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Tobias Eggendorfer klagt Airline-Chef Franz wegen Betrugs.
Tobias Eggendorfer ist einer der Top-Kunden der Lufthansa. Er hat sich durch sein häufiges Fliegen den Senator-Status im weltweit größten Vielfliegerprogramm Miles & More der Lufthansa erworben. Im Zivilberuf ist der erst 36-jährige gebürtige Bayer bereits Professor an der Polizei-Hochschule in Hamburg und berät Firmen bei der IT-Sicherheit. Die für den Senator-Status notwendigen Meilen erwarb er im Zuge seiner Beratertätigkeit, die ihn rund um den Globus bringt.
Medial bekannt wurde er, weil er in erster Instanz einen Prozess gegen die Lufthansa gewann - wegen zu spät kommunizierter Kürzung von Flugmeilen. Lufthansa-Mitarbeiter, die mit der Konzernpolitik offenbar nicht d'accord gehen, haben ihm danach interne E-Mails weitergeleitet, aus denen hervorgeht, dass die Meilenkürzung den Kunden ganz bewusst nicht kommuniziert werden sollte. Daraufhin zeigte der Professor mit Abschlüssen in Technischer Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Arbeits- und Wirtschaftsrecht und einem Abschluss in Erwachsenenpädagogik Lufthansa-Chef Christoph Franz wegen gewerbsmäßigen Betrugs an.
Meilen
Eggendorfer - unverheiratet und kinderlos - verlor durch die Meilenkürzung den Gegenwert von zwei bis drei Australien-Flügen in der Business-Class. Als Wiedergutmachung bot ihm die Lufthansa zunächst Meilen im Gegenwert von einer Flasche "billigen Champagners" an, später wurde auf 1,5 Flaschen aufgestockt. Weil der Lufthansa-Chef kein Interesse an einem für Eggendorfer akzeptablen Kompromiss zeigte, ging der Top-Kunde, der bereits als 14-Jähriger ein Computer-Programm entwarf und es an einen Verlag verkaufte, zu Gericht.
Heute lehrt Eggendorfer an der Polizeihochschule Hamburg IT-Forensik. Er bringt den Polizei-Studenten bei, wie man Straftaten im Web aufklärt. Eggendorfer vergleicht seine Tätigkeit mit der Rechtsmedizin, nur dass er keine Leichen seziere, sondern Bits & Bytes. Die Studenten lernen bei ihm, wie man E-Mail-Betrug oder Drohmails zurückverfolgt, wie Viren funktionieren oder wie man Internet-Hackern auf die Schliche kommt.
Eggendorfer staunt darüber, dass die Lufthansa durch ihre Berufung den Gerichtsprozess und damit die mediale Aufmerksamkeit am Laufen hält. Hätte sich die Airline gütlich geeinigt, wäre dieser Fall wohl nicht zu einer weiteren Baustelle des Konzerns geworden. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 21.4.2012)
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