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Wien - Trotz der im Sparpaket beschlossenen Pensionsanpassung unter der Inflationsrate für die kommenden beiden Jahre fordern die beiden Präsidenten des Seniorenrates, Karl Blecha (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP), für die kleinen Pensionen eine volle Wertanpassung. In der ORF-"Pressestunde" kündigten die beiden Seniorenvertreter am Sonntag an, dass sie darüber mit der Bundesregierung im Herbst verhandeln wollen. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in die Frühpension "mobben", sollten die Kosten für die Frühpension tragen, fordern Khol und Blecha.
Mit dem Sparpaket wurde beschlossen, dass die Pensionen 2013 einen Prozentpunkt unter der Teuerungsrate angepasst werden, 2014 um 0,8 Prozent darunter. Die beiden Seniorenvertreter kündigten nun an, dass sie dies für kleine Pensionisten verhindern wollen. Bei Klein- und Mindestpensionen von 950 bis 1.000 Euro verlangen sie die volle Wertanpassung, die laut ihrer Einschätzung bei rund 2,6 Prozent liegen dürfte. Je höher die Pension ist desto größer könnte dann die Kürzung ausfallen. Niemand sollte aber gar nichts bekommen. Khol und Blecha zeigten sich zuversichtlich, dass sie sich mit dieser Forderung bei der Regierung durchsetzen werden, offen sind für sie nur noch die Grenzen, ab welcher Pensionshöhe welche Anpassung wirksam werden soll.
Arbeitswelt altersgerechter gestalten
Einig sind sich Khol und Blecha auch in der Forderung, dass Betriebe, die Menschen in die Frühpension drängen, dafür zahlen sollten. Ihrer Auffassung nach sollten solche Unternehmen die Kosten der Frühpension bis zum Erreichen des Regelpensionsalters des Mitarbeiters übernehmen. Grundsätzlich drängen die beiden Seniorenvertreter, die Arbeitswelt altersgerechter zu gestalten, um das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Für ältere Menschen müssten entsprechende Jobs geschaffen werden und es müsse ihnen auch die Möglichkeit gegeben werden, länger zu arbeiten.
Mit den geplanten Neuerungen für Invaliditätspensionen, dem de facto Auslaufen der Hackler-Pension ab 2014 und dem Pensionskonto wird nach Auffassung der beiden Seniorenrats-Präsidenten das Pensionssystem nachhaltig gesichert. Mit diesem im Zuge des Sparpakets beschlossenen Maßnahmen werde das faktische Pensionsantrittsalter um zwei bis 2,5 Jahre ansteigen und ein Jahr bringe rund eine Milliarde Euro Einsparungen. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters kommt für beide derzeit nicht in Frage, auch kein Automatismus mit dem etwa bei steigender Lebenserwartung das Alter, oder die Beiträge verändert werden könnten.
Streitthema Frauenpension
Uneinig sind sich der Präsident des SPÖ-Pensionistenverbandes und der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes bezüglich des Frauen-Pensionsalters. Blecha lehnt eine vorzeitige Anhebung ab, solange tatsächliche Benachteiligungen für Frauen bestehen. Khol hat sich hingegen der Meinung der ÖVP-Frauen angeschlossen, und nennt die behaupteten Benachteiligungen "Ideologie". Seiner Meinung nach wirkt sich das niedrigere Pensionsalter nachteilig für die Frauen - etwa durch niedrigere Pensionen - aus.
An einem Strang ziehen Khol und Blecha wiederum bei der Bekämpfung der Teuerung für die Senioren. Gemeinsam ziehen sie gegen die sogenannten Österreich-Aufschlag im Handel zu Feld, nach einer Dringlichen Anfrage an die EU-Kommission würden nun Untersuchungen und Verfahren eingeleitet. Auch gegen die Rohstoffspekulationen fordern sie europaweite Maßnahmen. Vorgehen wollen sie auch gegen das Apotheken-Monopol. Nicht-rezeptpflichtige Heilmittel sollten ihrer Ansicht nach auch von geprüften Drogisten verkauft werden dürfen. Einen höheren Heizkostenzuschuss wollen ebenfalls beide, Blecha wünscht sich hier jedoch ein Bundesgesetz, Khol hingegen eine Vereinheitlichung auf Länderebene.
Gutes Zeugnis für Regierung
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind beide Seniorenvertreter zufrieden. Für Khol hat die Große Koalition mit dem Sanierungspaket eine "große Leistung" vollbracht, andere Regierungen nicht geschafft hätten. Blecha rief die Regierung auf, ihre Erfolge wie die niedrige Arbeitslosigkeit den Menschen auch zu erklären. Gleichzeitig ist seiner Meinung nach jetzt auch die Zeit für eine Demokratiereform, mit der die Bürgerbeteiligung verbessert wird.
Die geplanten Transparenzbestimmungen, die die Regierung am kommenden Freitag in einer Klausur vorstellen will, sind für Khol und Blecha kein Problem. Es sei "völlig klar", dass sich der Seniorenbund dem unterwerfen werden, versicherte Khol. Und für Blecha ist es "selbstverständlich", dass auch der Pensionistenverband alles offenlegen werde.
Khol kritisiert Umbenennung des Lueger-Ringes
Als "unhistorisch" und "willkürlich" kritisierte Khol die Umbenennung des Wiener Lueger-Ringes in Universitäts-Ring. "Aufs Blut ärgert" ihn, dass sich der zuständige Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) in der Begründung der Entscheidung hinter der Uni "verschanzt". Blecha kann diese Kritik nicht nachvollziehen, für ihn zeigt die Diskussion, dass historisch noch vieles unaufgearbeitet sei.
Leitl: Kein Mobben älterer Arbeitnehmer
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl hat den Vorwurf der beiden Seniorenrats-Präsidenten zurückgewiesen, Betriebe würden ältere Mitarbeiter in die Pension "mobben". "Eine einseitige Kündigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist am Rechtsweg de facto nicht möglich", stellte Leitl am Sonntag in einer Aussendung fest. Eine Kündigung älterer Arbeitnehmer sei "nur in gegenseitigem Einvernehmen möglich."
Bei den Lösungen, die derzeit getroffen werden, handle es sich um Übereinkommen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. "Diese gesetzlich gegebene Möglichkeit sollte jetzt nicht einer Seite zum Vorwurf gemacht werden", meinte Leitl. Er bekräftigte seine Forderung nach einem Paradigmenwechsel von "Früher in Pension" hin zu "Länger im Erwerbsleben". "Ich halte aber grundsätzlich nichts von Drohungen und Strafen, sondern setze stets auf Anreize und Belohnungen", betonte der Wirtschaftskammer-Präsident. Er versicherte, dass die Bemühungen, erfahrenen und verdienten Mitarbeitern möglichst lange die Teilnahme am Erwerbsleben zu ermöglichen, "oberste Priorität" hätten.
Kritik der Opposition
Bei FPÖ und BZÖ sind die Aussagen der beiden Seniorenrats-Präsidenten Andreas Khol (ÖVP) und Karl Blecha (SPÖ) in der ORF-Pressestunde auf heftige Kritik gestoßen. FPÖ-Seniorensprecher Werner Neubauer hielt den beiden vor, die Belastungen der Pensionisten zu verteidigen. Seiner Auffassung nach hat sich gezeigt, dass die Interessen der Senioren bei Khol und Blecha in den falschen Händen lägen. Beide seien nichts weiter als "Lobbyisten für ihre jeweilige Partei", meinte Neubauer.
BZÖ-Sozialsprecher Sigisbert Dolinschek bezeichnete Khol und Blecha als "Lobbyisten für die Regierung", aber nicht für die Pensionisten. Er hielt den beiden vor, Reformen zu verhindern und damit Raubbau an den Chancen der Jugend zu betreiben. (APA, 22.4.2012)
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wenn eine frau - meist in teilzeit - um 2-3 jahre länger arbeitet bekommt sie pro monat vielleicht gerade einmal um 30-40 euro mehr pension heraus! das ist natürlich schon ein betrag um den es sich lohnt, noch 2-3 jahre anzuhängen...bwei männern in vollzeit und durchschnittlichen gehalt macht das locker an die 150-200 euro aus!
Alles schoen und gut: das Problem ist, dass Opfer alleine gelassen werden, sich bestenfalls ans Salzamt wenden koennen. Weder die Parteien noch OeGB, AK ... helfen : gilt in 99,999... Prozent aller Faelle.
FPOe-OeVP haben Mobbing aus der EU-Antidiskriminierungsrichtlinie gestrichen.
natürlich wird gegen ältere und "teure" Mitarbeiter gemobbt was das Zeug hält. Das der Leitl so wenig Ahnung von seinen Schäfchen hat glaubt er doch selber nicht.
In der Metallbranche ist ständig von fehlenden Facharbeitern die Rede, tatsächlich werden aber die 50+ entsorgt um billigste Kräfte meist aus Osteuropa und der Türkei nach kurzer,mit Steuergeldern finanzierter Umschulung, Platz zu schaffen.
Leider kann ein älterer Österreicher nicht um den Mindestkollektiv arbeiten, da kann man weder sein selbstgebautes Haus noch Familie durchbringen. Mit Hausbau und ähnlichen hat man auch noch für die Wirtschaft zur Wertschöpfung beigetragen.
Aus meiner Sicht sage ich nur, die Antwort wird bei der Wahlurne gegeben, Hr. Leitl!
Aufgrund der demographischen Entwicklung werden ältere ArbeitnehmerInnen immer wichtiger für den Arbeitsmarkt werden. Unternehmen werden sich überlegen müssen, Arbeitsplätze altersgerecht zu gestalten und betriebliche Gesundheitsförderung zu betreiben. (einige Unternehmen erkennen diesen Trend und setzen sich mit dieser Thematik auch aktiv auseinander).
Leider kommt es - meinen persönlichen Erfahrungen -aus der Mobbingberatung doch immer wieder vor, dass Unternehmen ältere MitarbeiterInnen mit unschönen Methoden, eben Mobbing oder Bossing, in die Frühpension drängen. Hier von Seiten des Staates einzugreifen, und diese Unternehmen an den Kosten für die Frühpensionen zu beteiligen, finde ich aus volkswirtschaftlicher Sicht richtig.
2013 und 2014
FIX-Beträge bei Pensionserhöungen
(pro Person, nicht pro Pension).
über die Höhe kann man
fast nicht streiten, weil ja
Einsparung vorgegeben ist.
Das würde ich auf
Mini-Excel-Sheet in halben Stunde schaffen.
Honorar 100.000 €.
Auch das ist ein Occasionsangebot !!!
Das hat zu einer ganz anderen Verantwortlichkeit geführt, die Frühpensionen konnten um ca. 50% gesenkt werden.
Ein Abteilungsleiter wird es sich dann 3 mal überlgen, ob er in seinem Betrieb Mobbing-Dummheiten, Machtspiele etc. zulässt oder sie sogar genüsslich fördert (wie das leider oft der Fall ist).
ah ja, und wie genau soll man das einer fiorma nachweisen? ich denke, firmen sollten prinzipiell die kosten (oder einen tiel davon) für die frühpension tragen. vielleicht überlagen sich dann die unternehmen, ob ein gutes betriebsklima doch was wert ist.
Mobbing ist mehr oder weniger belegbar, mithilfe eines Tagebuchs, konkreten Zitaten und Angaben zu Personen, die mitgehört haben.
An sich haben's recht. Aber wieder wird nur der österreichische Ansatz des Bestrafens weiter ausgebaut. Warum nicht nach positiven Anreizen suchen? Dann haben auch die Gemobbten mehr davon als nur eine späte Genugtuung.
[...] Präsident Christoph Leitl hat den Vorwurf der beiden Seniorenrats-Präsidenten zurückgewiesen, Betriebe würden ältere Mitarbeiter in die Pension "mobben". "Eine einseitige Kündigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist am Rechtsweg de facto nicht möglich", stellte Leitl am Sonntag in einer Aussendung fest. Eine Kündigung älterer Arbeitnehmer sei "nur in gegenseitigem Einvernehmen möglich." [...]
Eines jener Dementis mehr bestätigen denn dementieren :-)
Entlarvend.
Mobben ist ein undurchschaubarer, schwer beweisbarer Vorgang. Mitarbeiter mobben, weil sie Angst um ihren Job haben und sich für die charakterlich tiefste Abwehr entscheiden. Abteilungsleiter mobben, weil sie ihre Vorgaben erfüllen wollen, Einsparungen lukrieren müssen etc..
Es wird also sehr schwer sein, das unter Strafe zu stellen und ich fürchte, dass ist wieder so eine gut klingender Ansage, wie "gesunde Arbeitsplätze", die in der Praxis nichts bringen oder sogar alt machen.
Man überlege sich einmal in einem solchen "Best Practice Programm" selbst drinnen zu sein. Das stigmatisiert. Es muss durch viele PR Maßnahmen etc. - "in" werden auf "Erfahrung" und Junge zu bauen und "out", das Gegenteil zu praktizieren.
Ich gestehe den beiden moribunden Herren durchaus zu, sich für Belange der Pensionisten einzusetzen, aber BITTE HALTET SIE VON DER TAGESPOLITIK fern! Wann immer sie eine Meldung von sich geben vermeine ich im Hintergrund das Wort "Alzheimer" oder "Demenz" zu vernehmen. Es sind schon die aktiven Politiker weit ab der täglicher Realität der Österreicher - diese beiden Herren sind schon jenseits von Gut und Böse.
Das manifestiert sich am Besten durch diesen unsäglichen Vorschlag, dass Firmen die Frühpension im Falle eines Mobbings zahlen sollen. Es fallen mir soviele Argumente dagegen ein, dass hier nicht anähernd genug Platz ist um sie zu formulieren.
Und Leitl fügt sich nahtlos in dieses Bild ein. Auch so ein HansGuckindieLuft.
die kosten wären einfach zu hoch. mobbing und burn-out sind angaben, die objektiv kaum zu bestätigen sind. jeder kann sich gemobbt oder ausgebrannt fühlen. bourn-out sollen ja auch chronisch unterbeschäftigte beamte haben. wegen boring-out kann man aber (noch) nicht in frühpension gehen.
rückwirkend
inkl. den golden handshakes
ergebnis der letzten 10 -15 jahre
die staatsnahen betriebe entledigten sich so ihrer überzähligen mitarbeiterInnen und nachden es so gut funktionierte sind die privaten nachgezogen
die gehrer hat lehrer mit knapp 50 in die pens. geschickt
die arbeiten fast alle auf gut dotierten (nicht beamtenjobs) weiter mit 3000 euro (plus manche deutlich mehr )extra fix 14 mal pension
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