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Dass die Österreicher dem Alkohol positiv zugetan wären, ist hochprozentiger Euphemismus. Beginnend mit dem nationalen Auferstehungsmythos ("Jetzt noch die Reblaus ...") ist unsere Existenz zentral mit dem Heilsversprechen alkoholdunstiger Gemütlichkeit verbunden.
In den puritanisch geprägten USA saufen sie zwar auch gern, aber mit schlechtem Gewissen - weshalb eine Studie der Uni Illinois jetzt für beschwingte Diskussionen sorgt. Die untermauert nämlich wissenschaftlich, was positiv denkende Vierterltrinker wie wir seit Generationen wissen: dass Alkohol, mit Maß genossen, überaus produktive Effekte auf manche Gehirnfunktionen hat.
Die Forscher gaben zwei Gruppen von Probanden Rätsel auf, die kreativer und unorthodoxer Lösungsansätze bedurften. Während eine Gruppe nur Wasser trinken durfte, wurde die andere mit Wodka-Drinks an die 0, 7-Promille-Grenze geführt. Worauf die Trinkergruppe eine viel höhere Erfolgsquote vorweisen konnte und die Lösungen schneller beinanderhatte.
Bevor die Montagskonferenzen in einem Anfall produktiven Furors ab jetzt mit einem von oben verordneten Frühstücks-Flascherl eingeläutet werden (" Auf die Plätze, fertig, prost!"), sei darauf hingewiesen, dass nur " manche" Gehirnfunktionen derart erleuchtet werden. Fokussiertes, kognitives Arbeiten, so die Studie, bleibe unter Alkoholeinfluss leider auch weiterhin unmöglich. (Severin Corti, DER STANDARD, 23.4.2012)
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ist innovations-hemmend.
Deshalb ist bei der Lebensplanung zw. Innovationskraft und Leberschaden abzuwiegen?!
http://danariely.com/
Ein ungewöhnlicher Denker. ER scheint sich entschieden zu haben (s. Bild seines Profils .. )
immer diese seltsamen zeitungs-statistiken. schokolade macht schlank, alkohol ist produktiv...
diese dinge können nicht bewiesen werden. man kann nur sagen, dass nicht bewiesen werden konnte, dass es nicht so ist. und das mit einem bestimmten signifikanzniveau, oder von mir aus - mit einer bestimmten wahrscheinlichkeit und bei einer bestimmten stichprobengröße. aber genau solche schlagzeilen bringen dann die statistik in verruf. genau diese falschen rückschlüsse, die von den medien dann hinein interpretiert werden.
in der statistik kann immer nur etwas mit einer bestimmten wahrscheinlichkeit bewiesen werden. also kann es im prinzip genau genommen nicht bewiesen werden. der grund ist, dass der zufall nie ausgeschlossen werden kann.
nehmen wir an die testgruppe besteht aus 3 leuten. es steht ja nicht im artikel, wieviel es tatsächlich waren (obwohl es sicher mehrere hunderte waren). 2 von den 3 haben im rausch gute ideen, einer nicht. ist jetzt BEWIESEN, dass alkohol gut ist? oder wars zufall? ab wievielen leuten ist es kein zufall mehr? bis zu welcher wahrscheinlichkeit kann man das sagen? wenn man eine reisserzeitung ist, könnte man allerdings schon schreiben: "Alkohol hat, mit Maß genossen, überaus produktive Effekte auf manche Gehirnfunktionen".
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