AUA-Betriebsübergang soll 160 Millionen kosten

23. April 2012, 15:18
  • Bord-Betriebsratschef Karl Minhard informiert die Belegschaft über die weitere Vorgehensweise im KV-Streit.
    foto: apa/hochmuth

    Bord-Betriebsratschef Karl Minhard informiert die Belegschaft über die weitere Vorgehensweise im KV-Streit.

Der AUA-Bordbetriebsrat will weiter mit dem Management über einen Konzern-KV verhandeln. Flüge hatten Verspätung, von Streik ist aber keine Rede

Wien -  Keine neuen Streikdrohungen, stattdessen ein Plädoyer für neue Verhandlungen. So ließ sich eine mit Spannung erwartete Betriebsversammlung der AUA-Piloten und Flugbegleiterinnen am Montag zusammenfassen. Die Belegschaft lehnt den mit schlechteren Konditionen verbundenen Betriebsübergang von "Austrian" auf "Tyrolean" zwar nicht ganz ab, will ihn für die AUA-Mitarbeiter aber zu weitaus besseren Konditionen als vom Management angeboten. AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard brachte auch die hohen Kosten eines Piloten-Exodus ins Spiel. 160 Millionen Euro würde der Betriebsübergang in diesem Fall an Abfertigungen und Erlöseinbußen kosten.

Die Zahl der Teilnehmer dürfte an die tausend erreicht haben, der Veranstaltungssaal platzte aus allen Nähten. Piloten und Flugbegleiterinnen hörten auch vor den offenen Türen zu. Viele Flüge starteten mit einigen Stunden Verspätung. Kurz nach 13 Uhr wurde der Normalbetrieb aber wieder aufgenommen.

Sich beim Konzern-KV in der Mitte treffen

Vorstellbar wäre für die Arbeitnehmervertretung ein Konzern-KV für alle. Für Piloten und Stewardessen werden zudem umfassende Sozialpläne gefordert, in denen ein "Übervorteilungsschutz" festgeschrieben werden müsse, hieß es. Die AUA-Spitze hat Ende voriger Woche den Betriebsübergang freilich überlebenswichtig genannt. Der eine oder andere Pilot fürchtet, dass die AUA überhaupt für "Sandkistenspiele" im Lufthansa-Konzern missbraucht wird - um auszuloten, "was so alles reingeht".

Tyrolean-Piloten dabei

Auch einige Tyrolean-Piloten sind nach Wien gereist. Ihnen wurde vorab von AUA-Leuten launig angeraten, sich "Helme aufzusetzen". Wie bekannt wurde, werden momentan 36 Tyrolean-Piloten auf AUA-Maschinen umgeschult. Belegschaftsvertreter Minhard kalmierte aber. Man werde sich aber nicht mit den Tyrolean-Kollegen auseinanderdividieren lassen. Das habe schon in der Vergangenheit nicht funktioniert. Wenn Tyrolean-Piloten jetzt aber ab Mai auf A-320-Flugzeuge der AUA umgeschult würden, müssten sie sich "hinten einreihen", so Minhard. Er führt dabei das Karriere- und Kündigungsreglement (Senioritätsprinzip) der AUA ins Treffen, das noch bis 31. Dezember gelte. 

160 Millionen Euro Folgekosten

AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard und der Anwalt der Piloten, Roland Gerlach, bezifferten die Kosten der Auslagerung des Flugbetriebs, so wie ihn der AUA-Vorstand will, mit 160 Millionen Euro. Die Summe sei im Aufsichtsrat zur Sprache gekommen. Sie umfasse Abfertigungen für ausscheidende AUA-Piloten, weitere Folgekosten und Erlöseinbußen.

Der Betriebsrats-Anwalt riet den Piloten und Flugbegleiterinnen, in den nächsten Wochen und Monaten auf keine Unterschriftsangebote des Managements einzugehen. Bei allen drei Möglichkeiten der Reaktion auf die umstrittene Auslagerung - Betriebsübergang mit anschließender juristischer Auseinandersetzung, Austritt über Sonderkündigungsrecht oder Widerspruch mit Verbleib im Dienstverhältnis der AUA AG - sind in den Augen des Juristen keine individuellen Unterschriften von AUA-Bord-Beschäftigten nötig. Überall ergäben sich die Rechtsfolgen durch Gesetz.

Keine individuellen Klagen

Die Gewerkschaft und der Betriebsrat wollen in jedem Fall rechtliche Schritte einleiten. Erste Feststellungsklagen drohen, sobald der Übergang vom Vorstand eingeleitet ist. Das kann in ein bis zwei Tagen sein. Einen Anlass für individuelle Klagen sieht die Pilotenvertretung bisher nicht. Denn für den Einzelnen ergäben sich die Rechtsfolgen durch Gesetz.

Nach Meinung der Betriebsräte gilt für die AUA-Bordcrews trotz der KV-Kündigung durch den Vorstand der AUA-Kollektivvertrag auch über Ende Juni hinaus. Dagegen sieht der Vorstand die AUA-Piloten ab Sommer im "KV-freien" Raum.

Insolvenzkarte sticht

Wenig Trost spendete auch ein zur Veranstaltung geladener Swiss-Pilot. Die Schweizer Belegschaft hat auch ihre bitteren Erfahrungen mit Betriebsübergängen gemacht, allerdings war die Swissair damals pleite. Er wolle den Juristen in Österreich ja nicht in den Rücken fallen, versicherte der Schweizer Pilot, aber von jenen Piloten, die damals in der Schweiz geklagt hätten, gehe es heute allen schlechter.

Minhard spricht von einem "juristischen Super-Gau", den die ganze Verlagerung bei der AUA nach sich ziehen könnte. Operativ rechnet er weiter mit dem Abgang von 200 bis 300 Austrian-Piloten. Würden alle rund 300 Piloten nach dem für das Unternehmen besonders teuren AUA-KV alt gehen, würde sofort ein dreistelliger Millionenbetrag an Abfertigungen fällig.

Ausfälle von Rom bis Washington

Bei zahlreichen AUA-Flügen wurden am Montag stundenlange Verschiebungen angezeigt, von Rom über Thessaloniki, Baku, Moskau und Bagdad, Prishtina und Skopje, Erbil, Sofia und Washington bis Tel Aviv. Betroffen sind auch der Toronto-Flug und jener nach New York. Ebenfalls rot angezeigt waren Krakau und Kairo. Auf der AUA-Website können Passagiere genaue Informationen zu den Flügen abrufen. (APA, 23.4.2012)

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Ich lese 160 Mio. "Kosten"??

Sollt es nicht heissen 160 Mio. Sparen?
Ist dann das Defizit bei 300 Mio. heuer?
Was kosten die Umschulungen, wenn Piloten gehen?
Wann beginnt die Lufthansa bei sich endlich zu sparen, die Aktien gehen schon mal voraus...nach unten.

Kosten ist richtig, denn dieser unüberlegte Schnellschuss vom Vorstand kostet dem Unternehmen eine Menge Geld.

Ja klar, der Italia wurden 4 Milliarden (€!) gezahlt, pardon, den Gewerkschaften!
Wo steht sie jetzt?

Und das war die Schuld der Gewerkschaften gelle?
Die haben die arme LH Führung erpresst.
Da haben die dann freiwillig 4 Mrd. rausgerückt.

Pöse Gewerkschaften, pöse aber auch.

die Alitalia hat mit der LH nix zu tun

Wie hieß denn die Italientochter der LH???

Irgend so ähnlich.

Dort wurde auch Geld ohne Ende hineingepumpt um dann - schlussendlich - wieder den Schwanz einzuziehen.

Ich dachte, Sie sprachen von jenem Konstrukt.

die a. Dolomiti hat mit der Alitalia nix zu tun
Alles klar?

Nicht die Dolomiti.

Nönö, da gabs ne offiziöse LH Tochter die die Alitalia Linie beflog.

Und bei ihrem Ur-Posting dachte ich, Sie sprechen von jener.

Da müßen sie wiki bemühen,
von solchen Bemühungen weis ich nix

Geschätzter Briefträger, Sie schrieben in ihrem Ur-Posting von der "Italia". Und, so hieß die LH Tochter mit Standort Malpensa Mailand.
Und dort, so behaupteten Sie, wurden 4 mrd an die Gewerkschaften gezahlt.

Sie sollten mal Ihren eigenen Thread verfolgen.

Auch Sarkasmus hilft nix, wenn Sie die Fluglinien verwechselt haben.
Und auch sinnerfassendendes Lesen hilft wenig, wenn das Urposting falsch ist.

Sie schrieben "Italia" und meinten wohl "Alitalia". Das ist aber ein Unterschied.

Ein kleiner. Alitalia gehört dem italienischen Staat.
Italia gehörte der LH.

Auch Sarkasmus hilft nix, wenn Sie die Fluglinien verwechselt haben.

Was passiert jetz mit mir 8-?

Sie dürfen sich 4 mrd von der LH holen :-)

Man sollte halt auch den Zusammenhang erkennen, wenn darauf antwortet. Ich stellte den Vergleich Gewerkschaft / zu sanierender Luftlinie bzw. großer Summe als Abfertigung her, da immer wieder a. das Scheitern der Sanierungsversuche als gegeben hingestellt wird und b. seitens der Bordpers.vertreter 160 Mill. € Abfertigunng als hohes Schlucksumme für die AUA hingestellt wurden

Hoffentlich

wird endlich bald weiterverhandelt

wenn ich die roten Strümpfe sehe,

sehe ich schon rot.

diese leute würd ich für den mindestlohn zur feldarbeit in die pampa schicken, damit sie mal wieder auf den boden kommen.

Stimme ihnen zu

Der Vorstand sollie in die Pampa geschickt werden.

besser Sie bleiben

im Garten.

"Würden alle rund 300 Piloten nach dem für das Unternehmen besonders teuren AUA-KV alt gehen, würde sofort ein dreistelliger Millionenbetrag an Abfertigungen fällig."

100.000.000/300=> Abfertigung von *mindestens* 333.000 EUR im Schnitt?!
Das ist doch völlig krank!
Soviel verdienen viele Akademiker netto in 10 Jahren nicht...

Diese Abfertigungen werden nur fällig bei Kündigung durch den Arbeitgeber! Leute behalten, keine fällige Abfertigung, d.h., viel Geld gespart!

Falsch.

Bei einem Betriebsübergang gilt ein befristetes Sonderkündigungsrecht durch den AN, und das wirkt wie eine Kündigung durch den AG was die Ansprüche betrifft ...

Den Betriebsübergang hat sich aber auch der Vorstand gewünscht, insofern können die Piloten nichts dafür wenn man ihnen das Geld wieder einmal nachwirft.

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