmunologische Symptome, allergische Erkrankungen und Hauterkrankungen hervorrufen können. Je früher der Defekt erkannt wird, desto leichter lassen sich lebenslange Folgeschäden wie etwa chronische Lungenveränderungen (z.B. Bronchiektasen) verhindern und desto leichter lässt sich die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessern. "Wird ein derartiger Defekt nicht zeitgerecht diagnostiziert, können die Folgen gravierend sein, zum Beispiel irreversible Gewebeschädigungen, die durch ständige Infektionen vor allem in den Atemwegen verursacht werden. Daher ist es ratsam, bei entsprechenden Symptomen auch an einen möglichen Immundefekt zu denken", so Förster-Waldl.
Mindestens 1.000 Menschen in Österreich betroffen
Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit eine Million Menschen von primären Immundefekten betroffen sind, wobei eine von 8.000 bis 10.000 Personen einen genetisch bedingten PID hat, der lebensbedrohliche Folgen für den Betroffenen mit sich bringt. Man vermute, dass 70 bis 90 Prozent aller dieser Defekte ohne korrekte Diagnose bleiben. "Klinische Auffälligkeiten einer immunologischen Störung können sowohl bereits im Kindesalter als auch erst im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter manifest werden. In Österreich müssen entsprechend der europäischen Inzidenzen mindestens 1.000 Menschen mit primären Immundefekten leben, wir wissen daher, dass eine hohe Dunkelziffer existiert", so Förster-Waldl.
Hinweise auf einen Immundefekt gibt es immer dann, so Förster-Waldl, wenn Infektionen oder Erkrankungen in dem Alter des Betroffenen in nicht entsprechender, gehäufter und ungewöhnlicher Form vorkommen. Dann ist eine immunologisch-labordiagnostische und oft auch immunologisch-genetische Analyse ratsam. Warnhinweise für Immundefekte sind unter anderem das vermehrte Auftreten von Lungen- oder Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, sowie Hirnhautentzündungen, Septitiden oder auch Infektionserkrankungen in Kombination mit Autoimmunerkrankungen und/oder Allergien und Hauterkrankungen. Warnhinweise auf einen Immundefekt kann man auch über die Website der Jeffrey-Modell-Foundation abrufen.
Molekulare Medizin bringt Fortschritte
Große Fortschritte zur Diagnose dieser Erkrankungen hat die molekulare Medizin gebracht. "Bis vor zehn Jahren hat man vielleicht zwei Hand voll Gendefekte gekannt, die zu angeborenen immunologischen Störungen führen. Inzwischen kennt man 150-170", erklärt Kaan Boztug, Pädiater und Immungenetiker an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien und Forschungsgruppenleiter am CeMM, Forschungszentrum für Molekulare Medizin.
Wird ein noch unbekannter Immundefekt beobachtet, kommt das so genannte "Next Generation Sequencing" zum Einsatz. "Durch die modernsten genomischen Technologien können wir heutzutage ganze Genome innerhalb weniger Tage sequenzieren und somit in vielen PatientInnen die zugrundeliegende Mutation identifizieren", erklärt Boztug. "Ein molekulares Verständnis für primäre Immundefekte stellt eine wichtige Grundlage für die Entwicklung moderner, zielgerichteter Therapien dar." (red, derStandard.at, 23.4.2012)
Links
Internationale PI-Week (22. - 29. April 2012): Alle Informationen zur internationalen Woche der primären Immundefekte (PI-Week) gibt es hier: www.worldpiweek.org. Am 29.4. findet der internationale Welttag der Immunologie statt.
Warnhinweise auf einen Immundefekt kann man auch über die Website der Jeffrey-Modell-Foundation abrufen.
Eine neue Ultraschall-Therapie könnte in schweren Fällen von Tremor ein Öffnen des Schädels vermeiden - Die Ergebnisse einer neuen Studie sind vielversprechend
40 Fälle von Erkrankungen weltweit seit April vergangenen Jahres - Weiterer Fall in Saudi Arabien
Angelina Jolies Entscheidung, sich die Brüste entfernen zu lassen, sorgt für Kontroversen - Doch wie sieht die Behandlung in Österreich bei erblicher Disposition aus?
Mit regelmäßigen Messungen lässt sich das Risiko eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln reduzieren
Der Ministerrat beschließt eine Strafverschärfung bei Sexualdelikten - Gerichtspsychiaterin Kastner plädiert für einen rationaleren Umgang mit dem Thema
Infektionen können dazu führen, dass die Blutbildung im Körper an ungewöhnlichen Stellen stattfindet
Urtikaria ist der schöne Name eines unschönen Problems, gegen das Antihistaminika, Kortison und Antikörper helfen können
Sowohl mit einem provisorischen Gewebeexpander oder direktem Einsetzen einer Silikonprothese erfolgen. Mit beiden Verfahren gebe es in Österreich gute Erfahrungen, so Experte Rupert Koller
In einer neunstündigen Operation verpflanzten Ärzte einem Mädchen, das ohne Luftröhre auf die Welt kam, eine mit Stammzellen "besiedelte" Kunststoffröhre. Die Operation war erfolgreich - das Mädchen wird wieder essen, trinken und sogar sprechen können
Das "i-Assist-Navigationssystem", das ähnlich wie Smartphone-Neigungssensoren funktioniert, soll Implantationen präzisieren
Jedes Jahr gibt es mehr als vier Millionen nosokomiale Infektionen, 17 Prozent davon infolge von Operationen
Mittels Smartphone-App und Zusatzgerät können Herzpatienten und Sportler künftig selbst ihre Herzströme messen und an ihren Arzt weiterleiten
Die Entwicklung von Typ 1 Diabetes kann nur wenige Monate oder viele Jahre dauern
Seit September 2012 starben bereits 20 Menschen am neuen Coronavirus NCoV. In Saudi-Arabien ist das Virus erstmals von Patienten auf zwei Spitalsangestellte übertragen worden
Chinesische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das Influenzavirus A(H7N9) von Hühnern und/oder Tauben auf den Menschen übertragen wird. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch schließen sie aus
Laut Suchtexperte Michael Musalek ist "Alkohol Teil unserer Gesellschaft" - Deshalb werden wir lernen müssen, mit Alkohol freudvoll umzugehen
Mittlerweile erreichen 85 Prozent der Menschen mit angeborenem Herzfehler das Erwachsenenalter. Zwei Drittel davon benötigen jedoch auch als Erwachsene noch Folgeoperationen oder müssen Medikamente einnehmen
Wird die Hirnmetastase mit einem Sicherheitsabstand von fünf Millimetern zum benachbarten Gewebe entfernt, kann womöglich sogar auf die anschließende Ganzhirnbestrahlung verzichtet werden
Eine Umfrage der Initiative "Leben mit Krebs" zeigt hohe Patientenzufriedenheit - Scharfe Kritik üben führende Krebsspezialisten an Prävention und Forschungsförderung
In Österreich lassen 20 Prozent der Frauen mit Brustkrebs-Gen vorbeugend Brüste entfernen
US-Studie: Um die Auswirkung von Dronabinol oder gerauchtem Cannabis auf das Schmerzempfinden zu messen, hielten Probanden ihre Arme in vier Grad kaltes Wasser
Laut Experten der Hypertensiologie-Gesellschaft ist jeder dritte Österreicher über 25 von Bluthochdruck betroffen - nur die Hälfte weiß von der Erkrankung
Wenn die Jahreszeit wechselt, stellen sich Melatonin- und Serotoninhaushalt um - Wie Sonnenstrahlen den Hormonspiegel beeinflussen
Eine Studie zeigte, dass der Anteil an erfassten Diabetes Typ II-Erkrankten unter Jugendlichen mit Migrationshintergrund mehr als doppelt so hoch ist wie ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung
Ein neues Gerät heizt mit Tabak gefüllte Kapseln auf, anstatt ihn zu verbrennen. Sozialmediziner Kunze: "Ein Eingeständnis der Tabakindustrie, dass die anderen Produkte gefährlich sind."
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.