Zusätzliche 150 Soldaten in den Kosovo

21. April 2012, 08:51

Jüngste Spannungen im Nordkosovo: Die dort ansässigen Serben wollen "serbische" Lokalwahlen organisieren

Wien - Das Bundesheer entsendet nach den jüngsten Spannungen im Nordkosovo erneut 150 zusätzliche Soldaten in die Region. Gemeinsam mit 550 deutschen Bundeswehr-Soldaten sollen die operativen Reservekräfte bis 1. Mai wieder vor Ort sein, bestätigte das Verteidigungsministerium in Wien einen Bericht von "Spiegel Online".

Die Entsendung geschehe wegen der bevorstehenden Wahlen auf Anforderung der internationalen Schutztruppe KFOR, so Robert Rauter von der Kommunikationsabteilung des Ministeriums gegenüber der APA. In Serbien finden am 6. Mai Parlaments- und Präsidentenwahlen statt.

Im Norden des Kosovo, das Serbien immer noch als seine Provinz betrachtet, wollen die dortigen Serben selbst "serbische" Lokalwahlen organisieren, und sorgen damit für neue Spannungen. Die kosovarische Regierung ließ zuletzt wissen, dass sie einen solche Wahl falls notwendig auch mit Gewalt verhindern will.

400 Österreicher regulär im Einsatz

Die Bundesheer-Soldaten waren erst Anfang April aus dem Kosovo zurückgekehrt. Sie waren im Sommer des Vorjahres auf den Balkan geschickt worden, als die Lage im mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Kosovo eskalierte. Regulär sind im Kosovo rund 400 österreichische Soldaten als Teil der KFOR stationiert. Im November 2011 wurden bei Zusammenstößen zwischen Kosovo-Serben und KFOR-Truppen elf österreichische Soldaten verletzt.

Soldaten des operativen Reservekräfte (ORF-Bataillon) werden bei Bedarf auf dem Balkan eingesetzt. Sie unterstützen bei Spannungen und Krisen die Truppen der Missionen KFOR und EUFOR in Kosovo sowie in Bosnien und Herzegowina. Die Reserve-Bataillone sollen unter anderem dabei helfen, den Frieden zu erhalten und ein sicheres Umfeld zu schaffen. Dazu gehört auch der Kampf gegen Drogenhandel, illegale Grenzübergänge und Waffenschmuggel. (APA, 21.4.2012)

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Die Regierenden schützen uns nicht, sie lassen uns ins offenen Messer rennen. Wir sollen viel liebevoller miteinander umgehen. Macht, Krieg, oder Gewalt ist NIE eine Lösung.

Kosovo den Griechen

Mit FRIEDEN hat das alles nichts mehr zu tun.
Sehr zu kritisieren.

Dieselbe Bundesregierung, die dem Bundesheer...

die Lebensberechtigung - zumindest finanziell - abspricht und immer mehr entzieht, hat absolut keinen Genierer, eben dieses Bundesheer in zweifelhafte Auslandsbeteiligungen zu schicken...
... und mit dem angestrebten Berufsheer (bei geringer Bezahlung) einem modernen Söldnertum zuzuführen.

Die Bundesregierung hat aber auch ganz sicher keinen Genierer, ebenso die (politische) Verantwortung mit Nachdruck von sich zu weisen, wenn österreichische Soldaten in Body Bags (Leichensäcken) in die Heimat zurückkehren.

(dabei ersuche ich den bewussten Gebrauch des politisch-inkorrekten Un-Wortes "Heimat" höflichst zu entschuligen...)

Dann will's ganz sicher keiner der vielfach korrupten heimischen Politparasiten gewesen sein..

Im Ausland gibts wenigstens halbwegs Sinnvolles zu tun. Im Inland nicht. Und wie da einer zurückkommt ist mir egal, er ist freiwillig wegen des Geldes oder Abenteuers dort, daher ist das seine Sache.

Was geht das eigentlich Österreich an,

wenn irgendwo auf dem Balkan gewählt wird?

Dieses Großmachtgetue, sich im Schatten der NATO in einem „angestammten Interessensgebiet“ einmischen zu wollen, hat etwas sehr Unsympathisches an sich.

Man denkt an Waffengerassel, Einmärsche und Kolonialismus.

Was es die österreichische Regierung angeht? Es könnt ja das falsche Ergebnis bei den Wahlen herauskommen, odr? Und diese Wahlen gilt es zu verhindern.
Schön, wenn dann der Außenminister in seiner Doppelfunktion als Parteichef mehr Direkte Demokratie will...

ich bezweifle dass KFOR die wahlen verhindern wird. eher geht es darum zu verhindern dass die kosovo-albaner die wahlen verhindern >
"Die kosovarische Regierung ließ zuletzt wissen, dass sie einen solche Wahl falls notwendig auch mit Gewalt verhindern will."

Und Sie glauben, daß sich da die österreichische Regierung gegen den von unserer Regierung (und anderen) so sorgfältig geplanten Staat richtet? Da hilft sie doch lieber dabei, daß dieser "Staat" seine Rechte" durchsetzt, odr?

wo fängt der balkan an?

die fehlentscheidung: at hat den kosovo vorschnell als staat anerkannt (bei palästina übt at sich jahrelang in einer unvornehmen zurückhaltung) und der truppenentsendung in ein ehemaliges kronland zugestimmt,

ein un-mandat angenommen. ein bisschen kriege führen - äääääh sicherungsmaßnahmen vornehmen muß doch erlaubt sein, wo doch at bei den wichtigen einsätzen wie afghanistan oder am horn von afrika nicht teilnehmen darf.

Es geht uns was an!

Einen feuchten Kehricht

geht ein neutrales Land dies auf militärischer Ebene an.

Jegliches humanitäres und diplomatisches Engagement ist natürlich zulässig.

Vielleicht, weil Österreich zu den Vereinten Nationen gehört? Da nach dem blutigen Kosovokrieg eine Eingreiftruppe installiert wurde, ist es besser, diese einzusetzen als wieder unnötige 'Tote da unten zu riskieren.
Mit der Computertastatur ist es leicht, sich aufzuregen und was hat das mit Kolonialismus zu tun?

Mit der Truppe unten,verhindern sie nichts.

und was hat das mit Kolonialismus zu tun?

schlafen sie weiter...

Kolonialismus bedeutet, ohne die Erlaubnis eines Staates in dessen Hoheitsgebieten einzudringen

Dies trifft im Kosovo überhaupt gar nicht zu!
Die Österreicher, wie auch die anderen Nato - Kollegen sind im Kosovo sehr gern gesehene Einheiten zum Schutz der jungen Demokratie.

Sind SIE denn schon wach?

Herrschaft der Oberschicht mit allen Mitteln nennen sie Demokratie?

Herrschaft der Unterschicht ist auch nicht besser.

Österreichische Soldaten

haben GENAU NICHTS im Kosovo verloren.

Was allerdings schon legitim ist für ein neutrales Land:
Hilfslieferungen.
Geldzuschüsse.

Beispielsweise in der Größenordnung der heutigen Kosten für Militäreinsätze.

Wer dabei aber plötzlich dann doch dagegen wäre (also Bewaffnete schicken jederzeit - aber sonst keinen Cent für's Ausland), formulierte ich bereits:

http://derstandard.at/plink/133... 0/25767206

Österreich ist

nur de jure neutral - also auf dem Papier, auf dem der Verfassungsartikel über die Neutraliät geschrieben ist.
de facto ist Österreich nicht neutral, es hat sich so auch nie verhalten.

soie gscheiterl, ohne die neutralität hätten wir nie den staatsvertrag

so rasch bekommen, ausserdem hat österreich für viele jahre einen bonus als neutrales land gehabt, mit dem zusammenbruch der ostblockländer hat sich allerdings sehr viel geändert, mit der neutralität hat össterreich sehr an ansehen gewonnen,

Neutral ist, wer sich neutral verhält (nach dem Motto: ein bisschen schwanger gibts nicht)

Zum guten Ansehen in der Welt hat diese "Pseudoneutralität" insofern nicht beigetragen als zuerst die großen Blöcke und jetzt die EU, NATO von uns haben will, dass wir uns entscheiden, wo wir stehen: Entweder dem Volk bekennen was Sache ist und ganz mitmachen oder weiterwurschteln mit dieser Ersatzreligion.
Mit seinem Stand zur Neutral. + damit abgeleiteter Sicherheitspolitik ist Ö ein Gespött in der EU.

Konsequente Neutralität würde den Austritt aus der EU, NATO-pfp, UNO vorraussetzen.

Das NeutralitätsGesetz "gilt" zwar (=es ist nicht aus Bundesverfassung gestrichen), solang aber Ö bei UNO & EU ist, ist das NeutralitätsG "außer Kraft gesetzt" (= wird derogiert) durch die geltenden Bündnisabkommen.

also: ÖSTERREICH IST NEUTRAL

Lieber Gespött als tote Jugend die auf fremden Schlachtfeldern verheizt wird.
Danke Neutralität.

Nicht das Gespött verhindert, dass die Jugend derzeit nicht auf fremden Schlachtfeldern blutet.

Tatsächlich ist Ö sehr engagiert in seiner Bündnispflicht: in Relation zur Bevölkerungsgröße stellt Ö die meisten Soldaten für Einsätze der NATO/EU. "Gott sei Dank" gibts aber die relativ chillige Balkanmission zu beschicken, sonst hätte Ö keine Ausrede anderen gegenüber für die Nicht-Teilnahme am Afghanistan-kampfeinsatz. Dort gäbs regelmäßig Gefallene, was unter anderem hierzulande zwingend zur unguten Auseinandersetzung mit der Neutralitätslüge führen würde.
WIR HABEN ALSO NUR GLÜCK, den relativ ruhigen Balkan "zu Ö's Interessensphäre" (!) zählen zu können, nicht die heilige Neutralität verhinderts, dass wir 150 nach Kosovo statt Kabul schicken.

Das stimmt so nicht.
Denn durch die Neutralität wäre der Widerstand der Bevölkerung größer wenn wirklich ein Kampfeinsatz droht.

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