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Innsbruck - Zwei seltene Genvarianten, die offenbar mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs-Erkrankungen einhergehen, haben Wissenschafter der Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit dem Weill Cornell Medical College in New York identifiziert. Männer mit solchen genetischen Merkmalen hätten das drei- bis vierfache Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, erklärte der Leiter der Untersuchung auf Innsbrucker Seite, Helmut Klocker von der Abteilung für Urologie an der Universitätsklinik, im Gespräch mit der APA.
Eine Analyse der Forschungsergebnisse wurde kürzlich im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)" publiziert, sagte Klocker. Man habe sich bei der Untersuchung erstmals auf die unterschiedliche Kopienzahl von kleinen Genabschnitten konzentriert. Diese sogenannten "copy number variations" kommen zu Tausenden im menschlichen Genom vor, erklärte der Mediziner. Normalerweise weist jeder Mensch zwei derartige Kopien auf. Im Zuge der wissenschaftlichen Arbeit habe man jedoch eine verminderte Kopienzahl von zwei Genabschnitten auf den Chromosomen zwölf bzw. 15 unter Prostatakrebspatienten wesentlich häufiger gefunden als unter nicht erkrankten Männern. Eine dieser beiden Genvarianten sei darüber hinaus auch bei aggressiveren Tumoren häufiger vertreten gewesen, meinte Klocker. Insgesamt habe man in Innsbruck 1.900 Personen untersucht.
"Es wäre aber falsch, nunmehr von einem Meilenstein zu sprechen. Es ist ein vielversprechender erster Schritt, aber nur ein Mosaikstein", betonte der Wissenschafter. Nun seien weitere Analysen im Gang, um den genauen Mechanismus aufzuklären, der zum erhöhten Krebsrisiko führt. "Den Mechanismus zu verstehen, ist auch die Voraussetzung dafür, letztlich auch Medikamente dagegen zu entwickeln", sagte der Forscher. Zum jetzigen Zeitpunkt haben die Forschungsergebnisse jedenfalls keinen Einfluss auf die Behandlung von Prostatakrebs.
Die Wahrscheinlichkeit für einen Mann, im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs zu erkranken, liege bei rund zehn Prozent, erklärte der Wissenschafter. Ein Viertel bis zu ein Drittel der Erkrankten sterben an dem Karzinom. Es gebe jedoch mittlerweile sehr gute Heilungsmöglichkeiten, vor allem wenn man den Krebs früh diagnostiziert, er operativ entfernt werden kann und noch keine Metastasen gebildet wurden. (APA, 22.04.2012)
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