AUA erwartet turbulente Betriebs­versammlung

Claudia Ruff, 22. April 2012, 18:28
  • Tyrolean-Piloten müssen bei Umschulung auf den A 320 nochmals zum 
Eignungstest.
    foto: apa

    Tyrolean-Piloten müssen bei Umschulung auf den A 320 nochmals zum Eignungstest.

Die Zusammenführung von AUA und Tyrolean strapaziert schon im Vorfeld das Nervenkostüm der Belegschaft

Wien - Von dem erwarteten "Happy End" im AUA-Streit mit der Regionaltochter Tyrolean, von dem AUA-Chef Jaan Albrecht sprach, ist man intern noch meilenweit entfernt. Denn die Freude der 36 Tyrolean-Kopiloten, die derzeit auf Fokker eingesetzt sind, auf Airbus A320 umgeschult zu werden, währte nur kurz. Es sei "inakzeptabel", dass die Tyrolean- Piloten, ehe sie mit der Umschulung beginnen können, eine Selektion (inklusive Psycho-Test) durchlaufen müssen, wo untersucht wird, ob sie für den Beruf des Piloten überhaupt geeignet seien, wird kritisiert. Der Betriebsrat rät, die "Umschulung" in dieser Form nicht zu akzeptieren.

Zudem gibt es Ärger bei der Seniorität: Diese regelt die Reihenfolge bei Kündigungen, oder im Fall der Expansion die Karrierechancen. Tyrolean-Piloten müssen sich innerhalb der AUA-Gruppe in der Seniorität künftig hinter den AUA-Piloten einreihen. Salopp formuliert heißt das: bei Tyrolean kündigen und bei der AUA als Letzter ganz hinten anfangen. Die Seniorität würde im Falle eines "merger by date" (Zusammenführung nach Eintrittsdatum) wieder richtiggestellt, wenn das Szenario aber nicht kommt, blieben zumindest die 36 Tyrolean-Kopiloten "auf ihrer Entscheidung sitzen und sind Kündigungspuffer für die geplante Verkleinerung", lautet die Kritik.

Berater

Einer, der das alles schon in ähnlicher Form miterlebt hat, ist der Schweizer Gaudenz Ambühl, der nun der AUA als Berater zur Verfügung steht. Ambühl (61) war bei der Swissair Pilot und in Managementfunktionen tätig, der heutige Lufthansa-Chef und damalige Swiss-Boss Christoph Franz holte Ambühl in den Swiss-Vorstand, wo er 2009 ausschied.

Einen ersten Vorgeschmack bekommt Ambühl bereits am Montag, wenn der Betriebsrat Bord die Mitarbeiter ab 9.30 Uhr (vermutlich zu Mittag) in Schwechat über den von der AUA-Führung geplanten Betriebsübergang informiert. Passagiere sollten sich rechtzeitig informieren, ob und wann ihr Flieger in Wien abhebt.

Sparen

Nicht nur die AUA, auch die Konzernmutter Lufthansa will ihren Sparkurs verschärfen. So soll die Flotte in den nächsten drei Jahren nicht mehr wachsen. Das komplette Geschäft außerhalb der großen Drehkreuze München und Frankfurt werde mit der Billigtochter Germanwings zusammengelegt und defizitäre Strecken gestrichen. Außerdem wird bei vielen Langstreckenflügen die First Class abgeschafft, zitierte die Süddeutsche Zeitung aus einem Brief an die Mitarbeiter. Und: Die bisherigen Konzernstrukturen seien nicht haltbar, gibt der Vorstand zu bedenken. Die Personalkosten pro Flugstunde sollen um fünf Prozent sinken. Die Zahl der Flugzeugtypen im Europa-Verkehr wird von sechs auf vier reduziert. Die Boeing-737-Flotte wird nur noch von Frankfurt aus eingesetzt; 2016 wird sie ausgemustert.

Die Einschnitte sind Teil des "Score"-Programms, durch das die Lufthansa den Gewinn ab 2014 um 1,5 Mrd. Euro steigern will. "Unsere Rendite ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken", so Vorstand Carsten Spohr. "2011 haben wir gerade noch ein Prozent unseres Umsatzes (...) als Gewinn erwirtschaften können. Dass diese Marge in einer so investitionsintensiven Branche wie dem Luftverkehr nicht ausreicht, bedarf keiner weiteren Erläuterung", schrieb Spohr in dem Brief.

Spohr macht für die schlechte Entwicklung vor allem die Konkurrenz durch die Billigfluggesellschaften und neue Anbieter auf der Langstrecke wie die stark wachsenden Airlines vom Persischen Golf verantwortlich. Die Lufthansa habe heuer bereits drei Langstrecken einstellen müssen. Nanjing, Chennai und Bangkok gelten aktuell als gefährdet. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 23.4.2012)

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Piloten

Die Ausbildung zum Piloten ist heute wesentlich kürzer, einfacher, billiger als früher. Die meisten Flug(lehr)stunden werden am Simulator gemacht. Der Arbeitstag eines Piloten ist lange nicht mehr so stressig wie früher, allerdings Wartezeiten vor dem Abflug, dann Start, nach spät. 20 min Autopilot, Kronenzeitung, Kaffee, Lulu, nach 2 Stunden Landeanflug Stockholm. Nachmittag zurück. Das ergibt wenig "tatsächliche Facharbeit" Funkverkehr, Wetterbericht, Flugpläne OK. Aber fast 10.000 Euro ist zuviel im Verhältnis zu einem Lokführer, Wien - Paris, und der hat keinen Co-Piloten.

Woher nehmen Sie Ihr fundiertes Fachwissen über den Ablauf eines Fluges und über die herrliche stressfreie Arbeit eines Piloten? Während der Arbeitszeit nichts arbeiten, Freizeit ohne Ende, kurze und einfache Ausbildung, und danach Kohle schaufeln ohne Ende - warum sind Sie nicht Pilot geworden wenns so einfach und angenehm ist?
Interessant finde ich auch Ihre Ansicht, dass es "heute" einfacher und stressfreier als "früher" sein soll. Achja stimmt, angefangen bei weniger Flugbewegungen, über schlechtere Dienstzeiten etc... Btw: Systeme die Automation bereitstellen sind nicht unbedingt einfacher zu verstehen oder zu bedienen, vorallem dann wenn eines dieser Systeme nicht mehr zur Verfügung steht - und darum gehts letztendlich.

bitte ziehen Sie auch in Betracht

dass er Pilot sein könnte. Vielleicht weiss er es deshalb so genau und spricht aus berufenem Mund.

über ein happy end

könnte man eventuell dann jubeln, wenn man positive ergebnisse erzielt, seine investitionen verdient, eine klare strategie mit der man die konkurrenz in schach hält existiert, im markt eine hohe kundenzufriedenheit und intern frieden herrscht.

aber dafür fehlts sichtlich noch weit. nur weil man sich gegenseitig kvs aufkündigt, ist man einem echten happy end noch nicht viel näher. Wünschenswert wäre es allerdings.

[...] Unsere Rendite ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken", so Vorstand Carsten Spohr. " 2011 haben wir gerade noch ein Prozent unseres Umsatzes (...) als Gewinn erwirtschaften können. Dass diese Marge in einer so investitionsintensiven Branche wie dem Luftverkehr nicht ausreicht, bedarf keiner weiteren Erläuterung. [...]

Und ich dachte immer, der Gewinn ist bereits Investitionsrücklagen bereinigt.

Die arme Lufthansa. Da müssen die Aktionäre vom Gewinn noch die Investitionen zahlen.
Da versteht doch jeder, dass gespart werden muss.

Endlich wieder einmal

ein paar Berater und dazu drei (!) Vorstände und eine satte 2. Führungsebene. Wer hat, der hat!

na ja, die AUA ist halt doch nicht so klein wie ein Legobauplatz

Angeblich

hat ein AUA Kapitän (und sogar Betriebsrat) einmal gesagt: "Der Unterschied zwischen einem AUA und einem Tyrolean Piloten ist ungefähr so groß wie der eines Harvardabsolventen und einem Autodidakten !"
... ganz schön "großkotzert" diese Herrschaften !!!

Liebe Tatjana!

Sie sagten eben selbst: "angeblich".. Warum nur wird absichtlich so viel Zwietracht gesät? Der AUA-Kapitän hat es angeblich gesagt, Sie hingegen haben es hier tatsächlich geschrieben. Ja, es gibt überhebliche AUA-Piloten, wie es eben auch überhebliche Tyrolean- Piloten, oder überhebliche Menschen gibt. Das ist nun einmal so auf unserer Welt!

Lieber Peppino,

lies mal das Posting weiter unten von "Allmächtiger Satan", oder alternativ welche vom "Worldianer0" bei der Presse, dann weißt Du, wie man zu solchen Annahmen über das Verhältnis von AUA-Piloten zu Tyrolean-Piloten kommt!

Also eines ist stark:

Dass man die Tyloean Piloten erst überprüfen will um zu wissen, ob diese "überhaupt" als Piloten geeignet sind.
Das würde aber heissen - die AUA, mit ihrer Tochter Tyloean liess uns bis heute mit "Leuten" fliegen, die keine Piloten waren. Heiss.

Ein Regionalcarrier hat andere Einstellungskriterien als die Mainline, das ist nicht nur bei AUA und Tyrolean so, sondern üblich. Es verwundert nicht, wenn nun AUA Piloten, die ebendiese Aufnahmekriterien erfüllen müssen und mussten, dies auch von den aufzunehmenden "neuen" Piloten verlangen. Es geht dabei nicht darum ob jemand ein Flugzeug steuern kann, sondern um einiges mehr...

Ist bei der Lufthansa genau so

siehe Lufthansa city line oder teilweise bei German Wings.

Sie meinen dort sind die Piloten auch nicht überprüft ob sie fliegen dürfen?

Oder meinen Sie dies sind LH Töchter?

AUA

Wieso nicht gleich das ganze AUA Personal auf Tyrolien-KV umstellen. Sowie den Vorständen, Aufsichtsräten die Gehälter um 25% kürzen.

Das wäre nur recht und billig und sollte eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Tatsächlich machen die Top-Tier Management- und Vorstandsgehälter das Kraut nicht fett, auch wenn es individuell hohe Beträge sind. Aber Lohn/Gehaltskürzungen in einem Betrieb sollten alle Beteiligten selbstverständlich mittragen.

Der Zwist ist darin begründet, dass AUA-Pilot/inn/en für genau die selbe Arbeit bis zum Doppelten bezahlt bekommen (internes Stichwort "Geiselhaft durch (200 -300) Altpiloten").

Kunden und Mitarbeiter werden zu Feinden erklärt!!!

siehe

http://meilenschwund.wordpress.com/

also doch besser den Laden schließen

warum spekulieren...

im Austrian Selektions-Archiv gibt´s die Namen der bei der Selektion Gescheiterten. Einfach mit der Seniotitätsliste der Tyrolean Piloten abgleichen und man hat einen Prozentsatz der "bei-der-AUA-Selektion-gescheitert-nun-Tyrolean" Piloten. Diese Zahl ist intern sicher bekannt. Also warum hier darüber diskutieren und spekulieren?
Meine unbeantwortete Frage, warum sich jemand vor einer 2. Chance (sogar mit nun vereinfachter Übertritts Selektion) scheut, können nur die betroffenen Piloten beantworten. Wir können hier, wieder einmal, nur spekulieren...

witzig... als wäre es geplant gewesen... ;)

die tyrolean gegen die aua ausgespielt, die besserqualifizierten aua-leute auf den tyrolean-kv-preis gedrückt und dann die tyrolean-leute, nachdem sie ihre aufgabe als unfreiwillige streikbrecher erfüllt haben, hintenanstellen und wegsparen.

so kriegt man nicht-umgeschult-werden-müssende aua-piloten zum preis von tyrolean piloten...

ein schelm der denkt dass das eine von vorhinein geplante geschichte war...

Warum sollten die aUA Leute besser qualifiziert sein? Ein Langstrecken Kopilot der AUA kann froh sein wenn er im Monat 2 - Landungen fliegen darf (und davon sind viele sogenannte mit dem Autopiloten geflogen - Autoland).
Ein Tyrolean Kopilot landet pro Schicht mindestens ein bis 2 mal und das manuell da der Autopilot der Dash die Autoland Funktion nicht hat...
Zu wem haben sie dann mehr vertrauen?
Eine je nach Tagesverfassung bestandene oder nicht nicht bestandene Selektion die noch dazu mittels diverser Übungs CDs "erlernbar" ist, gibt noch lange keine Auskunft über die Qualifikation.

Sie glauben doch nicht im Ernst

dass man einen guten Piloten vor allem daran erkennt, wie gut er landet? Oder daran, dass er noch "heldenhaft" landet, wo die Anderen schon längst nicht mehr hinfliegen?
Also ich ziehe die Piloten vor, die gefährliche Situationen rechtzeitig vermeiden, auch in schlechter Tagesverfassung. Und diese Eigenschaften kann man ganz gut im Kämmerchen austesten. Helden können mir gestohlen bleiben!

Landung unwichtig???

Was soll denn schwieriger und gefährlicher sein als landen? In der Luft anderen Flugzeugen ausweichen?

Was macht man dann bei Föhn in Innsbruck? Gefährliche Situation vermeiden und in München landen um ja nicht heldenhaft zu sein?

RICHTIG

Schnee auf den Tragflächen soll auch gefährlich sein....

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