Döblinger Befreiungsschlag und Linzer Riesentöter

20. April 2012, 23:11

Die Vienna feiert einen souveränen 3:1-Heimsieg gegen Austria Lustenau und überlässt den Relegationsplatz dem FC Lustenau

Die Vienna hat in der Fußball-Erste-Liga am Freitag ein Ausrufezeichen gegen den Abstieg gesetzt. Die Döblinger schlugen den zuletzt starken Titelaspiranten aus Vorarlberg mit 3:1 und konnten damit den Relegationsplatz an den FC Lustenau weitergeben. Für die Austria Lustenau, die nach einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage erstmals seit 25. November (1:3 gegen Blau Weiß Linz) wieder als Verlierer vom Platz gingen, beträgt der Rückstand auf Tabellenführer WAC/St. Andrä weiter vier Punkte.

Matchwinner für die Vienna war Marjan Markovic mit zwei Treffern (5., 78.), Lustenaus Pierre Boya konnte im Finish (83.) nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Die Elf von Alfred Tatar, die in den jüngsten sieben Partien nur eine Niederlage kassierte, feierten bereits ihren zweiten Saisonsieg gegen die Austria und liegt nun als Achter auf dem ersten Nichtabstiegsplatz einen Punkt vor dem FC Lustenau.

Die Vienna erwischte einen perfekten Auftakt: Markovic, der in die Verteidigung zurückgerückt war, weil Salvatore (gesperrt) bzw. Sturm (verletzt) fehlten, beförderte den Ball mit einem schönen Freistoß schon in der fünften Minute ins Tor (30.). Eine verdiente Führung für die aggressiven und zweikampfstarken Wiener, die durch Nacho Verdes (23.) noch vor der Pause sogar zwei gute Chancen (23., 37.) auf das 2:0 hatten.

Die Hausherren erhöhten bald nach Wiederbeginn auf 2:0. Eine gefühlvolle Markovic-Hereingabe brachte die Austria-Abwehr nicht aus dem Gefahrenbereich, Lackner bezwang mit einem wunderbaren Volley aus 14 Metern Goalie Kofler (52.).

Der Lustenau-Schlussmann bewahrte sein Team in der Folge vorerst noch vor einem höheren Rückstand, konnte schließlich den zweiten Treffer durch Markovic, der einen Abpraller weit vor dem Tor nützte, aber nicht verhindern. Im Finish traf der von Dospel gefoulte Boya für die Gäste noch vom Elferpunkt, Lustenau-Regisseur Boller sah nach einer Schwalbe im Finish Gelb-Rot (85.).

Linz schreckt weiter

Nach Altach und dem LASK hat Aufsteiger FC Blau-Weiß Linz mit Spitzenreiter WAC/St. Andrä beim 2:0-Erfolg in der Frühjahrsrunde auch den dritten Aufstiegs-Kandidaten im Linzer Stadion besiegt. Nach dem ersten Dreier im vierten Anlauf über den LASK gelang den Blau-Weißen damit gleiches auch vier Tage später gegen Spitzenreiter. In einer zerfahrenen Partie gelang Aridany Tenesor per Kopf (4.) ein frühes und dem eingewechselten Harun Sulimani in der Nachspielzeit ein spätes Tor (90 +4).

Die Blau-Weiß-Elf erwischte gegen die beste Auswärts-Mannschaft den besseren Start und nach Co-Produktion zweier Winterneuzugänge konnte der Spanier Tenesor nach Linkshereingabe von Michael Guselbauer frei stehend früh aus fünf Metern zur verdienten 1:0-Pausenführung einköpfeln (4.).

Nach dem Wechsel bäumten sich die Kärntner gegen ihre fünfte Saisonniederlage auf, doch irgendwie kam der Torexpress bei Dauerregen nicht ins Rollen. Zwar hatten die Gäste nun mehr Spielanteile, doch mussten sie bei Kontern der Linzer stets aufpassen und scheiterten selbst - wie Jacobo (52.) oder Putsche (Kopfball, 56.) - wiederholt am ältesten Akteur auf dem Feld - dem 36-jährigen FC-Keeper David Wimleitner. Kurz vor Schluss verloren die Kärntner auch noch Topcagic nach Schiedsrichterbeleidigung (83.)

FC Lustenau schwitzt weiter

Der FC Lustenau ist wieder auf den Relegationsplatz zurückgefallen. Die Vorarlberger mussten sich gegen St. Pölten mit einem gerechten 2:2 zufriedengeben. Mit der fünften sieglosen Partie in Serie gegen den Angstgegner aus Niederösterreich wurde der FCL von der Vienna (3:1 daheim gegen Austria Lustenau) überholt und auf Rang neun verdrängt. Der Rückstand auf die Wiener beträgt fünf Runden vor Schluss einen Punkt. Der Vorsprung auf die auf dem Abstiegsplatz liegenden Hartberger (1:3 in Grödig) wuchs auf zehn Zähler an.

Nach schwacher Anfangsphase deutete Florian Zellhofer mit einem Lattenschuss die zunehmende Lustenauer Gefährlichkeit an (22.). Zwei Minuten später gingen die Hausherren in Führung. Nach gefühlvollem Pass von Dennis Mimm schloss der im Winter von Wacker Innsbruck geholte Lukas Hinterseer volley zum 1:0 ab (24.).

Die vor der Pause harmlosen St. Pöltner erwischten einen perfekten Start in die zweiten 45 Minuten. Nach missglücktem Rettungsversuch von Marcel Holzmann traf der Spanier Jano volley aus 20 Metern ins linke Eck zum 1:1 (46.). In der Folge spielten beide Teams voll auf Sieg. Es wurde jedoch ein Remis, denn beide Mannschaften trafen jeweils noch einmal ins Tor. Zunächst gingen die Gäste durch einen Kopfball von Michael Popp aus kurzer Distanz in Führung (75.), Osmann (90.) rettete aber im Finish das Unentschieden für die Lustenauer.

Hartberg schwächelt weiter

SV Scholz Grödig besiegte das Schlusslicht TSV Hartberg daheim klar mit 3:1. Die Salzburger, die die vergangenen fünf Pflichtspiele allesamt verloren hatten, beendeten damit ihre Negativserie und nahmen gleichzeitig Revanche für die 2:3-Heimniederlage im Herbst. Die sieglose Zeit der Steirer fand hingegen eine Verlängerung: Sie sind mittlerweile seit zehn Spielen ohne vollen Erfolg.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ging Grödig in der 26. Spielminute nach einem schweren Patzer des Hartbergers Robert Strobl im Mittelfeld mit 1:0 in Front. Lukas Schubert verwertete einen idealen Querpass von Joachim Parapatits mühelos. Die Führung währte aber nur kurz - nachdem Lukas Mössner im Mittelfeld die Aktion selbst eingeleitet hatte, traf er nach Gremsl-Lochpass aus kurzer Distanz zum 1:1-Ausgleich.

Die Steirer kamen wacher aus der Kabine - Stefan Stangl rettete in höchster Bedrängnis gegen den einschussbereiten Daniel Rossmann. Danach übernahm die Truppe von Trainer Heimo Pfeifenberger aber wieder das Kommando. Zwar parierte Hartsbergs Torhüter Jürgen Rindler noch einen Siller-Kopfball, doch kurz darauf hatte er bei zwei Kopfbällen von Diego Viana das Nachsehen. Der Brasilianer verwertete zwei Maßflanken von Thomas Salamon aus kurzer Distanz per Kopf zum 2:1 (73.) und 3:1 (81.) und hält nun bei neun Saisontoren.

LASK schreit wieder

Nach drei Partien ohne Sieg hat sich der LASK im Aufstiegsrennen zurückgemeldet. Die Linzer setzten sich im Abendschlager bei Mitkonkurrent Altach mit 1:0 (0:0) durch und dürfen sich damit fünf Runden vor Saisonschluss noch kleine Hoffnungen machen. Die Elf von Walter Schachner verkürzte den Rückstand auf die Spitze auf sieben Zähler.

Altach zeigte in der ersten Hälfte zwar keinen Zauberfußball, griff aber konsequent über die Seiten an und sorgte mit einigen Hereingaben mehrmals für Gefahr - wenn auch für keine echte Chance. Erst in der 32. Minute zwang Ademi, der eher zufällig zum Ball gekommen war, LASK-Goalie Mandl aus Kurzdistanz zu einer Glanztat. Die Linzer wiederum fanden erst gegen Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel, richtig gefährlich wurden die Gäste erstmals durch einen von Kobras parierten Weitschuss Aigners (42.).

Der Wiederbeginn verlief dann aber ganz nach Geschmack der Gäste: Nach einem Linzer Angriff glaubte Scherrer zwar, per Kopf zu klären, tatsächlich legte er aber den Ball für Winkler auf, der den Ball aus sechzehn Metern unhaltbar für Kobras zum 1:0 versenkte (50.). Der Altacher Großangriff blieb aus, bei den etwas geschockten Hausherren war schließlich auch kein Konzept ersichtlich, um die abgeklärten Oberösterreicher - die immer wieder auch nach vorne drängten - noch ins Wanken zu bringen.

Kurz vor dem Ende musste Mandl aber gegen Vorisek (90.) parieren und Sekunden vor dem Schlusspfiff schoss Schick über das leere LASK-Tor (95.).(APA/red, 20.04.2012)

Fußball-Ergebnisse Erste Liga - 31. Runde: Freitag, 20.04.2012

  • First Vienna FC 1894 - SC Austria Lustenau 3:1 (1:0). Wien, Hohe Warte, 2.200, SR Muckenhammer.
    Torfolge: 1:0 ( 5.) Markovic, 2:0 (52.) Lackner, 3:0 (78.) Markovic, 3:1 (83.) Boya (Foulelfmeter)

Vienna: Dau - Markovic, Rathfuss, Dospel, Kröpfl - Kerschbaumer, Hattenberger (59. Erhart), Toth, Lackner (82. Strohmayer) - Nacho Verdes, Rotter (49. Djokic)
A. Lustenau: Kofler - Zech, Tipuric, Stückler, Dunst - Zwischenbrugger (55. Karatay), Dürr, Krajic (65. Vorraber), Boller - Thiago Silva (73. Honeck), Boya

Gelbe Karten: Kröpfl, Rotter, Markovic bzw. Dunst
Gelb-Rot: Boller (85.)

  • FC Blau-Weiß Linz - WAC/St. Andrä 2:0 (1:0). Linzer Stadion, 800 Zuschauer, SR: G. Grobelnik
    Torfolge: 1:0 (4.) Tenesor, 2:0 (90. + 4) Sulimani

FC Blau-Weiss Linz: Wimleitner - Bubenik, Duvnjak, Koll, M.Guselbauer - D. Guselbauer (72. Arapovic), Piesinger, Höltschl, Huspek (90. Rabl) - Poljanec (89. Sulimani), Tenesor
WAC/St. Andrä: Dobnik - Baldauf (62. Micic), Jovanovic, Solano Moreno, Suppan - Kerhe, Putsche (62. Kreuz), Messner, Jacobo - Stückler (70. Falk), Topcagic

Gelbe Karten: Huspek, Koll bzw. Baldauf, Micic
Rote Karte: Topcagic (81, Schiedsrichterbeleidigung)

  • FC Lustenau - SKN St. Pölten 2:2 (1:0). Lustenau, Reichshofstadion, 600, SR Schüttengruber.
    Torfolge: 1:0 (24.) Hinterseer, 1:1 (46.) Jano, 1:2 (75.) Popp, 2:2 (90.) Osman

FC Lustenau: Lukse - Lebedev (81. Schwärzler), Vucur, Buchner - Mimm, Freitag, Holzmann - Hinterseer, Teurezbacher, Luxbacher (60. Osman) - Zellhofer (60. Novinic)
St. Pölten: Riegler - Zwierschitz, Popp, Rödl, Speiser - Ambichl, Fallmann, Jano, Hofbauer (88. Kotynski) - Gruberbauer (61. Fröschl), Schibany (46. Segovia)

Gelbe Karten: Lebedev bzw. Popp, Hofbauer

  • SV Scholz Grödig - TSV Hartberg 3:1 (1:1). Grödig, Untersbergarena, 600 Zuschauer, SR Manfred Krassnitzer.
    Torfolge: 1:0 (26.) Schubert, 1:1 (33.) Mössner, 2:1 (73.) Viana, 3:1 (81.) Viana

Grödig: Schranz - Zündel, Cabrera, Siller, Stangl - Schubert, Krammer (58. Riedl), Tschernegg, Salamon - Viana (90. Hopfer), Parapatits (84. Hanikel)
Hartberg: Rindler - Kozissnik, Tauschmann, Miljatovic (46. Huber), Ismaili - Rossmann (77. Schober), Strobl (61. Friedl) - Rakowitz, Adilovic, Gremsl - Mössner

Gelbe Karten: Salamon bzw. Strobl

  • Cashpoint SCR Altach - LASK Linz  0:1 (0:0). Altach, Cashpoint-Arena, 3.500, SR Harkam.
    Tor: 0:1 (50.) Winkler

Altach: Kobras - Lienhart, Schösswendter, Eder, Erbek (83. Sereinig) - Hopfer - Schick, Schöpf, Tomi (75. Vorisek), Scherrer - Ademi (62. Sadovic)
LASK: Mandl - Hart, Aufhauser, Wimmer, Schröger - Silvio, Winkler, Cardozo, Kaufmann - Aigner, Rafinha (87. Templ)

Gelbe Karten: Tomi, Hopfer bzw. Hart, Aigner

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Eine Frechheit

welches Foul sich der Eder geleistet hat.

Dachte mir während der Live-Übertragung schon, dass das wohl nicht so glimpflich ausgehen wird...

Der hat wohl einen Vogel - so ein Check gegen den Stürmer... und dann kriegt der Typ nicht mal eine Karte...

Traurig sowas...

man könnte es auch anders formulieren...

trotz der Niederlage ist diese Runde ganz für den WAC gelaufen. ich glaub, wenn man sogar aus solchen Runde als "Sieger" hervorgeht, kann einen nicht mehr viel am Aufstieg hindern. war wohl das Meisterstück!

da ich gerne Mannschaften mit Tradition spielen sehe, wünsche ich mir ein Fußballwunder herbei und Grödig auf den 9 Platz am Ende der Saision. Nächsten 2 Partien spielen die Grödiger gegen FC Lustenau und Vienna - vielleicht tritt das Unwahrscheinliche ja doch noch irgendwie ein...

in letzter zeit fühlt sich der kater nach einem vienna-match einfach gut an...

... nur wenn man am nächsten Tag nicht arbeiten muss ;-(((

Ich sags ungern, aber die 1. Liga ist derzeit attraktiver als die Bundesliga. Nicht nur wegen der Spannung im Kampf um die Aufstieg/Abstiegsplätze, sondern Teilweise auch bezüglich der Qualität der Spiele. Zwar liegen auch in der Bundesliga die möglichen Meister knapp zusammen, aber Änderungen in der Tabelle gibt es dort nur weil wieder mal einer mehr Mist gebaut hat als der Andere und nicht weil der Gegner gut war.

hehehe

da will offensichtlich mal wieder keiner aufsteigen

Super Runde, spannende Liga!

Vienna bleib oben und von mir aus WAC steig auf, damit nächste Saison die 2. Liga einfach die spannendere Liga ist mit Altach, A. Lustenau, Vienna, GAK, LASK, BW Linz, ..

und kapfenberg. bin auch sehr begeistert! :-)

Altach hat sich blamiert

Der Trainerwechsel in Altach war so notwendig wie ein
K(r)opf. Das hätte Hütter auch gechafft. Ein gewisse Schadenfreude für wahnsinnige Führungsentscheidungen darf in diesem Fall wohl angebracht sein.

Vienna soll oben bleiben, der GAK soll hinauf. Die erste Liga hat nämlich zu lange an den vielen "Dorfklubs" ohne Tradition gelitten.

Bravo Vienna !

bah

Die ganze Saison lang am abkacken und dann gewinnen sie das einzige Spiel dass sie im interesse aller hätten verlieren sollen....

Buhhhh Vienna!!!!! Oben bleiben sollen sie trotzdem :-)

die VIENNA und der V

will den keiner Aufsteigen?

;)

-> schon a wahnsinnige Runde, in der gleich ALLE Titelaspiranten verlieren.... :-o

Whs. passen sich schon an das Niveau in der Bundesliga an.

2. versuch:

für die vienna und den fc lustenau schaut es angeblich eher schlecht mit einer lizenz aus...

gar nicht netter versuch, den blau-gelben d-zug richtung gesicherten tabellenregionen ins stottern zu bringen. lt. präsident dvoracek bei der generalversammlung, braucht man sich keine sorgen um die lizenz der vienna zu machen. aber ende april werden wir das dann eh schwarz auf weiss haben.

Blau auf gelb...

angeblich...

...solls ja ziemlich düster ausschauen mit einer lizenz für die vienna und den fc lustenau....

Das war für österreichische Fußballverhältnisse ein flottes,durchaus ansprechendes Spiel-sogar mit einigen technischen Einlagen.Falls die Vienna diese Form hält,ist die Relegation für sie kein Thema.

We all live in a yellow submarine,...

Unfassbar

wie eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters gleich ins Amtsdeutsch überführt wird: "der von Dospel gefoulte Boya"

Aber wurscht, bestes Spiel der Vienna, absolut unabsteigbar, wünsche den Lustenauer viel Spaß bei der Relegation gegen den Gak

...wenigstens hat er dann boller nach der schwalbe ausgeschlossen. der dachte wohl, jetzt gibts für jeden faller einen elfer...

dazu müsste der GAK aber erst in die regionalliga west übertreten ;) Ich denke eher, dass sie es mit wattens oder anif zu tun bekommen...

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