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Bord-Betriebsratschef Karl Minhard informiert die Belegschaft über die weitere Vorgehensweise im KV-Streit.
Wien - Keine neuen Streikdrohungen, stattdessen ein Plädoyer für neue Verhandlungen. So ließ sich eine mit Spannung erwartete Betriebsversammlung der AUA-Piloten und Flugbegleiterinnen am Montag zusammenfassen. Die Belegschaft lehnt den mit schlechteren Konditionen verbundenen Betriebsübergang von "Austrian" auf "Tyrolean" zwar nicht ganz ab, will ihn für die AUA-Mitarbeiter aber zu weitaus besseren Konditionen als vom Management angeboten. AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard brachte auch die hohen Kosten eines Piloten-Exodus ins Spiel. 160 Millionen Euro würde der Betriebsübergang in diesem Fall an Abfertigungen und Erlöseinbußen kosten.
Die Zahl der Teilnehmer dürfte an die tausend erreicht haben, der Veranstaltungssaal platzte aus allen Nähten. Piloten und Flugbegleiterinnen hörten auch vor den offenen Türen zu. Viele Flüge starteten mit einigen Stunden Verspätung. Kurz nach 13 Uhr wurde der Normalbetrieb aber wieder aufgenommen.
Sich beim Konzern-KV in der Mitte treffen
Vorstellbar wäre für die Arbeitnehmervertretung ein Konzern-KV für alle. Für Piloten und Stewardessen werden zudem umfassende Sozialpläne gefordert, in denen ein "Übervorteilungsschutz" festgeschrieben werden müsse, hieß es. Die AUA-Spitze hat Ende voriger Woche den Betriebsübergang freilich überlebenswichtig genannt. Der eine oder andere Pilot fürchtet, dass die AUA überhaupt für "Sandkistenspiele" im Lufthansa-Konzern missbraucht wird - um auszuloten, "was so alles reingeht".
Tyrolean-Piloten dabei
Auch einige Tyrolean-Piloten sind nach Wien gereist. Ihnen wurde vorab von AUA-Leuten launig angeraten, sich "Helme aufzusetzen". Wie bekannt wurde, werden momentan 36 Tyrolean-Piloten auf AUA-Maschinen umgeschult. Belegschaftsvertreter Minhard kalmierte aber. Man werde sich aber nicht mit den Tyrolean-Kollegen auseinanderdividieren lassen. Das habe schon in der Vergangenheit nicht funktioniert. Wenn Tyrolean-Piloten jetzt aber ab Mai auf A-320-Flugzeuge der AUA umgeschult würden, müssten sie sich "hinten einreihen", so Minhard. Er führt dabei das Karriere- und Kündigungsreglement (Senioritätsprinzip) der AUA ins Treffen, das noch bis 31. Dezember gelte.
160 Millionen Euro Folgekosten
AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard und der Anwalt der Piloten, Roland Gerlach, bezifferten die Kosten der Auslagerung des Flugbetriebs, so wie ihn der AUA-Vorstand will, mit 160 Millionen Euro. Die Summe sei im Aufsichtsrat zur Sprache gekommen. Sie umfasse Abfertigungen für ausscheidende AUA-Piloten, weitere Folgekosten und Erlöseinbußen.
Der Betriebsrats-Anwalt riet den Piloten und Flugbegleiterinnen, in den nächsten Wochen und Monaten auf keine Unterschriftsangebote des Managements einzugehen. Bei allen drei Möglichkeiten der Reaktion auf die umstrittene Auslagerung - Betriebsübergang mit anschließender juristischer Auseinandersetzung, Austritt über Sonderkündigungsrecht oder Widerspruch mit Verbleib im Dienstverhältnis der AUA AG - sind in den Augen des Juristen keine individuellen Unterschriften von AUA-Bord-Beschäftigten nötig. Überall ergäben sich die Rechtsfolgen durch Gesetz.
Keine individuellen Klagen
Die Gewerkschaft und der Betriebsrat wollen in jedem Fall rechtliche Schritte einleiten. Erste Feststellungsklagen drohen, sobald der Übergang vom Vorstand eingeleitet ist. Das kann in ein bis zwei Tagen sein. Einen Anlass für individuelle Klagen sieht die Pilotenvertretung bisher nicht. Denn für den Einzelnen ergäben sich die Rechtsfolgen durch Gesetz.
Nach Meinung der Betriebsräte gilt für die AUA-Bordcrews trotz der KV-Kündigung durch den Vorstand der AUA-Kollektivvertrag auch über Ende Juni hinaus. Dagegen sieht der Vorstand die AUA-Piloten ab Sommer im "KV-freien" Raum.
Insolvenzkarte sticht
Wenig Trost spendete auch ein zur Veranstaltung geladener Swiss-Pilot. Die Schweizer Belegschaft hat auch ihre bitteren Erfahrungen mit Betriebsübergängen gemacht, allerdings war die Swissair damals pleite. Er wolle den Juristen in Österreich ja nicht in den Rücken fallen, versicherte der Schweizer Pilot, aber von jenen Piloten, die damals in der Schweiz geklagt hätten, gehe es heute allen schlechter.
Minhard spricht von einem "juristischen Super-Gau", den die ganze Verlagerung bei der AUA nach sich ziehen könnte. Operativ rechnet er weiter mit dem Abgang von 200 bis 300 Austrian-Piloten. Würden alle rund 300 Piloten nach dem für das Unternehmen besonders teuren AUA-KV alt gehen, würde sofort ein dreistelliger Millionenbetrag an Abfertigungen fällig.
Ausfälle von Rom bis Washington
Bei zahlreichen AUA-Flügen wurden am Montag stundenlange Verschiebungen angezeigt, von Rom über Thessaloniki, Baku, Moskau und Bagdad, Prishtina und Skopje, Erbil, Sofia und Washington bis Tel Aviv. Betroffen sind auch der Toronto-Flug und jener nach New York. Ebenfalls rot angezeigt waren Krakau und Kairo. Auf der AUA-Website können Passagiere genaue Informationen zu den Flügen abrufen. (APA, 23.4.2012)
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Sollt es nicht heissen 160 Mio. Sparen?
Ist dann das Defizit bei 300 Mio. heuer?
Was kosten die Umschulungen, wenn Piloten gehen?
Wann beginnt die Lufthansa bei sich endlich zu sparen, die Aktien gehen schon mal voraus...nach unten.
Geschätzter Briefträger, Sie schrieben in ihrem Ur-Posting von der "Italia". Und, so hieß die LH Tochter mit Standort Malpensa Mailand.
Und dort, so behaupteten Sie, wurden 4 mrd an die Gewerkschaften gezahlt.
Sie sollten mal Ihren eigenen Thread verfolgen.
ach, Sie meinen das da ..
http://de.wikipedia.org/w/index.p... 1212212513
Auch Sarkasmus hilft nix, wenn Sie die Fluglinien verwechselt haben.
Und auch sinnerfassendendes Lesen hilft wenig, wenn das Urposting falsch ist.
Sie schrieben "Italia" und meinten wohl "Alitalia". Das ist aber ein Unterschied.
Ein kleiner. Alitalia gehört dem italienischen Staat.
Italia gehörte der LH.
Man sollte halt auch den Zusammenhang erkennen, wenn darauf antwortet. Ich stellte den Vergleich Gewerkschaft / zu sanierender Luftlinie bzw. großer Summe als Abfertigung her, da immer wieder a. das Scheitern der Sanierungsversuche als gegeben hingestellt wird und b. seitens der Bordpers.vertreter 160 Mill. € Abfertigunng als hohes Schlucksumme für die AUA hingestellt wurden
sparen ist schon im gange....
http://www.handelsblatt.com/unternehm... 40632.html
"Würden alle rund 300 Piloten nach dem für das Unternehmen besonders teuren AUA-KV alt gehen, würde sofort ein dreistelliger Millionenbetrag an Abfertigungen fällig."
100.000.000/300=> Abfertigung von *mindestens* 333.000 EUR im Schnitt?!
Das ist doch völlig krank!
Soviel verdienen viele Akademiker netto in 10 Jahren nicht...
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