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Wien - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) drängt die Unis weiterhin dazu, ab Herbst selbstständig Studiengebühren einzuheben. Nach der Aufhebung von Teilen der Studiengebührenregelung durch den Verfassungsgerichtshof (VfGH) gibt es ja keine generelle Regelung mehr, der Minister beruft sich jedoch auf Rechtsgutachten, wonach die Unis autonom in ihrer Satzung Beiträge fixieren können. Aus Sicht der SPÖ können indes nunmehr keinerlei Gebühren mehr eingehoben werden. Töchterle betont, dass es den Unis freistehe zu kassieren: "Niemand muss, aber jeder kann", betonte er am Samstag im Ö1-Mittagsjournal.
Dabei soll es jedoch - entsprechend einem von Töchterle im Herbst vorgestellten alternativen, von der SPÖ abgelehnten Studiengebührenmodell - eine Obergrenze von 500 Euro pro Semester geben. Von Studenten aus Nicht-EU-Staaten sollen die Unis - wie schon jetzt die Fachhochschulen - Gebühren bis zur Kostendeckung einheben können. Das Modell hätte weiters soziale Begleitmaßnahmen vorgesehen: Studienbeihilfebezieher zahlen demnach keine Beiträge, ein Teil des Geldes kommt in einen Sozialfonds und auf Antrag können die Beiträge gestundet und damit erst im Berufsleben zurückgezahlt werden.
Die kurzfristige Besetzung des Audimax der Uni Wien am Donnerstag wegen der Einstellung des Bachelorstudiums "Internationale Entwicklung" (IE) sieht Töchterle als Beleg dafür, wie wichtig zusätzliche Beiträge, aber auch Zugangsbeschränkungen, für die Aufrechterhaltung von Studienangeboten seien. Mit erneuten Massenprotesten, wie es sie im Herbst 2009 über Monate gab, rechnet Töchterle nach der neuerlichen Audimax-Besetzung nicht: Diese habe schließlich die spezielle Frage der Abschaffung des IE-Bachelorstudiums als Ausgangspunkt gehabt. Verständnis für die Anliegen der protestierenden Studenten zeigte unterdessen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) in der Tageszeitung "Österreich" (Samstagausgabe): "Dass die Universitäten gerade im Bereich politische Bildung autonom ihr Programm ändern, ist für mich als Unterrichtsministerin wirklich schwer nachvollziehbar." (APA, 21.4.2012)
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Offensichtlich trainiert der Unterrichtsminister, ein Philologe, seine Studenten zu politischem Agieren!
Als erfahrenen Politiker müsste er wissen, dass Studiengebühren mit erneuten Studentenunruhen verbunden sind.
Alles Gejammere der hochdotierten Professoren und Politiker darf nicht an die Studierenden getragen werden. Die sollten eigentlich studieren. Leider tun die das zu wenig, weil sie zu 50% arbeiten müssen, um leben zu können.
Der Staat und die ÖVP übt dabei Tyrannei mit zwanghafter Folge von Selbstmord.
...dass den Studierenden immer vorgeworfen wird, starr auf ihrem Standpunkt zu beharren.
Vgl. "Verweist erneut auf von der SPÖ abgelehntes Alternativmodell"
Die Studiengebühren-Idee, der ewige Zombie, ist schon mehrmals gestorben.
Sie wurden in Österreich schon mehrmals abgeschafft.
Sie werdne in Deutschland teilweise wieder abgeschafft.
Nur die ÖVP klammert sich daran wie ein Eisbär an die Scholle. Ihr schmelzender Pol heißt "Bildungsprivileg".
ich finde dass an die problematik völlig falsch herangegangen wird. wie in vielen anderen bereichen strotzt Ö nur so an Ineffizienz. Wir geben mengen an geld für die bildung aus, haben aber eine viel zu niedrige absolventen quote.
studiengebühren werden an diesem grundproblem nichts ändern. diese machen wenn dann nur in kombination mit durchdachten aufnahmeverfahren sinn. ich studiere medizin an der muw. die situation an unsere uni hat sich seit dem ems (=aufnahmeprüfung) in vielen bereichen enorm verbessert. Seitdem die Studentenzahl geregelt ist gibt es: genügend profs, räumlichkeiten, materialien usw.für alle. Unterrichtet wird in 10er Gruppen.
Hier sollte man ansetzen und nicht pauschal mehr geld in ein unwirtschaftl. system stecken!
was heißt hier sollte man ansetzen? was heißt unwirtschaftliches system?
was bei euch gemacht worden ist, ist ganz einfach: die anzahl der studenten verringert, damit es sich mit dem finanziellen rahmen ausgeht.
es wäre aber auch möglich, den finanziellen rahmen zu erhöhen und die anzahl der studenten nicht zu verringern. wäre nicht weniger effizient.
Die einzig sinnvolle Regelung im Bezug auf "Studiengebühren" ist eine ähnliche Regelung wie die australische. Sobald man im Erwerbsleben steht, hat man ab einem bestimmten Gehalt eine "Steuer" zu bezahlen. Diese Steuer fließt dem Universitätssystem zu. Ich bin gerne bereit für mein Studium zu zahlen, aber jetzt würden diese Gebühren meine Eltern zahlen. Ich weiß schon, dass diese Regelung nicht sofort Geld bringt, aber sie ist dennoch um einiges intelligenter als dieses Geplänkel um 300 Euro im Semester.
Akademiker verdienen im Schnitt mehr und bezahlen durch das progressive Steuersystem auch höhere Steuern.
Laut einer Studie der OECD bringt ein Akademiker dem Staat auch weitaus mehr Geld ein, als ihm das Studium gekostet hat (im Vgl. zu einem Nicht-Akademiker).
Die für Studenten kostenlosen Universitäten sind eine Investition des Staates, die sich tatsächlich mal rentiert.
Und genau hier will unsere "Wirtschaftspartei" den Geldhahn zudrehen und Studenten mit wenig bis gar keinem Einkommen in die (meist leeren) Taschen greifen...
Nicht Akademiker
- sondern ganz bestimmte Akademiker. Nämlich jene Akademiker, die von elitären Pseudointellektuellen nur mit rümpfender Nase als ausgebildete aber ungebildete Systemnutztiere betrachtet werden. Diese Akademiker bringen die Brötchen heim und finanzieren nicht nur den ganzen Staat, sondern auch das Studienwesen.
Die moralisch hochwertigen und gefeierten Intellektuellen machen sich 20 schöne Semester in einem Orchideenstudium bevor sie dann taxeln gehen...
ich weiß einfach nicht woher das gerücht der taxifahrenden Absolventen kommt, da ich selbst noch nie einen gesehen hab.
es gibt genug Unternehmen, die für höhere Posten Akademiker einstellen und das unabhängig vom gewählten Studium.
und diese Leute bekommen dann gut bezahlt, sind selten arbeitslos und sind mit 45 kein Fall für die Invaliditätspension.
Jede österreichische Regierung, egal ob Rot-Schwarz, Schwarz-Blau oder Rot-Blau, hat es immer noch jedes Jahr geschafft zig Milliarden für absolut schwachsinnige, überflüssige Dinge beim Fenster raus zu werfen. Ebenso hat es bisher keine Regierung geschafft beim Thema Verwaltungsreform auch nur einen einzigen Schritt weiter zu bringen, obwohl das Einsparungspotenzial riesig ist. Würde bei beidem einmal konsequent der Hebel angesetzt, wäre mehr als genug Geld für Universitäten und Schulen vorhanden. Aber Schüler und Studenten haben im Gegensatz zu Landeshauptleuten etc. eben keine mächtige Lobby. Und dafür sollen sie jetzt auch noch im wahrsten Sinne des Wortes bezahlen.
... die Welt ist schlecht, die Regierung unfähig und korrupt - schafft es nicht einmal mehr die Unis zu finanzieren.
Wenn man als Staat echt keine Kohle mehr hat sind Studiengebühren ideal. Zum einen kommt zusätzliches Geld zum anderen sinken die Kosten durch jene, die die finanzielle Selektion von den Unis fern hält.
Dass das eine katastrophale Bildungspolitik ist ist klar.
Trotzdem kann ich das Weh-Lied der ausbleibenden Verwaltungsreform nicht mehr hören. Das ist eine Projektionsfläche in die verschiedene Leute zu verschiedenes hineininterpretieren. LH Pröll z.B. möchte die Schul-Kompetenzen bei den Ländern bündeln. Andere möchten LH Pröll und die Bundesländer gleich ganz abschaffen. Darum taugt das Wort nicht zum politischen Diskurs.
Vielleicht spricht sich Töchterle deshalb so gezielt für Studiengebühren aus um den Hass der Studenten auf diese Regelunge(n) zu ziehen.
Dieser Hass muss sich dann natürlich irgendwann entladen - es wird wieder zu Protesten kommen, vielleicht sogar zu viel längeren und "schlimmeren" als bisher.
Diese würden dann eventuell mal ernst genommen...
Andererseits kanns natürlich auch sein, dass er einfach genauso bildungsfeindlich ist, wie der Rest der ÖVP.
ich kanns mir kaum vorstellen, studiengebühren sind ein politischer spielball geworden! das thema wird hauptsächlich von den ÖHs genützt, vielen studierenden gehen gebühren von zb. 350€ / Semester ziemlich am a vorbei bzw. gehen sie deswegen nicht auf die straße
weil sie gerade im billa regale schlichten müssen.
viele haben nicht grundsätzlich etwas gegen studiengebühren, weil die diskussion selbst schon sooowas von nervt, dass man es nur hinter sich bringen will.
damit ist das WIE aber immer noch nicht aus der welt geschafft.
die parteien sollen doch einfach in der verfassung *gg* festlegen, dass die gebühren von 400€ für die nächsten 20 Jahre nicht erhöht werden und würden viel luft aus der diskussion lassen.
aber zumindest die övp würde damit wie das rumpelstilzchen im kreise tanzen und nicht zugeben wollen, dass sie auf britische verhältnisse zusteuern will, wo die oberen 1-2% ihre studienkredite innerhalb von 5 jahren zurückgezahlt haben und der rest im worstcase noch in der pension zahlt.
1. Ist bereits jetzt kein Studium kostenlos.
- Auch Studenten müssen irgendwo schlafen, brauchen etwas zum anziehen und müssen etwas essen.
- Es fallen kosten für Arbeitsmaterialien an (Skripten, Schreibwaren, Notebook,..)
2. Studenten verfügen über kein bzw. nur ein geringes Einkommen. Da ist nichts, von dem Studiengebühren bezahlt werden könnten.
(Verdienstentgang könnte man hier auch noch anführen, sind bei mir ~60.000€ die ich während der 5 Jahre Studienzeit verliere)
3. Studieren ist ein Vollzeitjob. Ein Nebenjob drückt immer auf den Studienerfolg. Es müssen bereits viele nebenbei arbeiten weil sie sonst finanziell nicht durchkommen würden - mit Studiengebühren würde man diese Situation noch weiter verschlimmern.
Weshalb es ja in den Jahren als es eine Studiengebühr gab keinerlei Studenten gab, oder wie?
Und nur zur Info...JEDER muss irgendwoe schlafen, braucht etwas zum anziehen und was zu Essen. Das ist wirklich nichts neues.
Zinsloser Studienkredit wieder User eins darunter vorschlug...ja das halte ich für eine faire Lösung.
Wenn man sich andere Länder ansieht, wo die Studenten von 360€ nur träumen können weil sie 5stellige Beträge berappen müssen, und wie weit die unseren Unis voraus sind, kann man über ihre Argumente nur müde lächeln.
Verdienstentgang ist ja wohl ein kompletter Schwachsinn! Wenn ich in eine höher Schule gehen verdien ich auch nichts und muss dafür auch bezahlen! Ich bin für einen Zinslosen Kredit der nach dem Studium zurückbezahlt werden kann! Außerdem sollten Studenten die ein Studium schnell durchziehen gefördert werden!
Ein Beispiel: Eine bekannte von mir wartet bis Sie einen Ausbildungsplatz bei der Polizei bekommt, derweil geht Sie studieren damit das Kindergelt weiterbezahlt wird! Soetwas gehört unterbunden!!
weil einstudium keine nebenbeschäftigung ist, wenn man in mindestzeit fertig werden soll (und jeder der das nicht tut, ist bekanntlich ein linkslinker kiffender faulsack, mit der finanzterroristischen absicht, den staatshaushalt zu ruinieren). wer arbeiten muss, braucht deswegen oft länger, und darf deswegen auch mehr bezahlen. darum muss man mehr arbeiten, braucht länger...
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