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Egal, ob Francois Hollande oder Nicolas Sarkozy die französischen Präsidentschaftswahlen gewinnt: Der von Sarkozy mit Angela Merkel ausgehandelte Fiskalpakt ist am Ende. Wenn selbst die niederländische Regierung über die vom Pakt geforderten Einsparungen stürzt, dann wird auch eine Wiederwahl Sarkozys kaum ausreichen, um das Abkommen zu retten.
Das wäre einerseits ein Rückschlag, denn der Fiskalpakt ist das einzige politische Unterfangen in Europa, das ein gemeinsames Vorgehen in der Eurokrise signalisiert. Ein Ende des Paktes würde Zweifel am Euro wecken und neue spekulative Attacken gegen die Anleihen der schwachen Eurostaaten auslösen.
Andererseits war der Fiskalpakt von Anfang an das falsche Instrument gegen die Krise, oder zumindest nicht das Richtige: Ja, die hochverschuldeten Staaten im Süden müssen sparen, weil ihnen niemand mehr ihre Budget- und Leistungsbilanzdefizite finanzieren will.
Aber die Eurozone als Ganzes hat keinen massiven Sparbedarf, zumindest nicht kurzfristig. Vor allem Deutschland und die Niederlande, die Jahr für Jahr viel mehr produzieren als verbrauchen, sollten nicht mit einem Sparkurs die Binnennachfrage schwächen.
So gesehen hat der Rechtsaußen-Politiker Geert Wilders recht, wenn er dem rechtsliberalen Premier Mark Rutte bei neuen drastischen Sparmaßnahmen die Gefolgschaft verweigert. Das ist ärgerlich, denn Wilders handelt nicht aus ökonomischen Überlegungen, sondern aus wahltaktischem, antieuropäischem Populismus.
Aber es hat wenig Sinn, wenn die Niederlande ihr Budgetdefizit in nur einem Jahr von 4,6 auf unter drei Prozent zu drücken versuchen, wie Rutte es wünscht. Das ist sogar mehr, als der Fiskalpakt verlangt. Besser wäre ein längerfristig angelegtes Konsolidierungsprogramm, das vor allem die Kostensteigerungen im Pensionssystem senkt.
Eine Ratifizierung des Fiskalpaktes in den Niederlanden erscheint nun unwahrscheinlich. Und wenn die Holländer ausscheren, dann werden auch viele andere Staaten nicht mehr mitmachen, so sehr die deutsche Regierung auch drängen mag. Dann beginnt das Gerangel wieder von vorne. Das ist kein schöner Anblick, aber einer, den die EU dennoch verkraften wird können.
Für Österreich hätte diese Entwicklung keine besonderen Folgen. Anders als die Niederlande liegt Österreich Budgetdefizit bereits unter drei Prozent.
Aber auch der Sparbedarf ist bei uns stärker: Der österreichische Schuldenberg ist höher als der niederländische, die Aufschläge auf Staatsanleihen größer, und die Niederländer haben ihr Triple-A bisher bei allen drei großen Ratingagenturen behalten. Auch der heimische Leistungsbilanzüberschuss ist deutlich geringer als der niederländische.
Egal, ob der Fiskalpakt nun Gesetz wird oder nicht, kann Österreich von seinem Konsolidierungskurs kaum abweichen. Zum Glück hat dieser auch ohne Unterstützung einer Rechtspartei eine Mehrheit. Denn auch wenn die Lage anders als in den Niederlanden, würden FPÖ und BZÖ wohl genauso handeln wie Wilders PVV, wenn sie die Chance hätten.
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Der europäische Fiskalpakt ist aufgebaut basierend auf dem internen "Fiskalpakt" in Deutschland, der dort ja offenbar recht gut funktioniert, warum sollte das auf europäischer Ebene nicht hinhauen? Sicher gibts Unterschiede beim Scale-up, aber das macht das Instrument ja nicht automatisch nutzlos.
Außerdem ist der Fiskalpakt ja nicht unbedingt ein Instrument zur Bekämpfung der aktuellen Krise - viel mehr eines in Richtung Konsolidierung der vielen verschiedenen Budgets in der EU, und damit ein Schritt in Richtung Fiskalunion. Und eine stabile Währungsunion braucht nunmal auch eine echte Fiskalunion, wie wir gerade schmerzhaft lernen.
da hat unser neoliberaler proselyt folgendes geschmiert (http://derstandard.at/133178010... gGroup=1):
"Die Ankündigung, den Fiskalpakt neu zu verhandeln, mag angesichts der Schwächen dieser paneuropäischen Einigung ja inhaltlich berechtigt sein. Aber europapolitisch wäre das ein Wahnsinn, der die Eurozone destabilisieren und dadurch auch die französische Wirtschaft hart treffen würde. Der Pakt ist beschlossen und muss in Kraft treten, wenn Europa irgendeine Glaubwürdigkeit bewahren will. Allfällige Fehler kann man dann bei der Umsetzung versuchen zu korrigieren."
was soll das? dieses sinnfreye, neoliberale wörtergulasch ist mehr als entbehrlich! chef vom dienst? pfffhahahahaha!!!!!!!!!
Vielleicht wird sein Wahlsieg den Anstoß geben, die europäische Sozialdemokratien aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken, um endlich die strategische Entscheidung zu fällen, die Staatshaushalte von den Finanzmärkten und dem Diktat der Zinssätze zu entkoppeln (in welcher Form auch immer) und den Bankensektor grundlegend zu redimensionieren.
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